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Pflanzenbau

Die Gülle muss fliessen

Hofdünger wird immer beliebter, auch aufgrund der steigenden Preise für Handelsdünger. Damit die Gülle mit dem darin enthaltenen Stickstoff optimal und verlustfrei ausgebracht werden kann, helfen Zusätze. Diese haben Einfluss auf Geruch und Fliesseigenschaften. Aber nicht jedes Produkt wirkt gleich.

So flüssig wie mit einem Gülleseparator läuft es leider nicht immer. Um die Gülle optimal ausbringen zu können, muss bei der Konsistenz oftmals nachgeho...

So flüssig wie mit einem Gülleseparator läuft es leider nicht immer. Um die Gülle optimal ausbringen zu können, muss bei der Konsistenz oftmals nachgeholfen werden. 

(Agrarfoto)

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Aussendienstberater Landor

Bodennahe Ausbringtechniken für Gülle werden schon bei vielen Betrieben angewendet und sind ab 2024 Pflicht. Dafür muss die Gülle gut fliessen und verlustfrei ausgebracht werden können. Die oftmals sehr dicke, zähflüssige Vollgülle bringt aber manche Betriebsleiterin und manchen Betriebsleiter schon beim Aufrühren zur Verzweiflung. Zudem können auch Maden, «Güllemädli», Probleme machen.

Ammoniakverlust verringern

Im deutschsprachigen Raum gibt es über fünfzig Produkte, welche die Landwirtin oder der Landwirt zur Aufbereitung des Hofdüngers kaufen kann. Wenige davon enthalten zusätzlich Mikroorganismen (Bakterien). Die meisten sind auf der Basis von Kalksteinmehl oder einem anderen Trägermedium. Das erste Argument für die Anwendung von Güllezusätzen ist immer das Binden von Ammoniak (NH3). Dieser tritt gasförmig aus der Gülle aus und sorgt für einen stechenden Geruch. Betriebe berichten, dass die Gülle mit einem passenden Zusatz viel weniger unangenehm riecht, was für eine Bindung des Ammoniaks spricht. Dennoch ist es technisch bis heute noch nicht möglich, dies im Labor anhand eines höheren N-Gehalts in der Gülle nachzuweisen.

Das Fliessen fördern

Weitere Vorteile eines Güllezusatzes sind, dass keine Sink- und Schwimmschichten mehr im Güllelager entstehen. Dies spart Arbeitszeit ein, da weniger gerührt werden muss. Die Fliessfähigkeit wird zudem stark erhöht, was die Maschinen, mit denen der Hofdünger ausgebracht wird, schont. Auch bekannte Probleme, wie verstopfte Schwemmkanäle oder ein Miststock, der das Aufrühren behindert, können vermieden werden. Letztlich profitieren auch die Pflanzen von den besseren Fliesseigenschaften, da die Gülle dann nicht mehr an ihnen klebt und so Verbrennungen vermieden werden können.

Mittel, die wirken

Welche Mittel wirken nun in welcher Situation am besten? Erfahrungen aus der Praxis haben gezeigt, dass zum Beispiel die Produkte Microbactor oder Hasorgan MC von Landor viel zu einer guten Hofdüngerqualität beitragen können. Sei es im Stall oder später zu einer besseren Entwicklung des Pflanzenbestandes, zum Beispiel in der Wiese.

Durch einen Güllezusatz entstehen im Güllelager keine Sink- und Schwimmschichten mehr.

In Microbactor sind viele verschiedene Bakterienstämme enthalten, diese zersetzen Feststoffe und sind somit für dickflüssige Gülle geeignet. Das Mittel wird in der Praxis zum Beispiel im Hühnerstall nach dem Ausstallen mit einem Spritzgerät ausgebracht. Dies reduziert die Zeit, welche sonst für das nachfolgende Reinigen des Stalls aufgewendet werden müsste. Der Schmutz wird schneller zersetzt und lässt sich leichter abwaschen.

Bei dünnerer Gülle empfiehlt sich hingegen Hasorgan MC, das Algen enthält. Durch diese werden sowohl Spurenelemente als auch Aminosäuren auf die Felder gebracht.

Bei der Anwendung eines Produktes zur Aufwertung von Gülle gilt es aber zu beachten, dass weder die Mikroorganismen in der Güllegrube noch jene in den Produkten Antibiotika vertragen. 

Anwendung und Kosten von Güllezusätzen

Microbactor

Im Herbst bei etwa 50 m 3 zwei Gallonen (1 Gallone = 3,785 Liter) als Grundimpfung anwenden. Für jede weiteren 100 m 3 eine Gallone zusätzlich.

Hasorgan MC

Eine Kanne (20 Liter) je 80 m 3 Vollgülle hinzugeben, bei Dünngülle eine Kanne auf 100 m 3 .

Die gesamte Menge Hasorgan MC sollte 2 – 3 Wochen vor dem Gülleführen eingerührt sein.

Beide Güllezusätze sind auch im Bio-Anbau zugelassen.

Die Kosten werden anhand der zu behandelnden Güllemenge berechnet und liegen zwischen Fr. 1.00 und Fr. 1.60 pro m 3 .

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