Landtechnik

Futter- oder Einstreupellets im Feld gepresst

Als erneuerbarer Energieträger, aber auch als Einstreu oder Futtermittel, ermöglichen Pellets den Landwirten die Verwertung einer Vielzahl pflanzlichen Materials, darunter Stroh und Heu. Zwei deutsche Hersteller bieten Maschinen zur Herstellung von Pellets direkt vom Feld an.

Der selbstfahrende Metitron 560 kann mit einem Pick-up, Mähbalken oder Ernte-Vorsatz ausgerüstet werden.

Der selbstfahrende Metitron 560 kann mit einem Pick-up, Mähbalken oder Ernte-Vorsatz ausgerüstet werden.

(Bild: CSP GmbH)

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Journalist

Bereits seit einigen Jahren entwickelt die Firma Krone mit dem Premos 5000 den ersten mobilen Pelletvollernter, der Halmgutpellets direkt auf dem Feld erzeugt. Im Jahr 2018 zog das deutsche Maschinenbauunternehmen CSP nach und brachte den Metitron 560 auf den Markt, der ebenfalls Halmgüter direkt auf dem Feld zu Pellets presst. Hauptunterschied zwischen den beiden Maschinen: Der Premos 5000 wird gezogen, während der Metitron 560 selbstfahrend ist.

Zweiwalzenpresse

Der Premos 5000 befindet sich derzeit noch in der Vorserienphase und in der Schweiz steht erst eine Maschine im Einsatz. Der Premos 5000 erfordert einen Traktor mit mindestens 350 PS, fährt je nach gewünschter Leistung mit einer Geschwindigkeit von 1 bis 5 km / h und produziert bis zu fünf Tonnen Pellets pro Stunde. Die Dichte der Pellets beträgt 600 – 700 kg / m 3 und ist damit rund dreimal höher als diejenige von gepressten Heuballen. Der Durchmesser der Pellets liegt bei rund 16 mm, die Länge variiert zwischen 15 und 40 mm. So arbeitet die Maschine: Ein Pick-up nimmt das Pflanzenmaterial – Gras, Luzerne, Stroh – auf und führt es einem Förderrotor zu. Über ein Förderband gelangt das Material zwischen zwei Presswalzen, die jeweils abwechselnd mit Zahnreihen und Lochreihen mit einem Durchmesser von 16 mm ausgerüstet sind. Das Erntegut wird durch die Lochmatrizen in das Walzeninnere gedrückt, wobei es bei einem Druck von bis zu 2000 bar und Temperaturen zwischen 70 °C und 100 °C zu Pellets agglomeriert wird. Nach dem Pressvorgang werden die Pellets über innenliegende Förderschnecken zu einer Siebtrommel transportiert, die Staub und Krümel aussortiert. Diese fallen für einen zweiten Pressvorgang auf das Zuführband zurück. Die richtig geformten Pellets gelangen über einen Förderlift in den integrierten Vorratsbunker, der 9000 Liter fasst. Aufgrund der hohen Herstellungstemperaturen sind die Pellets praktisch keimfrei.

Damit der Pelletierprozess reibungslos verläuft, muss das Halmgut eine Restfeuchte von weniger als 16 Prozent aufweisen. Ist die Erntegutfeuchte zu niedrig, sprüht die Maschine automatisch Wasser ein.

Krone präsentierte ihren Pellet-Vollernter diesen Sommer während einer Tournee durch die Schweiz.

Krone präsentierte ihren Pellet-Vollernter diesen Sommer während einer Tournee durch die Schweiz. 

(Bild: Krone)

Beträchtliche Investition

Der Premos 5000 ist eine halbindustrielle, im Vergleich zu herkömmlichen Landmaschinen etwas unkonventionelle Maschine. Er kostet rund 500 000 Euro (einschliesslich der stationären Einheit), eine beträchtliche Investition, die sich in erster Linie an Genossenschaften oder Produzentengruppierungen richtet.

Aus naheliegenden Rentabilitätsgründen «sollte der Premos mindestens zehn Monate im Jahr in Betrieb sein», erklärt Julien Claudon, Produktmanager bei Krone Frankreich. Krone hat deshalb eine Option für den stationären Arbeitseinsatz des Premos entwickelt. Bei dieser Konfiguration komplettieren ein Förderband und ein Ballenauflöser die Maschine.

Selbstfahrende Maschine

Nach zahlreichen Versuchsreihen zur Herstellung von Pellets im Feld aus Miscanthus (Chinaschilf), Stroh, Heu sowie Dinkelspelzen geht die deutsche Firma CSP mit der Produktion des Metitron 560 in Serie. Der kompakte selbstfahrende Feldhäcksler lässt sich auf dem Feld, aber auch stationär auf dem Hof einsetzen. Die Maschine basiert auf einem selbstfahrenden Claas Jaguar 960 und kostet nach Angaben des Herstellers rund 900 000 Euro. Dank einem 615 PS starken Motor erreicht der Metitron 560 eine Durchsatzleistung von bis zu sechs Tonnen / Stunde. Bei einer Gesamtlänge von 7,5 m ist die Maschine sehr wendig und kann mit einem Maisgebiss zur Herstellung von Pellets aus Miscanthus oder einem Pick-up zur Aufnahme von Stroh- oder Luzerne- Schwaden ausgerüstet werden. Die vom Metitron 560 erzeugten Pellets weisen je nach der auf der Maschine montierten Matrizenpresse einen Durchmesser von 6, 8 oder 12 mm auf.

Das von CSP entwickelte Verfahren unterscheidet sich vom Premos 5000 unter anderem durch einen vorgelagerten Arbeitsschritt, bei dem das Pflanzenmaterial zerkleinert wird, und den Einsatz einer Ringmatrizenpresse mit Doppel-Koller. «Je exakter das Ausgangmaterial der Grösse des Presskanals entspricht, desto höher ist die Pressleistung», erklärt Harald Späth, Geschäftsführer der CSP GmbH, «was den Vorteil hat, dass der Treibstoffverbrauch des Motors gesenkt wird.»

Das Vorrücken der Maschine wird automatisch durch die Pressleistung der Ringmatrizenpresse gesteuert, die direkt vom Dieselmotor des Feldhäckslers angetrieben wird. Der Pelletbunker hat eine Kapazität von ca. 3 m 3 . Wie beim Premos 5000 wird der Feuchtigkeitsgehalt des Pflanzenmaterials während des gesamten Prozesses automatisch gemessen und gegebenenfalls Wasser zugefügt.

Dank eines Ballenauflösers der eigens von CSP entwickelt wurde kann der Metitron 560 beim stationären Hofeinsatz gepresste Strohballen direkt verarbeiten. Das Modul lässt sich einfach an den mobilen Vollernter ankoppeln.

Vorteile von Pellets

Mit einer Dichte von 600 bis 700 kg / m 3 brauchen Pellets bei gleicher Materialmenge drei- bis fünfmal weniger Platz als würfelförmige Heuballen. Dadurch reduzieren sich die Lagerhaltungs- und Transportkosten erheblich, ganz abgesehen davon, dass die Umweltproblematik der Ballen-Folien bzw. deren Recycling entfällt.

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