Staubbekämpfung in der Landwirtschaft

Landwirtschaft ist oft eine sehr staubige Angelegenheit, was Mensch und Technik gleichermassen fordert. Gleichzeitig sind von einer sinkenden Anzahl an Arbeitskräften immer kürzer werdende Ernteperioden mit deutlich grösseren Erntemengen zu bewältigen. 

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Um die gestiegenen Anforderungen an Biosicherheit, Produkt- und Arbeitsplatzsicherheit zu erfüllen, bedarf es eines sehr guten Hygienemanagements und der richtigen Reinigungslösungen. Bei Mitarbeitern sorgt ein staubfreier Arbeitsplatz für höhere Motivation und weniger Krankheitstage, bei Maschinen wird Schäden vorgebeugt. Zudem wird pflanzlichen und tierischen Schädlingen das Leben deutlich erschwert oder unmöglich gemacht.  Die goldene Regel lautet: Staub nicht entstehen lassen und den unvermeidlichen Schmutz so früh und umfassend wie möglich aus der Prozesskette entfernen.

Es braucht mehr als einen Besen: Staub im Nachernteprozess bei Feldgemüse.

Wer Kartoffeln und Zwiebeln erntet weiss, wie viele Tonnen an Ackerboden auf den Betrieb gelangen und dort beim Sortieren, Umlagern, Absacken und Verpacken zu Staub vermahlen werden. Auch der betriebliche Fahrzeugverkehr trägt seinen Teil dazu bei, die feinen Partikel zu verbreiten. Zwar lässt sich der Staub mit einem Besen teilweise beseitigen, doch vor allem wird er aufgewirbelt – und wandert auf Maschinen, Arbeitstische und Regale, auf höher gelegene Balken und in den Dachstuhl. Je mehr sich Staub nach oben verlagert, desto eher wird er zur Gefahrenquelle. Unter Einwirkung von Luftfeuchtigkeit können an nicht einsehbaren Stellen Schimmel und Mykotoxine entstehen, oder Schädlinge nisten sich ein. Dieser Problematik lässt sich nur entgegenwirken, indem man hygienische Anforderungen im Blick hat und die passende Reinigungstechnik einsetzt.

Wird täglich mit Staubsaugern und/oder Kehr-/Kehrsaugmaschinen gearbeitet, lassen sich die Partikel gut einsammeln und wieder dahin zurück bringen, wo sie hingehören – auf den Acker. Verfügen Nass-/ Trockensauger über eine automatische Filterabreinigung, kann man selbst grosse Staubmengen unterbrechungsfrei und effektiv beseitigen. Darüber hinaus lassen sich mit den multifunktionalen Geräten Flüssigkeiten einsaugen und Schlepperkabinen, Lagersilos, Regale, Balken sowie viele andere Gegenstände problemlos vom Staub befreien.

Staub in der Getreideerzeugung: Die Minimierung zählt.

Staub im Getreideanbau ist unvermeidbar, seine Beseitigung von der Ernte über den Transport und die Lagerung bis hin zur Lieferung an die Mühle eine Herausforderung. Doch nur die konsequente Entfernung der feinen Partikel über alle Produktionsschritte hinweg hilft dabei, die Gesundheit der Mitarbeiter, vor allem mit Blick auf Lungenerkrankungen, zu schützen, die Qualität des Ernteguts während der kompletten Lagerperiode zu erhalten und Gebäude sowie Maschinen zu schonen. Die Reparatur eines Mähdreschers ist oft deutlich kostenintensiver als die Investition in Reinigungstechnik, die staubbedingte Beschädigungen verhindern kann. Doch welche Lösungen sind zu empfehlen?

Die häufig eingesetzten Kompressoren befreien Oberflächen zwar vom Staub, verteilen ihn aber gleichzeitig in der Umgebung und sorgen beim Anwender für eine sehr hohe Belastung. Mit einem Nass-/ Trockensauger werden die Partikel wirksam entfernt und nicht weiterverbreitet, so dass beispielsweise die wesentlichen Bestandteile eines Mähdreschers gut gereinigt werden können. Bei Teilen wie dem Schneidwerk, die nicht trocken gehalten werden müssen, lässt sich ein Hochdruckreiniger verwenden. 

