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Pflanzenbau

Alternative Methoden im Pflanzenschutz 2019

Die Zulassungen für Pflanzenschutzmittel werden jährlich aktualisiert. Aufmerksamkeit sollte jedoch nicht nur neuen Produkten und Wirkstoffen geschenkt werden, sondern auch vermehrt den alternativen Methoden, wie Untersaaten oder mechanische Unkrautbekämpfung.

Die mechanische Unkrautbekämpfung in Rüben gewinnt an Bedeutung.

Die mechanische Unkrautbekämpfung in Rüben gewinnt an Bedeutung.

(Daniel Strahm)

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fenaco Pflanzenschutz

Für das Jahr 2019 gibt es neben neuen Pflanzenschutzmitteln auch zunehmend alternative Möglichkeiten, um die Kulturen zu schützen. Es ist zu erwarten, dass Untersaaten zur Unkrautunterdrückung und die mechanische Unkrautbekämpfung an Bedeutung gewinnen. Alternative Produkte werden helfen, die Menge der Wirkstoffe mit besonderem Risikopotenzial zu reduzieren. Neue Auflagen senken die Risiken der Pflanzenschutzmitteleinträge in die Oberflächengewässer.

Alternativen zu Herbiziden

Mit modernster Technik ausgerüstete Hackgeräte erlauben es in frühen Stadien der gesäten Kulturen mit der Arbeit zu beginnen. Spezialisierte Lohnunternehmen bieten schon heute erfolgreich die herbizidfreie Unkrautbekämpfung an.

Untersaaten unterdrücken Unkraut während der Jugendphase und können auch zusätzlich Stickstoff binden und an die Kultur abgeben. Das Angebot der Saatgutlieferanten an Untersaatmischungen für 2019 wurde kulturenspezifischer und breiter (siehe Kasten). Die guten Erfahrungen müssen weiter ausgebaut werden, um die Empfehlungen auf Parzellenebene genau zu definieren.

Neue Alternativen zu Fungiziden oder Insektiziden

Produkte auf der Basis von Bakterien (Bacillus subtilis) wie das neue Produkt von Bayer, Serenade ASO, haben eine direkte Wirkung auf verschiedene Krankheiten wie Botrytis, Sclerotinia, Alternaria oder Echten Mehltau. Eine ganze Reihe von Produkten stimuliert die natürlichen Abwehrkräfte der Pflanzen. Bei guter Kulturführung und geringem Krankheitsdruck sind solche Produkte geeignet, um die Menge der Fungizide zu reduzieren. Beispiele solcher Produkte sind Auralis / Fytosafe, TraiNer und Blackjak.

Das Insektizid Blinker basiert auf Calziumcarbonat. Das Mittel ist gegen Birnblattsauger zugelassen. Der Spritzbelag hindert die Schädlinge an der Saugtätigkeit.

Herausforderungen im Rübenbau

Der Wegfall der neonicotinoiden Beizmittel hebt den Schutz der Rübenkeimlinge in der Auflaufphase gegen Schädlinge auf. Die konsequente Kontrolle auf Schädlingsbefall wird noch wichtiger. Falls die Schadschwelle erreicht wird, muss sofort interveniert werden.

Mit dem Herbizid Conviso One bietet sich im Rübenbau eine Alternative zu den üblichen Herbiziden an. Das Produkt hat unter anderem Vorteile bei der Bekämpfung von triazinresistenten Unkräutern. Sehr wichtig ist, dass das Produkt nur auf der sulfonylharnstoffresistenten Zuckerrübensorte Smart Belamia angewendet wird. Falls weitere Sulfonylharnstoffe in der Fruchtfolge eingesetzte werden, muss der Durchwuchs dieser Sorte unbedingt vermieden werden. Ebenfalls zur Unkrautbekämpfung im Rübenbau wurde Tanaris, mit dem für die Schweiz neuen Wirkstoff Quinmerac zugelassen. Von diesem Produkt ist zu erwarten, dass es bei rechtzeitigem Einsatz eine Verbesserung der Wirkung auf Problemunkräuter bringt. Cercospora Blattflecken müssen früh, nämlich beim Auftreten erster Flecken behandelt werden. Bereits im letzten Sommer wurde Funguran flow (Kupferhydroxyd) zur Kombination mit den üblichen Fungiziden zugelassen.

