Ukraine: Soja-Aussaat bei 1,25 Millionen Hektar

Nach offiziellen Angaben des ukrainischen Landwirtschaftsministeriums ist die Aussaat von Soja in der Ukraine fast abgeschlossen. Taras Vysotskiy, erster stellvertretender Minister für Agrarpolitik und Ernährung der Ukraine, teilte mit, dass die Ukraine bereits 1,25 Millionen Hektar Soja gepflanzt hat. Das entspricht der Anbaufläche von 2021 und könnte zu einer Produktion von 2,8 Millionen Tonnen Soja führen. „Das ist eine gute Nachricht für den europäischen Sojasektor und insbesondere für Non-GM-Märkte wie Deutschland, Österreich und die Schweiz“, sagt Susanne Fromwald, Senior Advisor und internationale Projektleiterin für Protein Partnerschaften bei Donau Soja. „Sojaexporte aus der Ukraine werden auf dem Landweg abgewickelt, die meisten der relevanten Lieferketten in die EU, zum Beispiel über Polen, funktionieren weiterhin“, so Fromwald.  

Laut der Wirkungsanalyse Nachhaltigkeit der Schweizer Soja-Importe des Bundesamtes für Umwelt importiert die Schweiz rund 280 000 Tonnen Soja pro Jahr (...

Laut der Wirkungsanalyse Nachhaltigkeit der Schweizer Soja-Importe des Bundesamtes für Umwelt importiert die Schweiz rund 280 000 Tonnen Soja pro Jahr (Stand 2020).

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Insgesamt ist die Aussaat in der Ukraine fast abgeschlossen (alle Kulturen und Ölsaaten zusammen), wobei die Anbauflächen kriegsbedingt um dramatische 25 Prozent zurückgegangen sind, berichtet das ukrainische Landwirtschaftsministerium: Mais verzeichnet einen Rückgang um 16 Prozent gegenüber 2021 (4,6 Miollionen Hektaren), während Sonnenblumen mit 4,7 Millionen Hektaren fast das Niveau von 2021 halten. Trotz der dramatischen Situation mit blockierten Häfen am Schwarzen Meer und am Asowschen Meer bemühen sich die ukrainischen Landwirtinnen und Landwirte massiv um eine Steigerung der Exporte über alternative Routen. Allein im Mai haben sich die Exporte auf Straße, Schiene und Donau verdreifacht. 

Rund ein Sechstel der ukrainischen Sojamenge wird von jenen Betrieben als gentechnikfreie Sojabohnen zertifiziert werden, die an der Protein Partnerschaft von Donau Soja in der Ukraine teilnehmen. Diese 500.000 Tonnen nachhaltiges Non-GM-Soja bedeuten einen neuen Rekord bei den Protein Partnerschaften. „Seit 2021 ist die Ukraine Teil dieser besonderen Partnerschaft zwischen dem deutschen Lebensmittelhandel und ukrainischen Landwirtinnen und Landwirten”, sagt Volodymyr Pugachov, Quality Manager von Donau Soja in Kiew. „Für die Anbausaison 2022 haben wir in der Ukraine 15 Proteinpartner mit fast 90 Produzenten-Pionieren bei nachhaltiger und gentechnikfreier Sojaproduktion“, so Pugachov weiter. Das Protein Partnerschaft-Programm unterstützt unter anderem Landwirtinnen und Landwirte bei der Umstellung auf nachhaltigen Sojaanbau, finanziert Schulungen und übernimmt die Zertifizierungskosten von Betrieben und Lagerstellen.  

Die Ukraine hat seit Beginn des Krieges etwa ein Viertel ihrer landwirtschaftlichen Nutzfläche verloren, berichtet der stellvertretende Landwirtschaftsminister Vysotskiy. Trotzdem wird 2022 wohl als europäisches Soja-Rekordjahr in die Geschichte eingehen. Mit einem erwarteten Ertrag von 2,8 Miollionen Tonnen bleibt die Ukraine ein relevanter Faktor in der europäischen Sojaproduktion. Laut Donau Soja Market Report (Mai 2022) wird für heuer eine gesamte Sojaproduktion in Europa von fast 10 Miollionen Tonnen prognostiziert.

Quelle: Donau Soja

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