Landtechnik

Zeitgewinn und optimale Fütterung

Der Fütterungsroboter erleichtert die tägliche Arbeit mit den Tieren. Er spart Arbeitskraft und kann die Produktivität steigern. Eine Überwachung der Maschine und der Futtermittel ist jedoch weiterhin notwendig. Die verschiedenen Siloentnahmegeräte unterscheiden sich durch das Entnahmesystem an der Stirnseite des Flachsilos.

Der Roboter verteilt mehrmals täglich eine speziell auf die jeweilige Tiergruppe abgestimmte Ration.

Der Roboter verteilt mehrmals täglich eine speziell auf die jeweilige Tiergruppe abgestimmte Ration.

(Trioliet)

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Redaktor, UFA-Revue

Der Einsatz von Robotern erlaubt es, die manuelle Arbeit durch Maschinen zu ersetzen, die für bestimmte Aufgaben programmiert sind. Autonome Roboter kommen meist dort zur Anwendung, wo es anstrengende, wiederkehrende und zeitraubende Arbeiten zu ersetzen gilt. Die tägliche Fütterung der Tiere ist ein konkretes Beispiel einer Tätigkeit, die heute maschinell bewältigt werden kann.

Bei der Inbetriebnahme müssen alle Aufgaben des Fütterungsroboters – vom Aufladen des Futters bis hin zur Verteilung der Ration an die einzelnen Tiere oder Tiergruppen – genau einprogrammiert werden. Anschliessend kann er die Arbeit selbständig verrichten. Aus technischer Sicht ist die Gewährleistung der Qualität der Ration bei der Bewirtschaftung der Futtermittelkette von entscheidender Bedeutung. «Bei einem Mischund Dosier-Roboter ist ein ausgewogenes Protein-Energieverhältnis der Schlüssel zu einer erfolgreichen Fütterung und damit zu einer hohen Milch- und Fleischproduktion. Der grosse Vorteil des Fütterungsroboters besteht darin, dass er mehrmals täglich eine frische Mischration vorlegt. Der Verzehr mehrerer, über den ganzen Tag verteilter Mahlzeiten fördert die Futteraufnahme und die Panseneffizienz bei Wiederkäuern», erklärt Michel Dromard, Bereichsleiter Rindvieh-Fütterung beim UFA-Beratungsdienst für die Westschweiz.

Vorteile des Roboters

Die Hersteller von Fütterungsrobotern betonen die Zeit- und Arbeitsersparnis und die Qualität der Ration. Die Befüllung erfolgt selbständig mittels eines Greifers, der die Maschine mit den gewünschten Futterkomponenten aus der Futterküche beschickt. Wie bei herkömmlichen Dosierern ist das Mischen wichtig, um eine dem Bedarf der Wiederkäuer entsprechende Futterstruktur zu gewährleisten. Die neuen Modelle verfügen häufig auch über einen Magneten, dank dem etwaige im Futter enthaltene Fremdkörper vor der Verteilung ausgesondert werden. Der Landwirt wiederum hat durch die Bereitstellung hochwertiger Zutaten für den Nachschub in der Futterküche zu sorgen. «Roboter sind besonders gut für silagehaltige Rationen geeignet, aber die Silage sollte sich in der Küche nicht erwärmen. Das mehrmalige Füttern am Tag sorgt dafür, dass die Tiere eine ausgewogene Ration erhalten und verhindert die Futterselektion», präzisiert Michel Dromard.

Nachteile des Roboters

Die automatische Anlage, bestehend aus einem Misch- und Dosierroboter, einer Futterküche und der Roboterbefüllvorrichtung, hat einen deutlichen Anstieg der Fütterungskosten zur Folge, laut Michel Dromard. Obschon der Fütterungsroboter unabhängig arbeitet, müssen die Tiere weiterhin überwacht werden. Gleiches gilt für die Qualität des Futters: In der Küche wie im Silo ist es wichtig, eine Erwärmung der Silage zu vermeiden. «Bei einem Flachsilo, wo das Futter nur alle zwei bis drei Tage entnommen wird, ist es besonders wichtig, eine glatte Anschnittfläche zu hinterlassen und dass die entnommene Silage kompakt bleibt», präzisiert der Fütterungsspezialist. Die Mischration muss zudem eine gute Struktur aufweisen. Die Arbeit des Mischers muss ebenso überwacht werden wie die eigentliche Verteilung. Ist die Maschine nicht in der Lage, Fremdkörper auszusortieren, ist die Überwachung durch den Menschen nach wir vor unverzichtbar.

Siloentnahmegeräte
Ein Siloblockschneider hinterlässt eine glatte Anschnittfläche im Flachsilo.

Ein Siloblockschneider hinterlässt eine glatte Anschnittfläche im Flachsilo. 

(Trioliet)

Für die Entnahme der Silage aus dem Flachsilo bieten die Hersteller verschiedene Maschinentypen an, die sich in der Art und Weise, wie das Futter entnommen wird, unterscheiden. Der über den Trak-tor-Dreipunkt-Anbau angekuppelte Siloblockschneider verfügt über eine Gabel, die horizontal in den Silostapel eindringt. Eine Portion Silage wird dann vertikal abgeschnitten ohne diese aufzulockern. Diese Art der Entnahme hat den grossen Vorteil, dass sie eine glatte Anschnittfläche gewährleistet, was das Schimmel- und Erwärmungsrisiko vermindert.

Der Silogreifer (bzw. die Silozange) besteht aus einem beweglichen Arm am Heck der Maschine, der an seinem Ende mit einem Vertikalgreifer ausgestattet ist. Dieser Greifer drückt die Silage über Zylinder in einen Transportbehälter. Die Beladung erfolgt schnell, aber die Anschnittfläche ist weniger glatt und schimmelanfälliger.

Das Silagentnahmegerät mit rotierendem Schneidwerk besteht aus einem am Traktor befestigten Behälter und einem Rotor, der dank zwei Zylindern auf- und abwärts bewegt werden kann. Wie beim Siloblockschneider hinterlässt das System am Silo eine feste und glatte Anschnittfläche. «Der Blockschneider ist das von den Landwirten am meisten nachgefragte System, in Verbindung mit Fütterungsrobotern», erklärt Thomas Minder, Produktmanager der Marke Trioliet bei Serco Landtechnik.

Ein Greifer entnimmt das Futter in der Küche, um die Ration im Roboter zuzubereiten.

Ein Greifer entnimmt das Futter in der Küche, um die Ration im Roboter zuzubereiten.

(Jean-Pierre Burri)

Die Mechanisierung erleichtert die Arbeit in der Tierproduktion, insbesondere bei der Fütterung, und kann durch Futter von gleichbleibender Qualität die Nahrungsaufnahme erhöhen, laut UFA-Fütterungsspezialist. Der Fütterungsroboter ermöglicht es auch, den ganzen Tag über allen Tiergruppen eine frische Mischration bereitzustellen. Dies trägt zur Vermeidung der Futterselektion bei und fördert damit die Tiergesundheit. Der Einsatz eines Fütterungsroboters in der Tierproduktion kann das Verhältnis zwischen der aufgenommenen Futtermenge und der Produktion von Milch oder Fleisch verbessern (Fütterungseffizienz in g TS/kg Milch). In den UFA-Fütterungsplänen wird dieses Verhältnis als Milchumwandlungsindex (Indice de conversion laitier, ICL) oder Fleischumwandlungsindex (Indice de conversion viande, ICV) bezeichnet. 

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