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Pflanzenbau

Brotgetreide mit sehr guter Qualität

Erfreuliche Erträge bei Brotgetreide, sehr gute Qualitäten, ein früher Erntebeginn und schönes Wetter sorgten für eine reibungslose Ernte 2018. Die Vermarktungskosten sind etwas höher als in den Vorjahren. Die Schlussabrechnungspreise der fenaco liegen bei Brotgetreide und bei Raps leicht unter dem Vorjahresniveau.

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(zvg)

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fenaco GOF

Mit einer Erntemenge beim Brotgetreide von zirka 440 000 t liegt diese gegenüber dem Vorjahr rund fünf Prozent tiefer, dies trotz einer leicht ausgedehnten Anbaufläche. Die trockene Witterung scheint die Erträge nicht im Wesentlichen beeinflusst zu haben. Die Erntequalität ist äusserst erfreulich ausgefallen und gegenüber der bereits guten Vorjahresqualität sogar noch höher einzustufen. Erntefeuchte, Hektolitergewichte, Proteingehalte und Fallzahlen waren allesamt auf gutem Niveau, vereinzelt waren zu hohe Mykotoxinwerte feststellbar. Der frühe Erntebeginn und die trockene Witterung ermöglichten eine reibungslose Erntephase mit wenigen qualitativen Ausfällen. Diese guten Erntebedingungen führten zu einer weiteren Erntemenge, welche über dem Absatzpotenzial liegt. Unter Berücksichtigung der Überlagerungsmengen aus dem Vorjahr, hat der Schweizerische Getreideproduzentenverband SGPV entschieden, zur Sicherstellung der physischen Aufnahmemöglichkeit der kommenden Ernte 2019 rund 23 000 t Brotgetreide in den Futtersektor zu deklassieren. Dank dieser Massnahme wurde der Preisdruck reduziert und die Mengenbilanz auf ein vertretbares Niveau gebracht. Die Messgeräte zur Qualitätsfeststellung in den Sammelstellen ermöglichen es, auch bei guten Qualitäten die Schwächsten davon zu selektionieren und dem Futtersektor zur Verfügung zu stellen. Dies sichert eine weitere Qualitätssteigerung zu Gunsten des Mahlgetreidemarktes.

Reservelager für Mengenausgleich

Die Erntemengen und die guten Qualitäten der letzten beiden Ernten ermöglichen es, beachtliche Mengen auf die kommende Kampagne zu überlagern. Die vorteilhafte Qualität sichert einen möglichen Absatz im Mahlgetreidesektor auch zu späteren Zeitpunkten. Der Mengenüberhang hat allerdings auch seine Grenzen. Einerseits verursacht die Menge laufende Kosten durch Logistik, Manipulation und Lagerung, andererseits «blockiert» sie Lagerkapazitäten, die für die Aufnahme der Folgeernte nicht zur Verfügung stehen. Eine ausgewogene Mengensteuerung ist für die gesamte Wertschöpfungskette von grösster Bedeutung. Für den Produzenten geht es darum, unnötige Kosten der Überlagerung bzw. überhöhten Preisdruck infolge zu hoher Mengen zu vermeiden. Die Verarbeiterseite hat Interesse daran, durch den Mengenausgleich via Reservelager mit guten Qualitäten auch in qualitativ anspruchsvollen Jahren ausreichend Mahlgetreide von «Schweizer Qualität und Ursprung» zur Verfügung zu haben. Nur mit Inlandgetreide «Suisse Garantie» können sie sich gegen den steigenden Druck beim Import von Halb- und Fertigfabrikaten behaupten.
Damit diese Herausforderung bewältigt werden kann, haben fenaco und mehrere genossenschaftliche Sammelstellen in den vergangenen Jahren grosse Investitionen in zusätzlichen Lagerraum getätigt.

Mengenmanagement

Der Marktentlastungsfonds des SGPV erfüllt beim Brotgetreide wichtige Funktionen hinsichtlich der Mengensteuerung. Ab diesem Jahr stellt dieser neu die Mittel für die Nachfolgelösung des Schoggigesetzes zur Verfügung. Ergänzend dazu werden daraus auch die Mittel zur Mengensteuerung via Deklassierung sichergestellt. Die weitere Beitragserhöhung auf die kommende Ernte wird beim Produzenten durch die neu eingeführte Getreidezulage auf der gesamten Getreidefläche kompensiert. Das gute Funktionieren dieser Instrumente ist im Wesentlichen von der geschlossenen Solidarität der Produzenten bei der Beitragszahlung abhängig. Diese sichert den Absatz von zirka 50 000 t Inlandbrotgetreide via Nachfolgelösung Schoggigesetz sowie die Mengensteuerung via Deklassierung.

«Schweizer Brot»

Die Importe an Halb- und Fertigfabrikaten haben in den letzten zehn Jahren stark zugenommen, dies bestätigen die vom BLW ausgewerteten Zahlen. Dieser Tendenz muss entschlossen mit einer konsequenten Auslobung von «Schweizer Brot» entgegengewirkt werden. Neue Marktstudien zeigen, dass der Konsument «Schweizer Brot» wünscht und er davon ausgeht, dass er «Schweizer Brot» kauft. Es ist die Aufgabe der gesamten Wertschöpfungskette dieses Kundenbedürfnis zu erfüllen.

