Die erste elektrische Rebschere wurde 1984 auf den Markt gebracht. Mit seiner Erfindung setzte Daniel Delmas, Gründer des Unternehmens Infaco, einen wichtigen Meilenstein für den Weinbau. Bereits im Folgejahr wurde die Innovation an der Sitevi ausgezeichnet und ebnete den Weg für eine Technologie, die seither laufend weiterentwickelt wurde. Heute haben weitere Hersteller wie Felco oder Pellenc professionelle elektrische Rebscheren im Angebot, die mit langlebigen Lithiumbatterien ausgestattet sind. «Sicherheitssysteme, individuell einstellbare Funktionen wie die Messer-Halböffnung und ein geringeres Gewicht verbessern die Eigenschaften der elektrischen Rebscheren noch zusätzlich», erklärt Yann Vanvlaenderen, Verantwortlicher für den Anbau im Weingut Caves du Château d’Auvernier (NE).
Leistung und Laufzeit
Profis, die den ganzen Tag mit dem Schneiden von Reben beschäftigt sind, bevorzugen nach wie vor elektrische Rebscheren mit Kabel. Deren Stärke zeigt sich in der Gewichtsverteilung: Der Akku wird am Rücken oder wie beim Modell von Pellenc am Gürtel getragen, wodurch die Scheren ein deutlich geringeres Gewicht aufweisen und das Handgelenk entlasten. In der Regel haben sie eine höhere Leistung sowie eine längere Betriebsdauer, was ganztägiges Arbeiten ohne Unterbrechungen ermöglicht. «Für ungeübtere Anwender kann das Stromkabel die Bewegungsfreiheit behindern, insbesondere wenn sie mit dem Arm zwischen den Spalierdrähten durchlangen müssen», ergänzt Yann Vanvlaenderen. Beim Auswählen eines kabelgebundenen Modells ist es wichtig, auf die tatsächliche Leistung und den möglichen Schnittdurchmesser, das Gewicht des Scherenkopfs, die Akkulaufzeit, die Ergonomie sowie auf die vorhandenen Sicherheitssysteme zu achten. Die Erfahrungen des Weinguts Caves du Château d’Auvernier, wo mehrere elektrische Rebscheren von Felco verwendet werden, zeigen, dass sich diese Modelle durch eine konstante Arbeitsleistung und ihre Eignung für den Intensivgebrauch auszeichnen.
Yann Vanvlaenderen, Winzer«Eine elektrische Rebschere erhöht den Arbeitskomfort.»
Rebscheren mit integriertem Akku
Die kabellosen elektrischen Rebscheren überzeugen vor allem dadurch, dass man ungehindert arbeiten kann. Da man auf kein Kabel achten muss, ist eine grosse Bewegungsfreiheit gewährleistet. Doch diese hat ihren Preis: der integrierte Akku sorgt für ein höheres Gewicht des Geräts und die Betriebszeit verringert sich auf einen halben Arbeitstag. Die Leistung ist im Vergleich zu kabelgebundenen Modellen auch etwas geringer. Trotz dieser Einschränkungen sind die Geräte für den weniger intensiven Gebrauch oder zum Schneiden von dünnerem Holz geeignet. Marken wie beispielsweise Agraro in der LANDI oder Stihl haben diesen kostengünstigeren Rebscherentyp im Programm.
Wartung elektrischer Rebscheren
Die Wartung elektrischer Rebscheren bedeutet für Luc Delmaire, Dozent an der Hochschule für Weinbau, Weinherstellung und Obstbau in Changins, dass Präzision und Schnittqualität gewährleistet bleiben. Das Wichtigste bei der Wartung ist die Klinge: Sie muss stets scharf sein, um saubere Schnitte zu erzielen. Wichtig sind auch regelmässiges Einfetten und Schmieren sowie das Überprüfen des Schneidekopfs, damit Sicherheit und Präzision erhalten bleiben. Zudem empfiehlt sich ein alljährlicher Service durch einen Spezialisten. Zusätzlich zur Schnittschutzsicherheit des Geräts empfiehlt der Experte das Tragen eines Exoskeletts, das beim häufigen Bücken und Aufrichten während der Schnittarbeiten eine erhebliche Hilfe darstellt. Ausserdem kann diese Ausrüstung auch bei Handling-Aufgaben eingesetzt werden. Für den Spezialisten sind bei der Wahl einer elektrischen Rebschere die Materialqualität, die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und der Kundenservice wichtig zu berücksichtigen.
Technologie erhöht die Effizienz
Ergonomie und Komfort der elektrischen Gartenschere basieren auf einem proportionalen Auslösemechanismus, der beim Betätigen einen präzisen, stufenlosen und mühelosen Schnitt gewährleistet. «Das Risiko einer Sehnenentzündung, die bei der Nutzung manueller Scheren recht häufig auftritt, wird deutlich gesenkt», betont Yann Vanvlaenderen. «Und selbst dickes Holz lässt sich ohne zusätzlichen Krafteinsatz schneiden». Die Ausstattung und Extras bei den professionellen Modellen erhöhen den Komfort zusätzlich. Dazu gehören einstellbare Messer-Halböffnungssysteme, um das Schneiden zu beschleunigen, das Zählen der Schnitte zur Überwachung und Warnung bei erforderlicher Wartung, verschiedene Klingenformen ja nach Schnittart sowie integrierte Sicherheitsvorrichtungen, die von leitfähigen Handschuhen bis zu taktilen Sensoren reichen, um unbeabsichtigte Schnitte zu verhindern.
Diese Technologien der elektrischen Rebscheren tragen erheblich zu einer Reduktion der Arbeitsbelastung bei und verbessern die Schnittqualität.







