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Wo Wissen für die Praxis entsteht

Am «OpenDay» vom 27. Juni hat der Forschungsbetrieb UFA-Bühl in Hendschiken (AG) seine Türen geöffnet. 300 Besucherinnen und Besucher haben die Gelegenheit genutzt, einen Blick hinter die Kulissen der Futtermittelforschung zu werfen.

Wo Wissen für die Praxis entsteht
(Nicole Matt)

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Die weissen Haarhauben sitzen, die Füsslinge sind montiert und desinfiziert, die Umhänge zugeknöpft – die erste Besuchsgruppe um Forschungsleiterin Barbara Eichenberger ist bereit für den Rundgang im Schweinestall. «Ich habe grosse Freude, dass ich den Leuten zeigen darf, mit was wir uns hier beschäftigen und ich sie über unsere Erkenntnisse informieren darf», sagt Eichenberger. «Wir prüfen, wie wir Stickstoff und Phosphor im Futter reduzieren können. Wir haben klar den Umweltgedanken im Kopf, aber natürlich auch, dass es unseren Tieren gut geht.» Ganz grundsätzlich stellte sie auch klar, dass auf UFA-Bühl keine Tierversuche, sondern Fütterungsversuche durchgeführt würden.

Nur was funktioniert, kommt auf den Markt

Der grösste Nutzen der Fütterungsversuche auf UFA-Bühl sei, dass unter Schweizer Bedingungen Futter getestet und die Erkenntnisse dann 1:1 den Bauern zur Verfügung gestellt würden. Dem pflichtet auch UFA-Chef Paul Steiner bei, der ebenfalls mit der Gruppe durch den Schweinestall geht. Die Produkte würden intensiv getestet, ehe sie auf den Markt kämen. «Das Ziel ist auch, dass wir das Futter den Zuchtfortschritten bei den Tieren selbst anpassen können und so die Effizienz steigern. Das heisst, weniger Futter je Kilo Fleisch oder Ei, je nach Tierart.» Während sich die Schweine bei den etwa 35 Grad, die am Besuchstag herrschten, unter den Wassersprinklern versammelten, sind die Besuchenden sodann froh, dass sie den Schweinestall verlassen und die Hauben und Umhänge ausziehen können. Beinahe kühl erschien im Anschluss der Kälberstall, welchen Eichenberger vor dem leisen Surren der Tränkeautomaten erklärte.

Hochvernetzter Pouletstall

Im Fokus des Besuchstages stand allerdings der Pouletmaststall. Der ganze Stolz von UFA-Bühl-Betriebsleiter Daniel «Jimmi» Keusch: «Dieser Neubau und was wir damit erforschen können, ist ein absoluter Meilenstein, weit herum etwas Spezielles». Anfang Jahr waren im Neubau die ersten Küken eingestallt worden. Der Stall hat 16 Buchen – ein üblicher Stall hat lediglich eine. Entsprechend sei alles aufwändiger und besser vernetzt, erzählt Versuchsleiterin Eichenberger auf dem Rundgang. So hätten sie auch mehrere Futtersilos und jede Bucht könne von jedem Silo direkt angesteuert werden, damit der Futterverzehr genau erfasst werden könne. Ein aktueller Fütterungsversuch befasst sich laut Eichenberger mit Pflanzenkohle. Dies, um die Ausscheidungen der Poulets zu steuern und dafür zu sorgen, dass einerseits die Einstreu trockener und somit sauberer bleibt und Fussballenläsionen vorzubeugen.

Seit 1959 hat die UFA gemäss Betriebsleiter Keusch 1060 Versuche durchgeführt «und die Schweizer Landwirtschaft wesentlich weitergebracht». Auch Markus Hämmerli, Leiter Division Agrar der fenaco betont den Wert des Versuchsbetriebs: «Die UFA ist das einzige Unternehmen der Mischfutterbranche, das einen eigenen Fütterungsversuchsbetrieb hat. Und wenn wir die Zahlen sehen, wie sich die Leistungen der verschiedenen Tierkategorien entwickelt haben, zeigt das, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Denn am Schluss ist es genau das, was zum Einkommen der Bäuerinnen und Bauern beiträgt.»

Während die erste Gruppe nach dem Rundgang im Festzelt vom UFA-Team bereits verköstigt wird, trudeln fortlaufend weitere Besucherinnen und Besucher auf UFA-Bühl ein. Aktive Landwirte, pensionierte Landwirte, Freunde der Landwirtschaft, Familien mit Kindern. «Wir sind Teil der Landwirtschaft und wollen der Öffentlichkeit zeigen, wie Fleisch produziert wird. Es sind viele Leute gekommen. Die Rückmeldungen, die ich bekommen habe, sind sehr gut und es freut mich besonders, dass auch junge Leute gekommen sind», sagt UFA-Chef Paul Steiner. Auch Betriebsleiter Daniel «Jimmi» Keusch zieht ein positives Fazit. «In den Wochen und Monaten vor dem Anlass haben das ganze Team und ich Vollgas gegeben, um etwas Tolles auf die Beine zu stellen. Dass dann so viele Leute zu Besuch kommen, ist ein schönes Gefühl.» Der grosse Besucheraufmarsch zeigte, dass das Interesse an der Schweizer Nutztierhaltung und an der Forschung dahinter gross ist. Gleichzeitig machte der Open Day sichtbar, weshalb UFA-Bühl seit über 65 Jahren eine wichtige Rolle für die Schweizer Landwirtschaft spielt: Hier entstehen Erkenntnisse, die den Weg in den Stall finden – und den Landwirtinnen und Landwirten helfen, ihre Tiere gesund, effizient und ressourcenschonend zu füttern.

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