Landtechnik

Saatbettbereitung bedingt Kompromisse

Für die Bodenbearbeitung und die Saatbettbereitung kommt mit oder ohne Antrieb eine Vielzahl von Geräten und Maschinen mit Zinken oder Scheiben sowie Zinken-Scheiben-Kombinationen zum Einsatz. Unterschiedliche Böden, aber auch wirtschaftliche Gründe sind ausschlaggebend bei der Wahl der am besten geeigneten Maschinen.

Kreiselegge

Bodenbearbeitung mit der Kreiselegge kann ein sehr feines Saatbett ergeben. 

(Bild: Lemken)

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Redaktor, UFA-Revue

Bei der Bodenbearbeitung sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Vorerst sind die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, damit das Wachstum der Kultur gewährleistet ist und die Bedingungen optimal bleiben. Jeder Durchgang mit der Maschine sorgt für Veränderungen in der Bodenstruktur, die eigentlich beibehalten werden muss, damit die Bodenfruchtbarkeit langfristig sichergestellt ist. Minimale und oberflächige Bodenbearbeitungsverfahren schonen den Boden, erhalten die Bodenstruktur, unterstützen die biologische Aktivität und tragen zur Aufrechterhaltung des Humusgehalts im Boden bei.

Vielfach bestimmen Bodentyp, Fruchtfolge und Betriebsstruktur die Wahl der eingesetzten Maschinen. Eine beschränkte oder minimierte Pflugnutzung ist Teil eines langfristigen Prozesses. Das gleiche Ziel wird auch mit der flachen Stoppelbearbeitung, vereinfachten Anbauverfahren und Saatbettvorbereitungen an der Oberfläche verfolgt. Am häufigsten werden gegenwärtig Scheiben- und Kreiseleggen (Säkombinationen) für die Bodenbereitung eingesetzt.

Bodenaufbereitung

Bei der Saatbettbereitung steht die Förderung eines guten Bodenkontakts mit dem Saatgut im Vordergrund. Dies bedingt ein feinkrümeliges Saatbett für das Saatgut, das zur Keimung auf genügend Feuchtigkeit angewiesen ist, die durch die Bodenkapillaren in den tieferliegenden Erdschichten aufsteigt. Idealerweise verbleiben die Erntereste auf der Bodenoberfläche, wo sie sich zersetzen und zu Humus aufgebaut werden. Stroh kann diesen Prozess behindern, da es sich vor allem bei zu grossen Mengen nur langsam zersetzt. Als Folge wird die Bodenaufbereitung aufwändiger.

Kreiseleggen

Im Rahmen der «traditionellen» Bodenbearbeitung hat die Kreiselegge für viele Betriebe einen hohen Stellenwert. Die Maschine ist vielseitig und kann in zahlreichen Bereichen eingesetzt werden. Der Antrieb mit Zapfwelle erfordert eine hohe Leistung und verbraucht dementsprechend viel Energie. Werden zwei Überfahrten durchgeführt, besteht die Gefahr, dass ein zu feinkrümeliges Saatbett entsteht. Bei zu Verschlämmung neigenden Böden kann dies einen gleichmässigen Auflauf behindern. «Kreiseleggen verfügen über verschiedene Geschwindigkeiten der Rotordrehzahl, die einfach einzustellen sind. Leider wird im Praxiseinsatz zu selten von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht», hält Jean-Daniel Etter, technischer Berater und Spezialist für Bodenbearbeitung bei Prometerre, fest. Kombiniert mit einer Sämaschine kann die Kreiselegge bei fast jedem Boden eingesetzt werden. Um die an den verschiedenen Bodentypen angepassten Zinken zu finden, müssen jedoch gewisse Zugeständnisse gemacht werden.

Scheibeneggen
Scheibenegge

Bei grossen Mengen an Ernterückständen ist die Scheibenegge geeignet.

(Bild: Pöttinger)

Für die Boden- und Saatbettbereitung mit einer Scheibenegge ist eine genaue Kontrolle der Bearbeitungstiefe unabdingbar. Dieser Maschinentyp ohne Zapfwellenantrieb sorgt für eine bessere Durchmischung des Bodens. «Die Scheibenegge ist perfekt geeignet für eine minimale Bodenbearbeitung oder konservierende Anbausysteme. Trotz geringer Tiefe kann sich eine Pflugsohle bilden, weshalb es sich empfiehlt, den Boden im Wechsel auch mit einer Maschine zu bearbeiten, die mit starren Zinken bestückt ist. Diese Maschine ist weniger vielseitig als die Kreiselegge», ergänzt Jean-Daniel Etter. Eine Scheibenegge erfordert weniger Zugkraft und hat eine höhere Fahrgeschwindigkeit, was zu einem geringeren Treibstoffverbrauch führt. Das Verstopfungsrisiko bei grossen Mengen an Ernterückständen ist mit Scheiben ebenfalls erheblich geringer.

Auswirkungen der Bodenbearbeitung

Eine Untersuchung, die im Laufe von drei Jahren vom Institut Club Sols Vivants in Québec realisiert wurde, analysiert die Wirkung von fünf verschiedenen Methoden der Bodenaufbereitung. Es sind dies: Pflug, Stoppelbearbeitung mit Aussaat im zweiten Durchgang, Offset Egge und Kreiselegge, Offset Egge und Scheibenegge sowie die Direktsaat. Aus dem Untersuchungsbericht geht hervor, dass bei diesen Methoden mit Blick auf die Bodenstabilität von schweren Böden keine nennenswerten Unterschiede festgestellt werden können. Bei lockeren Böden wirkt sich das Pflügen negativ auf die Bodenstabilität aus. Das Versickern des Wassers ist ein wichtiger Hinweis für die Evaluierung des Abflussrisikos. Das Verfahren mit der Scheibenegge zeigte eine bessere Versickerung als dasjenige mit Kreiselegge. Bei der Messung der Bodendichte weist kein Verfahren darauf hin, den Boden so stark zu verdichten, dass ein optimales Wurzelwachstum der Pflanzen beeinträchtigt wäre. Was das Problem der Steine an der Bodenoberfläche betrifft, so scheint sich das Pflugverfahren am wenigsten zu eignen. Bei der Direktsaat kommt die geringste Anzahl Steine zum Vorschein. Die Ergebnisse der Methoden mit Kreiseloder Scheibenegge können als durchschnittlich bezeichnet werden.

Maschinen

Die Hersteller von Maschinen für die Bodenbearbeitung bieten verschiedene Lösungen an. Eine Säkombination mit einer Kreisel- oder Scheibenegge, kann eine Überfahrt einsparen. Für die Saatbettbereitung bei eher schwerem Boden liefert die Kreiselegge gute Ergebnisse, vorausgesetzt, der Boden ist nicht zu stark mit Steinen durchsetzt. Bei lockereren Bodenstrukturen oder bei Böden mit mehr Steinen an der Oberfläche sollten Scheibensysteme eingesetzt werden. Allerding muss die Keimung von Neusaaten berücksichtigt werden, die auf einen guten Bodenschluss angewiesen ist und dementsprechend eine effiziente Rückverfestigung benötigt. Und nicht zu vergessen, wichtigste Voraussetzung für eine schonende Bodenbearbeitung ist eine optimale Feuchtigkeit der Erde. 

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