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fenaco-LANDI

Vom Landwirt zum Energiewirt

Das Projekt AgroSolar – lanciert von den fenaco-Geschäftseinheiten Agrola, fenaco neue Energien und Solvatec – soll den Produzentinnen und Produzenten einen nächsten Schritt «vom Landwirt zum Energiewirt» ermöglichen. Durch den kombinierten Einsatz einer Photovoltaikanlage mit einem Batteriespeicher steigern die Bauern ihre Selbstversorgung im Energiebereich. Die fenaco Genossenschaft wiederum kann künftig für ihre Produktionsstandorte und Infrastrukturen Solarstrom vom Bauernhof einsetzen.

Photovolatikanlage mit Speichermodul

Mit einer individuellen Photovolatikanlage mit Speichermodul können die Betriebe ihre Selbstversorgung im Energiebereich merklich erhöhen.

(Solvatec AG)

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Aktualisiert am

ehemalige Mitarbeiterin UK fenaco

Der Energieanbieter Agrola und der Solaranlagenbauer Solvatec haben gemeinsam mit fenaco neue Energien das Projekt AgroSolar lanciert, welches Landwirte dabei unterstützt, eigenen Strom zu produzieren. Über ihren gewohnten Ansprechpartner bei den LANDI, welche über Solarkompetenzen verfügen, bekommen sie alle Informationen zur Solarenergie und können eine auf ihren Hof zugeschnittene Photovoltaikanlage inklusive Speicherlösung planen und beziehen. Der Landwirt erhöht seine Selbstversorgung im Energiebereich, indem er den selbst produzierten Solarstrom nutzt. Einen zusätzlichen Ertrag erzielt er dadurch, dass er den nicht benötigten Strom an den Verteilnetzbetreiber sowie an die fenaco Genossenschaft veräussert. «Wir sind überzeugt, dass das Projekt AgroSolar einen wichtigen Schritt für die innovative Landwirtschaft darstellt. Unabhängigkeit ist für viele Produzentinnen und Produzenten ein wichtiger Faktor in ihrer täglichen Arbeit; sind sie doch seit jeher als selbständige Unternehmer auf sich gestellt», sagt Rolf Lehner, Leiter Marketing/Verkauf bei Agrola.

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Photovolatikanlage

(Solvatec AG)

fenaco beteiligt sich an den Investitionskosten

Für die fenaco wiederum steht bei diesem Projekt der Mitgliedernutzen im Vordergrund. Die fenaco stellt für das Projekt AgroSolar einen Gesamtbeitrag von bis zu 500 000 Franken pro Jahr über einen Zeitraum von voraussichtlich zehn Jahren zur Verfügung. Dieser Beitrag wird zur Beschaffung der Batteriespeicher eingesetzt: Die fenaco beteiligt sich zur Hälfte an den Kosten pro Batterie und Produzent. Im Gegenzug erhält die fenaco jeweils für zehn Jahre den Herkunftsnachweis (HKN) der einzelnen Produzenten für den Ausgleich der fenaco-eigenen Produktionsbetriebe und Infrastrukturen. «Dank dieser zusätzlichen Form der Zusammenarbeit mit den Produzentinnen und Produzenten werden die Ge-schäfts- und Dienstleistungseinheiten der fenaco künftig auch Strom vom Bauernhof beziehen können», sagt Hans Peter Eberhard, Leiter Strommarkt bei fenaco neue Energien.

Strommix der fenaco-LANDI Gruppe wird nachhaltiger

Heute stammen bereits über 50 Prozent des verbrauchten Stroms innerhalb der fenaco-LANDI Gruppe aus erneuerbaren Energien. «Die Solarenergie wird in Zukunft einen wichtigen Anteil in unserem Strommix einnehmen», ist Eberhard überzeugt. Als eine der ersten Geschäftseinheiten setzt der Detailhändler Volg auf Solarenergie – nicht nur über den HKN-Bezug, sondern auch mit eigenen Solaranlagen auf den Verteilzentren in Winterthur und Oberbipp. Die Anlage in Winterthur wurde 2012 in Betrieb genommen und deckt ca. einen Fünftel des eigenen Strombedarfs ab, diejenige in Oberbipp 2016 und deckt ca. einen Drittel ab.