Die wichtigsten Untersaatenmischungen von UFA Samen

  • Mais UFA Maislegu UFA Maisfix 
  • Getreide UFA Ceralegu UFA Cerafix 
  • Sonnenblumen UFA Solegu UFA Sofix 
  • Raps UFA Colzafix 
  • Spargeln UFA Spargelfix

Weitere Informationen sind in den Katalogen der Saatgutlieferanten zu finden.

Weitere neue Herbizide

In der EU steht der Rückzug von Diquat an. Auch in der Schweiz wird dieser Wirkstoff voraussichtlich in den nächsten Jahren verschwinden. Somit wird ein wichtiger Wirkstoff zur Krautvernichtung in Kartoffeln fehlen. Das neue Produkt Natrel auf der Basis von Pelargonsäure wird eine Alternative dazu sein. Natrel ist auch im Obst- und Weinbau zur Unkrautbekämpfung zugelassen.

Der Wirkstoff Metobromuron ist nach einem längeren Unterbruch wieder für den Einsatz gegen Unkräuter im gesäten Nüsslisalat erlaubt. Angeboten werden die identischen Produkte Proman und Soleto, die beide auch in Kartoffeln zugelassen sind.

Für den Rapsanbau im kommenden Herbst steht neu das Herbizid Nimbus Gold zur Verfügung. Wie das Produkt Tanaris enthält auch Nimbus Gold den Wirkstoff Dimethenamid. Mit drei enthaltenen Wirkstoffen ist ein breites Wirkungsspektrum zu erwarten und es dient zusätzlich der Vorbeugung von Resistenzen.

Für den Getreidebau steht mit Herold Flex ein weiteres Produkt mit dem Wirkstoff Metribuzin zur Verfügung. Metribuzin verbessert die Wirkung gegen resistente Ungräser aber auch gegen breitblättrige Unkräuter.

Neue Fungizide

Für den Getreidebau steht neu das Produkt Elatus Era mit dem neuen Wirkstoff Benzovindiflupyr (auch unter dem Namen Solatenol bekannt) aus der Gruppe der SDHI zur Verfügung. Mit Librax wird eine neue Wirkstoffkombination angeboten. Mit neuen Wirkstoffen und Kombinationen kann dem steigenden Resistenzdruck entgegengewirkt werden.

Orvego enthält neben Dimethomorph den neuen Wirkstoff Amectotradin. Es sind beides teilsystemische Wirkstoffe. Das Produkt ist in Kartoffeln gegen Kraut- und Knollenfäule, im Weinbau und in verschiedenen Gemüsekulturen gegen Falschen Mehltau zugelassen.

Dagonis ist eine neue Kombination mit dem SDHI Fluxapyroxad und dem Triazol Difenoconazol. Zugelassen ist das Produkt gegen Echten Mehltau, Alternaria und Sclerotinia in Kartoffeln, Erdbeeren und verschiedenen Gemüsearten. 

Zielsortiment für Pflanzenbehandlungsmittel

LANDI Zielsortimente sind für den biologischen Landbau, Acker- und Futterbau, Obstbau, Weinbau, Gemüsebau und den Beerenbau erhältlich. In der Ausgabe 2019 sind die Auflagen zum Schutz der Oberflächengewässer wegen Abschwemmung in einer separaten Spalte aufgeführt. Zudem sind Produkte, die Wirkstoffe aus der Liste mit besonderem Risikopotenzial (Anhang zum Aktionsplan Pflanzenschutz) enthalten, in der Spalte Zulassung im ÖLN mit einem Ring gekennzeichnet (nicht in den Ausgaben Biolandbau und Gemüsebau). Diese Informationen sollen dazu beitragen, dass sich der Anwender vor dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln informieren kann, um die Anwendung zu optimieren und damit die Risiken für sich und die Umwelt möglichst tief zu halten. Die Zielsortimente sind in der LANDI erhältlich.

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