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Nutztiere

Effizienz in der Milchviehfütterung

In der Bio-Milchviehhaltung haben die Tiergesundheit und Tierfreundlichkeit einen besonders hohen Stellenwert. Die beiden positiven Eigenschaften einer Herde basieren auf mehreren Faktoren. Entscheidend ist die Ausgleichsfütterung.

Langlebige Kühe sind ein Resultat einer ausgewogenen Fütterung.

Langlebige Kühe sind ein Resultat einer ausgewogenen Fütterung.

(Bild: Matthias Roggli)

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Aktualisiert am

UFA-Beratungsdienst

Dürrfutter, Grassilage, Maissilage und alle anderen Grundfutter weisen – mit Blick auf den Bedarf der Wiederkäuer – unausgeglichene Gehalte an Energie und Protein aus. Unausgeglichen sind auch die Fermentationsanteile und -geschwindigkeiten der Futter im Pansen. Grundfutter mit Nährstoffüberschüssen beziehungsweise -mängeln wird von den Wiederkäuern nicht optimal verwertet. Neben Nährstoffverlusten gehören Verfettung wegen einem Energieüberschuss in der Ration, Ketose wegen der Bildung von Ketonkörpern aus Fettgewebe, schlechtere Fruchtbarkeit wegen einer negativen Energiebilanz rund ums Abkalben, Klauenrehe wegen einer Pansenübersäuerung und natürlich Leistungseinbussen zu den Folgen.

Nach W-FOS optimieren

Lohnt sich der Rationsausgleich also auch für Bio-Betriebe? Ja, denn die Kosten für das – in der Regel eiweissbetonte – Ausgleichsfutter sind tiefer als der zusätzliche Milchertrag in Franken (Tabelle). Aus dem Grundfutter würde die 700 kg schwere Kuh zirka 18 kg Milch pro Tag produzieren. Mit der Ergänzung von 1 kg UFA 277 Eiweisskonzentrat gibt sie rechnerisch 24 kg Milch, also 6 kg mehr. In Franken ausgedrückt bedeutet dies: Die Kosten für UFA 277 werden durch die zusätzliche Milch zwei- bis dreifach zurückerstattet. Noch nicht einkalkuliert sind da Vorteile wie die bessere Grundfutterverwertung (Reduktion der benötigten Futterfläche) und Tiergesundheit (geringeres Defizit in Startphase). Genaue Futterplanberechnungen setzen exakte Raufutteranalysen voraus. In der Praxis wird Grassilage im Stadium 3 oder 4 siliert, Dürrfutter zirka im Stadium 4. Voraussetzung, dass ein Grossteil der rechnerisch erzielten Mehrmilch im Milchtank landet, ist zudem eine Optimierung der Pansenfermentation.

Ausgleichsfutter gehört in Mischung

Besonders wirkungsvoll ist das Ausgleichsfutter (meist Eiweiss), wenn es in die Grundration eingemischt werden kann (Mischration). Hat es zu wenig schnell fermentierbare Kohlenhydrate (SFKH) in der Ration, fehlt es den Pansenbakterien an Energie. Hat es zu viel SFKH, besteht die Gefahr einer Pansenübersäuerung und der Milchfettgehalt ist tief. Ein zu geringes Angebot an schnell fermentierbarem Rohprotein (SFRP) geht mit einer ungenügenden N-Versorgung der Pansenbakterien einher. Sind SFRP und SFKH im Pansen synchronisiert, resultiert die höchste Effizienz.

Bessere Gesundheit

Im Fütterungssystem W-FOS werden diese Zusammenhänge berücksichtigt. Betriebe, die ihre Milchviehration nach dem Fütterungssystem W-FOS optimiert haben, stellen gemäss einer Umfrage im Jahr 2016, auf die 112 Betriebe antworteten, eine Erhöhung der Milchleistung, einen positiven Einfluss auf die Kuhgesundheit, weniger Ketosefälle, eine bessere Fruchtbarkeit, eine Reduktion der Pansenübersäuerungen und vor allem eine Verlängerung der Nutzungsdauer sowie eine bessere Verwertung des Grundfutters fest.

Jedem Tier seine Ration

Ebenso variabel wie das Nährstoffangebot aus dem Grundfutter ist der Bedarf der Tiere. Er ist abhängig von der Genetik, Tiergrösse, Leistung, vom Laktationsstadium, Gesundheitszustand und Verzehr. Eine Ration passt selten zu allen Kühen und Rindern in einer Herde. Mit dem Einsatz von Ausgleichs- und Leistungsfutter kann der Betriebsleiter auf die Bedürfnisse des Einzeltiers reagieren und so beste Voraussetzungen für eine gute Herdengesundheit schaffen.