Globale Bestandsreduktion

Die Erntemenge an Weizen in Europa war im Vergleich zum Vorjahr um mehr als zehn Prozent tiefer. Die trockene Witterung hat hier ihre Spuren hinterlassen. International war auch die Logistik eine grosse Herausforderung. Veränderte Warenströme, stark limitierte Transportmöglichkeiten auf den Wasserwegen, überlastete Bahntrassen und fehlende Chauffeure haben zu Limiten in der physischen Warenverschiebung und zu steigenden Transportkosten geführt, was auch die Preisdifferenz von Importweizen zu Inlandweizen verringert hat. In der Zwischenzeit hat sich die Logistik beruhigt und die Notierungen an den Warenterminbörsen kommen aufgrund der doch gesamthaft guten globalen Versorgung und den sehr guten Aussichten auf die kommende Ernte 2019 laufend zurück.

Abrechnungspreise Getreide

Die von der Branche vor der Ernte 2018 vereinbarten Inlandrichtpreise unterstützten die Vermarktung. Die komfortable Mengenbilanz im Inland, die Marktentlastung sowie die im Zusammenhang mit der Überlagerung stehenden Kosten, belasten den Schlussabrechnungspreis. Im konstruktiven Dialog mit ihren Partnern ist es fenaco Getreide, Ölsaaten, Futtermittel gelungen, faire Preise zu realisieren und dank guter Versorgungslage sowie guter Qualität zusätzliche Mengen an Inlandware – auch an Stelle von Importware – zu verkaufen.

Die durchschnittlichen Abrechnungspreise der fenaco an die Maxi-Sammelstellen, nach Abzug der Vermarktungskosten, betragen für Brotgetreide Suisse Garantie der Klasse Top Fr. 49.25, Klasse I Fr. 47.75, Klasse II Fr. 46.00, A-Biskuitweizen ( Vertragsware) Fr. 46.00 sowie für AMahlroggen Fr. 38.00 je 100 kg exklusive Mehrwertsteuer. Grafik 2 zeigt die Abrechnungspreise je Klasse im Vergleich zu den Vorjahren und das durchschnittlich an die Sammelstellen ausbezahlte Lagergeld je 100 kg.

Zusätzlich zu den erwähnten Abrechnungspreisen wurde den Sammelstellen für die Lagerung eine durchschnittliche Entschädigung von Fr. 2.25 / 100 kg für Mahl weizen, respektive Fr. 2.80 / 100 kg für Mahlroggen ausbezahlt. Die individuellen Abrechnungen berücksichtigen den Auslagerungszeitpunkt, die Nähe zu den Verarbeitern, eine geleistete Akontozahlung sowie die tatsächlich ausgelieferte Qualität. Die Sammelstellen ihrerseits gestalten ihre Schlussabrechnung an die Produzenten nach ihren betriebsspezifischen Gegebenheiten – diese können von den vorgenannten Preisen abweichen.

Mengenpotenzial bei Raps

Mit einer Erntemenge von zirka 77 500 t Raps lag diese praktisch auf dem Vorjahresniveau. Dies trotz wesentlich höherer Zuteilungsmenge und mit dieser verbunden auch relevant höherer Anbaufläche. Eine Erntemenge auf Basis der Zuteilungsmenge von rund 90 000 t wäre gut zu vermarkten gewesen, die Nachfrage nach Inlandraps ist sehr erfreulich.

Die Preise beim Import von pflanzlichen Ölen lagen bei den meisten Qualitäten im Vermarktungszeitfenster leicht unter dem Vorjahresniveau. Zum Vorjahr preislich neutral haben sich die Preise bei Rapsschrot/-kuchen verhalten. Die unerwartet gute Erntemenge an Sonnenblumen hat Ergänzungsverkäufe im Herbst 2018 bei tieferen Ölpreisen mit sich gebracht. Sojabohnen aus der Ernte 2018 werden vollumfänglich im Futtersektor vermarktet.

Die durchschnittlichen Abrechnungspreise der fenaco an die Maxi-Sammelstellen, nach Abzug der Vermarktungskosten, betragen für HOLL-Raps Fr. 85.25, Raps klassische Sorten Fr. 79.25, HO-Sonnenblumen Fr. 84.00, Sonnenblumen klassische Sorten Fr. 79.00 sowie für Sojabohnen Fr. 50.25 je 100 kg exklusive Mehrwertsteuer. Zusätzlich zu diesen Preisen erhalten die Sammelstellen eine durchschnittliche Lagerentschädigung von Fr. 1.71 / 100 kg für Raps, respektive Fr. 2.92 / 100 kg für Sonnenblumen. Grafik 3 zeigt die Abrechnungspreise der fenaco im Vergleich zu den Vorjahren.

 

Auszahlungspreise Bio

Nach Abzug der Vermarktungskosten und exklusive Mehrwertsteuer zahlt die fenaco für Bio-Druschfrüchte der Ernte 2018 folgende Preise an die Maxi-Sammelstellen aus (jeweils Basisqualität ohne Zu- und Abschläge je 100 kg; K = Knospe, UK = Umstellungsknospe): 

  • Bio-Mahlgetreide: Mahlweizen K Fr. 107.50 (Richtpreis Fr. 106.–), Mahlweizen UK Fr. 93.–*, Mahlroggen K Fr. 96.– (Richtpreis Fr. 95.–), Mahldinkel K Fr. 110.– (Richtpreis Fr. 110.–) 
  • Bio-Futtergetreide K / UK und Bio-Körnerleguminosen K / UK: Geltende Richtpreise der Bio Suisse für Ernte 2018 
  • Bio-Ölsaaten: Raps K Fr. 195.–*, Sonnenblumen LO K Fr. 144.–*, Sonnenblumen HO K Fr. 147.–*, Sojabohnen «Tofu» K Fr. 210.–*

* Die Preise bei Kulturen mit Anbauvertragspflicht gelten ausschliesslich für die zugeteilte Vertragsware.

Andreas Rohner

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