Die gründliche Reinigung von Lagerstätten und Silos vor der Einlagerung verhindert Verschleppungen von Schädlingen von der alten auf die neue Ernte. Zudem lassen sich Nester mit Durchwuchs oder Schimmel entfernen. So entsteht die nötige Voraussetzung dafür, Getreide für ein Jahr oder länger einlagern zu können. Ein geeigneter Staubsauger mit Verlängerungsschlauch stellt sicher, dass der Staub nicht aufgewirbelt, sondern von Wänden und anderen Flächen aufgenommen wird. Die Böden lassen sich effizient mit Kehrmaschinen oder einem grossen Sauger mit Fahrbahndüse reinigen.

Leistungsfähige Geräte unterstützen auch dabei, den Staub zu beseitigen, der beim Einlagern des Getreides über eine Gosse aufgewirbelt wird. Je nach Standort müssen stationäre Absauganlagen installiert sein, deren Parameter sich aus den jeweiligen länderspezifischen Vorgaben ableiten lassen. Ist keine Absauganlage im Einsatz, sollten die komplette Fördertechnik, alle Transportwege sowie die im Lager eingesetzten Maschinen regelmässig abgesaugt werden, um vor allem die Belastung für die Mitarbeiter deutlich zu senken. Darüber hinaus hat die regelmässige Reinigung den Vorteil, dass in der Fördertechnik verbliebene Getreidereste entfernt werden, bevor sie austreiben oder sich Schimmel verbreitet.

Blick in die Futtermittel-Aufbereitung: Jedes Detail ist wichtig.

Mit der Reduktion von Medikationen, insbesondere von Antibiotika, ist hygienisch einwandfreies Futter mehr denn je wesentliche Grundlage erfolgreicher Tierhaltung. Kommen Getreide und andere Komponenten wie Eiweissträger oder Mineralfutter aus dem Lager, müssen während der Aufbereitung alle Kontaminationsquellen ausgeschaltet werden. Nur wer gründlich arbeitet, kann eine Gefährdung der Tiergesundheit durch Schadnager, andere Schädlinge sowie Schimmel und Mykotoxine verhindern. Staub und Verunreinigungen sind also nicht nur in den Silos, sondern auch an der Schrotmühle und am Futtermischer regelmässig zu entfernen. Nass-/Trockensauger sowie Kehr- oder Kehr-Saugmaschinen sind für diese Arbeiten sehr gut geeignet.

Besonderes Augenmerk gilt den Aussensilos, deren Inhalt täglichen Temperaturschwankungen und damit der Bildung von Kondenswasser ausgesetzt ist. Eine Kontrolle vor jeder Befüllung und mindestens eine jährliche Grundreinigung mit Hochdruckreiniger und Heisswasser sollte Standard sein.

Es zeigt sich: Wird Hygiene konsequent ernstgenommen, ergeben sich daraus für den Betriebsleiter nur Vorteile: Gesunde Mitarbeiter arbeiten motiviert, gesunde Tiere erreichen hohe Tierleistungen, die Kosten für den Tierarzt reduzieren sich – und der Ruf des Betriebs ist einwandfrei.

Staubklassen und die passende Filterleistung kenne

- L (leichtgefährlich): Der AGW (Arbeitsplatzgrenzwert) gemäss DIN EN 60335-2-69 ist grösser als 1 mg/m3. Besondere Anforderungen an die Filterung/Entsorgung bestehen nicht.

- M (mittelgefährlich): Der AGW liegt zwischen 0,1 und 1 mg/m3. Die Filterleistung weist eine Durchlässigkeit von unter 0,1 % auf.  

- H (hochgefährlich): Bei einem AGW unter 0,1 mg/m3 ist eine Durchlässigkeit des Filters von unter 0,005 % gefordert. Die Entsorgung der anfallenden Stäube muss absolut verlustfrei erfolgen.   

Quelle: Kärcher  

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