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Landtechnik

Teleskoplader unter der Lupe

Das Marktsegment Teleskoplader mit einer Hubkraft von 4 t bei einer Hubhöhe von 7 m erlebt in Schweizer Betrieben einen regelrechten Boom. Ein leistungsstarkes Hydrauliksystem macht diese Modelle besonders effizient.

Die horizontale Reichweite erleichtert die Beladungsarbeiten. 

Die horizontale Reichweite erleichtert die Beladungsarbeiten. 

Publiziert am

Landwirt und freischaffender Journalist

 

Quer gelesen

  • Die horizontale Reichweite schwerer Teleskoplader beträgt etwa 4 m. 
  • Die hohe Hydraulikleistung ermöglicht gleichzeitig und effizient mehrere Bewegungen auszuführen. 
  • Das Lastdiagramm gibt Auskunft über die Tragfähigkeit des gesamten Hubbereichs.

Gemäss Agroscope liegt die Anschaffungsschwelle für einen Teleskoplader bei einer jährlichen Betriebszeit von 300 Stunden. Allerdings spielen noch weitere Faktoren eine Rolle, etwa ob die Maschine auf einer Baustelle oder einer Biogasanlage eingesetzt wird, diese als Ersatz eines Frontladers dienen soll oder einer spezifischen Anordnung der Betriebsgebäude genügen muss. 

Handhabung und Leistungsfähigkeit

Im Vergleich zu Front- oder Knickladern überzeugen Teleskoplader mit mittlerer bis grosser Hubkraft (> 4 t Hubkraft und Hubhöhe von ca. 7 m) durch hohe Stabilität – selbst bei grosser Arbeitshöhe – und eine grosse horizontale Reichweite. Letztere mit rund 4 m ist besonders für das Überwinden von Hindernissen und den Lastentransport hilfreich. Die Allradlenkung und der Hundegang ermöglichen den Teleskopladern eine hohe Wendigkeit. Dank ihrer günstigen Höhe und des relativ kleinen Wenderadius sind sie bestens für Arbeiten in Gebäuden geeignet. Die Maschinen bestechen dank leistungsstarker Hydraulik zudem mit einer hohen Leistungsfähigkeit, aber auch durch ihre beeindruckende Zugkraft für schwere Anhänger. Ihre Aussenmasse überschreiten aber kaum jene mittelgrosser Modelle.

Eingeschränkte Sicht und Unterhaltskosten

Dennoch gibt es gewisse Nachteile. Nebst hohen Anschaffungskosten führt das Leergewicht von etwa 8 t zu einer stärkeren Bodenverdichtung und einem relativ hohen Treibstoffverbrauch. Der Reifenverschleiss ist beträchtlich, ebenso die Wartungskosten für Hockdruck-Hydraulikkomponenten, Lastsensoren und komplexe Getriebe. Wie bei allen Teleskopladern schränkt die Position des Teleskopauslegers die Sicht nach rechts erheblich ein, was besondere Vorsicht erfordert. Kameras zum Abdecken der toten Winkel sind üblicherweise nur als Sonderausstattung erhältlich.

Der Antrieb ist entscheidend

Auf unten stehender Tabelle sind ähnlich schwere Modelle von sechs Herstellern aufgeführt, die auf dem Schweizer Markt stark vertreten sind. Andere Hersteller (z. B. Dieci, Bobcat oder Case IH/New Holland) konnten aus Platzgründen nicht berücksichtigt werden. Während Motorisierung, maximale Tragfähigkeit, Leergewicht und Abmessungen vergleichbar sind, zeigt sich der grösste Unterschied beim Antriebssystem. Das Weidemann-Modell ist mit einem einzigartigen hydrostatischen Motor mit grossem Hubraum und stufenlosem Getriebe ausgestattet, wodurch der ganze Geschwindigkeitsbereich mit einem einzigen hydrostatischen Motor abgedeckt ist.

Merlo, Kramer, Manitou und Claas verfügen über ein System mit zwei getrennten Hydraulikmotoren. Bei niedriger Fahrgeschwindigkeit laufen beide Motoren parallel und liefern maximalen Schub (z. B. beim Ausmisten). Bei steigender Geschwindigkeit schaltet sich einer der Motoren schrittweise ab, was Reibung und Erwärmung bei hoher Geschwindigkeit reduziert.

JCB seinerseits hat ein Hybridgetriebe (Dual Tech VT) entwickelt, das Hydrostatik und Mechanik kombiniert. Bei geringer Geschwindigkeit erfolgt die Fortbewegung über einen hydrostatischen Motor, der eine hohe Präzision sicherstellt. Ab 19 km/h schaltet das Getriebe automatisch auf ein mechanisches Dreigang-Powershift-Getriebe um, was eine Erwärmung des Öls begrenzt und für eine optimierte Zugkraft auf der Strasse sorgt.

Leistung, Automatisierung und Komfort

Die maximale Tragkraft gilt für alle Modelle bei eingefahrenem Teleskopausleger und nimmt bei zunehmendem Ausfahren des Teleskopauslegers ab. Die in der Kabine angegebenen Lastdiagramme geben Aufschluss zur Tragfähigkeit über den gesamten Hubbereich. Die aufgeführten Werte beziehen sich grundsätzlich auf einen Punkt, der sich 50 cm vor der Kante der Palettengabel befindet, was dem Massenschwerpunkt eines Kubikmeters entspricht. Jede dieser Maschinen ist mit einem Kippschutz ausgestattet.

Mittlere bis schwere Teleskoplader überzeugen durch eine hohe Stabilität.

Weiter sind in der Tabelle die maximale horizontale Reichweite und die Last angegeben, die in dieser Position gehoben werden kann.Bei einigen Modellen passt die elektronische Steuerung die Motordrehzahl der erforderlichen Leistung an oder reduziert die Motorendrehzahl auf der Strasse, um den Treibstoffverbrauch zu senken. Der Hydraulikdurchfluss bestimmt wiederum die Fähigkeit, mehrere Bewegungen schnell durchzuführen (z. B. gleichzeitig heben, ausfahren und entleeren).

Zur Auswahl stehen verschiedene intelligente Funktionen, die serienmässig oder optional erhältlich sind: automatische Rückstellung der Schaufel, Rüttelfunktion und 100 % vertikales Anheben. Die Endlagendämpfung ist bei allen Modellen serienmässig eingebaut, während die Armfederung meist als Option angeboten wird. Merlo bietet ausserdem optional die Seitenschiebung des Auslegers und die Nivellierung des Fahrgestells an.

Mit Blick auf den Komfort hat Merlo als einziger Hersteller optional eine Kabinenfederung im Angebot sowie die Systeme Safe-View und Safe-Step für bessere Sicht und einen leichteren Zugang zur Kabine. Manitou wiederum bietet mit seiner Easy-Step-Trittstufe einen bequemen Kabineneinstieg. Weidemann punktet dank einer tief liegenden Motorhaube mit einer besseren Sicht nach rechts, während insbesondere Modelle von Claas und JCB mit einer Panorama-Windschutzscheibe ausgestattet sind, die eine optimale Sicht auf die hochgeladene Last ermöglicht. 
Zu erwähnen ist zudem, dass unterdessen mehrere Hersteller rein elektrische Antriebe anbieten, vor allem für Kompaktmodelle mit einer Hubkraft von 2,5 t bei einer Hubhöhe von 6 m.

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