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Landtechnik

Für den Stromausfall gut gerüstet

Ein Stromausfall kann auf einem Landwirtschaftsbetrieb schwerwiegende Folgen haben. Um kritische Situationen zu vermeiden, bietet ein Zapfwellengenerator am Traktor eine praktikable Notlösung.

Ein Generator sollte im Aussenbereich in der Nähe der Stromversorgungstafel aufgestellt werden.

Ein Generator sollte im Aussenbereich in der Nähe der Stromversorgungstafel aufgestellt werden.

Publiziert am

Redaktor, UFA-Revue

 

Angefangen bei der Melkanlage über elektrisches Stallmanagement bis zur Heubelüftung im Sommer zeigt sich, dass ein Landwirtschaftsbetrieb mehr denn je auf Strom angewiesen ist. Somit kann eine fehlende Stromversorgung den Betrieb teilweise stundenlang lahmlegen. «Wir haben regelmässig Stromausfälle, oft nach einem heftigen Gewitter oder Unwetter», berichtet Logan Jeanmonod, der gemeinsam mit seinem Vater Michel einen Betrieb in Grandevent (VD) bewirtschaftet. Für sie als milchproduzierende Landwirte und Biogasbetreiber bietet ein Zapfwellengenerator des Traktors eine zuverlässige Lösung, um bei einem allfälligen Stromunterbruch die Arbeit auf dem Betrieb trotzdem weiterführen zu können.

Quer gelesen

  • Ein Zapfwellengenerator ist in erster Linie ein Notstromgerät. 
  • Die Leistung des Zapfwellengenerators muss den betrieblichen Anforderungen angepasst sein. 
  • Die Wartung ist für den reibungslosen Betrieb des Generators unerlässlich.

Ein realer Bedarf in den Betrieben

Ein einziger Stromausfall pro Jahr reicht aus, um die Notwendigkeit eines Notfallsystems zu veranschaulichen: Ohne Strom gibt es für die Kühe kein Futter mehr aus den Kraftfutterautomaten, der Heukran steht still, Melken ist nicht mehr möglich und die Rührwerke einer Biogasanlage werden automatisch ausgeschaltet. Mit einem Zapfwellengenerator werden derartige Situationen verhindert. «Auf einem Betrieb steht fast immer ein Traktor zur Verfügung oder kann rasch organisiert werden», führt Logan Jeanmonod aus. Im Vergleich zu einem Generator mit Verbrennungsmotor sind die Anschaffungskosten geringer. Weiter spricht für einen Zapfwellengenerator dessen Mobilität, wodurch die Anlagen auf dem Betrieb oder gelegentlich auch weiter entfernte und nicht angeschlossene Geräte mit Strom versorgt werden können.

 
Ein geeignetes Gerät wählen

Der Generator muss den effektiven Strombedarf des Betriebs decken: für das Melken, die Beleuchtung, die Belüftung, den Futterroboter, den Entmistungsroboter und weitere strombetriebene Geräte. Zum Berechnen der Generatorleistung wird empfohlen, die Gesamtleistung aller strombetriebener Geräte zu addieren und einen Puffer von 20 – 30% hinzuzufügen. Zudem ist auch der Anlaufstrom gewisser Motoren zu berücksichtigen, der ihre Nennleistung verdreifachen kann.

Weiter muss auch die Traktorleistung für den Betrieb des Generators ausreichen. Im Durchschnitt sind rund zwei PS pro erzeugte kVA erforderlich. Somit benötigt ein 45-kVA-Generator einen Traktor mit 100 PS oder mehr.

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Beim Anschliessen des Generators muss die Schalttafel entsprechend umgeschaltet werden. 

«Das Melken, die Viehfütterung und die Belüftung der Trocknungsanlage im Sommer müssen auf unserem Betrieb bei einem längeren Stromunterbruch absolut gewährleistet sein», betont Logan Jeanmonod. Für die Stromversorgung empfindlicher Maschinenanlagen wie Melkanlagen und Steuerungsautomation ist eine automatische Spannungsregelung (AVR) unerlässlich. Damit wird eine stabile Stromversorgung ermöglicht, die einen einwandfreien und schadlosen Betrieb von Geräten und Elektronik gewährleistet. «Weiter steigt auch die Zuverlässigkeit, wenn ein Generator einer bekannten Marke gewählt wird», so Jeanmonod. Für den Aussenbereich wird ein robustes, den Schweizer Normen entsprechendes Grundgestell empfohlen.

Unser Tipp

Ein Zapfwellengenerator muss auf den Strombedarf des Betriebs abgestimmt sein

  • Die Leistung des Generators (kVA) muss der von den Geräten benötigten Leistung entsprechen. 
  • Der Traktor muss im Durchschnitt pro erzeugte kVA mindestens zwei PS liefern. 
  • Ein automatischer Spannungsregler ist unabdingbar, um eine konstante Spannung sicherzustellen. 
  • Die Installation und Inbetriebnahme des Generators müssen sachgemäss erfolgen. 
  • Eine regelmässige Wartung und Überprüfung des Generators gewährleisten seine Funktionsfähigkeit im Einsatzfall.

Inbetriebnahme und Sicherheit

Eine Notstromanlage muss unbedingt mit einem Netzumschalter betrieben werden. Dieser verhindert, dass der Strom in die Stromleitungen zurückfliesst, wenn ein Generator zur Stromversorgung der Schalttafel genutzt wird. Zudem ist dies ein wichtiger Punkt bei amtlichen Kontrollen. «Beim Installieren des Generators muss ich auch den Stromzufluss aus dem Netz ausschalten», erklärt Logan Jeanmonod.

Ein weiterer Sicherheitsaspekt ist die Platzierung des Traktors, der standsicher und im Freien oder in einem gut belüfteten Innenraum stehen muss. «Der Start muss bei der Grunddrehzahl erfolgen und anschliessend schrittweise bis zum Erreichen der notwendigen Drehzahl angepasst werden. Die Hofeinrichtungen sind ebenfalls stufenweise hochzufahren, um Spitzenlasten zu vermeiden», erläutert Logan Jeanmonod.

«Auf unserem Betrieb hat das Melken höchste Priorität.»

Logan Jeanmonod, Landwirt

Betriebsspiegel

Milchviehbetrieb der Familie Jeanmonod in Gandevent (VD)

LN: 39 ha Wiesen und Weiden 
Tierbestand: 60 Milchkühe, Jungvieh in Aufzuchtvertrag auf einem benachbarten Betrieb
Zone: Bergzone I, Herstellung von Gruyère AOP
Betriebszweige: Milchwirtschaft und Biogasanlage 
Arbeitskräfte: Familie

Obschon die Wartung eines Notstromaggregats nur mit einem geringen Aufwand verbunden ist, muss diese regelmässig erfolgen. Zusätzlich empfiehlt sich eine jährliche Kontrolle durch einen Fachmann, damit ein tadelloser Zustand des Geräts sichergestellt und bei einem Stromausfall einsatzbereit ist. Angesichts klimatischer Unwägbarkeiten, zunehmend empfindlicherer elektronischer Anlagen und nicht vorhersehbarer Stromausfälle ist der Zapfwellengenerator eine strategisch günstige Ausstattung. Richtig bemessen, installiert und gewartet sorgt er auf einem landwirtschaftlichen Betrieb bei den wichtigsten Abläufen für Kontinuität. 

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