Energieeffizienz des Mischfutters

Wie die Fütterungsplanung nach W-FOS zielen auch die Investitionen ins Werk Hofmatt, Herzogenbuchsee, wo die UFA ihr Mischfutter herstellt, auf noch mehr Effizienz in der Nutztierfütterung. Eine neulich installierte, zweistufige Vermahlung mittels Walzwerk und Hammermühle gewährleistet höchste Flexibilität hinsichtlich Mahlstruktur und Rohkomponentenwahl und ermöglicht Energieeinsparungen von bis 30 Prozent (mehr im Kasten). Für den Rationsausgleich erfüllen Nebenprodukte aus der Lebensmittelherstellung beste Dienste. So werden im UFA-Biofutter jährlich rund 1800 t Krüsch, 500 t Rapskuchen und 900 t Sonnenblumenkuchen veredelt. Auch Ausfallgetreide-Posten können zu den «No food» Produkten gezählt werden, die im Mischfutter eine sinnvolle Verwendung finden.

Lehrreiche Bio-Tagung

Der Anspruch der TofuAn der Bio-Fachtagung vom 12. Januar 2017 haben UFA, UFA-Samen, Landor und die LANDI Buchsi-Thörigen über Aktualitäten in der Tierhaltung und im Pflanzenbau informiert. Rund 90 Landwirte und Bäuerinnen folgten den spannenden Vorträgen der kompetenten Referentinnen und Referenten.

Produktabnahme vorgängig sichern: Bio-Produkte – unter anderem Bio-Geflügel – sind gesucht, zeigte Paul Stucki, UFA-Verkaufsleiter Zollikofen, in seiner Ansprache anhand von Marktberichten auf. Dennoch: Eine blauäugige Umstellung auf Bio ist nicht zu empfehlen. Es gilt, die Abnahme seiner Erzeugnisse vorgängig mit der LANDI, der Anicom und weiteren Marktpartnern zu besprechen.

Die aktuelle Bio-Offensive im Kanton Bern, die die Anzahl Bio-Betriebe deutlich erhöhen möchte, entstand vor dem Hintergrund steigender Bioprodukt-Importe und geht davon aus, dass der Bio-Markt weiter wächst, erklärte Kathrin Schneider, Präsidentin der Bärner Bio Bure. So deutete Coop an, den Absatz von Bio-Produkten in den nächsten zehn Jahren verdoppeln zu wollen.

Umstellwelle als Chance: Andreas Rohner, fenaco GOF (Getreide, Oelsaaten, Futtermittel), bestätigt Anbaupotenzial bei Futterweizen, Körnermais, Roggen und Dinkel. Wer Mischkulturen anbauen will, sät am besten Eiweisserbsen und Gerste, weil diese Kombination qualitätsmässig am besten abschneidet. Mittlerweile nehmen 43 Sammelstellen der LANDI-fenaco Gruppe Bio-Getreide und Bio-Ölsaaten ab.

Übersaaten günstiger als Futterzukauf: Im Frühling sollen Wiesenbestände früh kontrolliert werden, erinnerte Fritz Leuenberger, UFA-Samen. In Lücken machen sich unerwünschte Pflanzen wie Löwenzahn, Hahnenfuss, Rispe, Ehrenpreis breit. Wiederholte Übersaaten unterstützen die Qualität der Wiesen und sind günstiger als der Futterzukauf. Sie sollen im Frühling so früh wie möglich stattfinden, um die Winterfeuchtigkeit zu nutzen. Spätfroste schaden den Übersaaten laut Fritz Leuenberger nicht.

Kalken erhöht Nährstoffeffizienz: Der ideale Boden-pH-Wert liegt zwischen 6 und 7, führte Urs Hodel von der Landor aus. In solchen Böden ist die Leistungsfähigkeit der Bodenlebewesen und von Nährstoffen wie Stickstoff oder Phosphor im Boden am höchsten. Versauert der Boden, wachsen die Wurzeln schlechter, ihre Wasser- und Nährstoffaufnahme ist reduziert. Zudem sinkt die biologische Aktivität und es dauert länger, bis Ernterückstände abgebaut sind und sich der Boden von Verdichtungen erholt. Durch Auswaschung und Ernteentzüge resultieren CaO-Verluste von 350 bis 700 kg pro Hektare und Jahr. Entsprechend hoch muss die Erhaltungskalkung sein.

Mischfutter hygienisiert: Toni Büchler (siehe Haupttext), UFA, gab einen Überblick über die Eigenschaften des UFA-Mischfutterwerks Hofmatt. Während einer Werksbesichtigung erhielten die Tagungsbesucherinnen und -besucher einen vertieften Einblick in die Herstellung von Bio-Futter. Die Rückverfolgbarkeit ist garantiert – bis hin zu den verwendeten Paletten, von denen jedes einem bestimmten Futter zugeteilt ist. In der Hofmatt wird das Geflügelfutter mit Hitze, Feuchtigkeit und moderner Technologie hygienisiert. Zu den Resultaten gehören die geringere Keimbelastung, das bessere Fliessverhalten und die höhere Schmackhaftigkeit des Futters.

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Die Bio-Bäuerinnen und -Bauern waren zu Besuch bei der UFA inHerzogenbuchsee (BE).

(Bild: Matthias Roggli)
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