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Die Herkunftsnachweise aus AgroSolar-Betrieben werden unter anderem bei der Volg Konsumwaren AG eingesetzt.

(Volg Konsumwaren AG)

Erste Verträge unterzeichnet

Die ersten Verträge mit landwirtschaftlichen Pilotbetrieben wurden Ende Juli unterzeichnet. Aktuell planen diese Produzenten gemeinsam mit ihrer LANDI die für ihre individuellen Anforderungen optimale Photovoltaikanlage mit Speichermodul. Die Installation der ersten AgroSolar-Anlagen ist für diesen Herbst geplant. Erste Ergebnisse und Auswertungen bezüglich Rentabilität und Autarkie werden auf den Frühling 2018 hin erwartet. 

AgroSolar-Pilotbetrieb: Familie Scherb, Happerswil (TG)

Seit mehreren Jahren haben sich Yvonne und Heinz Scherb bereits Gedanken zur Installation einer Photovoltaik (PV)-Anlage auf ihrem Betrieb gemacht. Dank dem von den fenaco-Geschäftseinheiten Agrola, fenaco neue Energien und Solvatec gemeinsam lancierten Projekt AgroSolar, wird nun auf dem Betrieb Scherb ein wichtiger Schritt hin zu einem hohen Selbstversorgungsgrad vollzogen: Im September 2017 soll die PV-Anlage auf dem Kuhstall des Betriebs installiert werden. Damit ist Scherb einer von mehreren Pilotbetrieben, welche an AgroSolar partizipieren. «Unser Stromverbrauch mit elektrischem Futtermischer, der Melkanlage und weiteren Gerätschaften ist sehr hoch. So hatten wir uns überlegt, durch eine PV-Anlage unabhängig von den steigenden Strompreisen zu werden und zusätzlich einen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten», sagt Heinz Scherb. «Wir dachten uns, wenn die Dachfläche ja ohnehin da ist, können wir uns damit auch unsere Selbstversorgung im Energiebereich ermöglichen.»

Unabhängig von der Tageszeit

Durch die Teilnahme am Projekt AgroSolar kann die Familie Scherb neben der PV-Anlage auch einen Stromspeicher in Betrieb nehmen. Dieser ist deshalb besonders nützlich, weil der Stromverbrauch auf dem Hof nicht regelmässig und nicht nur bei Sonnenschein anfällt. So wird beispielsweise morgens gemolken und abends das Futter gemischt. Je nach Jahreszeit, werden diese Arbeiten zu Zeiten ohne direkte Sonneneinstrahlung durchgeführt und dank dem Speicher kann der selbst produzierte Strom je nach Bedarf bezogen werden. Einen Teil des von Scherb nicht selbst benötigten Stroms übernimmt die LANDI.

Interessierte Produzentinnen und Produzenten erhalten weitere Informationen zu Photovoltaikanlagen und Speichermodulen oder die Teilnahme am Projekt AgroSolar über ihre LANDI Geschäftsstelle.

Technische Daten Anlage

  • Anlagengrösse: 29.40 kWp 
  • Solarmodulfläche: 206 m 2 
  • Stromproduktion: 30 600 kWh/Jahr 
  • Strombedarf Betrieb: 40 396 kWh/Jahr 
  • Eigenverbrauch mit Speicher: 68 %

Betriebsspiegel

  • 17 ha landwirtschaftliche Nutzfläche 
  • 14 ha Wald 
  • 35 Milchkühe 
  • 4.5 ha Mais 
  • 130 Hochstämmer
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