category icon

Pflanzenbau

Ernte 2018 und Aussichten auf 2019

Trotz der trockenen Witterung fiel die Kartoffelernte 2018 grösstenteils befriedigend aus. Vielerorts allerdings nur dank Bewässerung. Für den Anbau 2019 ist in sämtlichen Produktionssegmenten weitgehend Kontinuität angesagt.

Die trockenen Bedingungen waren eine Herausforderung für die Kartoffelernte 2018.

Die trockenen Bedingungen waren eine Herausforderung für die Kartoffelernte 2018.

Publiziert am

Aktualisiert am

Kartoffeln

Die Kartoffelernte 2018 ist in der Schweiz anders als in grossen Anbaugebieten Europas befriedigend bis gut. Sämtliche Kartoffeln wurden unter hervorragenden Bedingungen gepflanzt und die warme Witterung ermöglichte eine zügige Entwicklung der Kulturen. In vielen Gebieten musste mit aufwändiger Bewässerung der Ertrag gesichert werden. Teilweise haben auch regelmässige Sommergewitter eine nahezu ausreichende Wasserversorgung ermöglicht. Eine besondere Herausforderung wird dieses Jahr die Lagerhaltung der Kartoffeln darstellen, sei dies nun beim Pflanzgut, den Frischkonsumsorten bei 4 °C oder den Veredelungskartoffeln bei 8 °C. Die Kartoffeln sind wegen der sehr warmen Witterung physiologisch deutlich älter als im Vorjahr.

Die sehr trockenen Bedingungen während der Ernte stellen die Landwirte vor sehr grosse Herausforderungen. Vielerorts musste die Ernte unterbrochen werden, um Schlagschäden zu vermeiden. Weiter sind leider verbreitet qualitative Beeinträchtigungen festzustellen. Diese reichen von Drahtwurmlöchern und Dry-Core über Schlagschäden bis insbesondere über Probleme bei der Backfarbe bei Veredelungskartoffeln.

Pflanzgutproduktion 2018

Die Ernte 2018 ist gemäss Erhebung von Swisssem mengenmässig als sehr gut einzustufen.

Bei Speise- und Friteskartoffeln dürfte das Angebot weitgehend der Nachfrage entsprechen. Im Chipsbereich wird es voraussichtlich zu Ergänzungsimporten kommen.

Die qualitative Bonitierung von Agroscope Changins stellt den Produzenten ein gutes Zeugnis aus; wurde doch deutlich weniger Schorfbefall als im letzten Jahr festgestellt. Der Virusdruck lag dieses Jahr eher hoch und bei sensiblen Sorten kam es bereits zu Abweisungen.

Lieferbedingungen

Die Preisdifferenz vom Herbstzum Frühlingspreis beträgt neu sieben Franken und wird gegenüber dem Vorjahr deutlich verringert. Bis anhin verrechneten die Vermehrungsorganisationen 13 Franken für die Lagerung. Der Preis für den Herbstbezug wird um drei Franken leicht teurer und entschädigt die Lagerphase Oktober bis November.

Für Bestellungen bis und mit 9. November 2018 und eine Auslieferung bis Ende November gilt der Grundpreis. Ein Zuschlag von zwei Franken pro 100 Kilogramm gilt für Bestellungen ab dem 12. November 2018 für Lieferungen bis 10. Dezember 2018. Für Lieferungen ab dem 11. Dezember 2018 beträgt der Zuschlag sieben Franken pro 100 Kilogramm.

Mengenabstufungen

  • Pflanzgut Normalsortierung kann auch in Big-Bag à 1100 kg bestellt werden, Mindestmenge 6600 kg pro Sorte 

  • Mengenabstufung bei Paloxen: Preisabstufung bei Bestellung von unter 3300 kg/Sorte 

  • Gebeiztes Pflanzgut wird für Normalsortierung in Paloxen oder Sackmengen über 750 kg angeboten 

  • Pflanzkartoffeln in 25 kg Säcke werden in drei Mengenabstufungen angeboten (unter 250 kg, 250 – 750 kg, über 750 kg) 

  • 25 kg Säcke von Veredelungssorten werden kaum nachgefragt, ab einer Bestellmenge von 1000 kg ist eine Lieferung möglich 

AutorPatrick Kreienbühl, GPM Pflanzkartoffeln, fenaco Landesprodukte, 3001 Bern

Anbauplanung 2019 Aussichten Frischkonsum- und Veredelungskartoffeln

Frischkonsum Die Absatzmengen im Frischkonsum sind insgesamt stabil und die Veränderungen in den Absatzstrukturen abgeflacht. Mit der letztjährigen Anbauplanung traf fenaco Landesprodukte die Marktbedürfnisse gut, so dass die Planung des Anbaus 2019 darauf aufgebaut wird. Dabei werden kleinere Mengenverschiebungen innerhalb der drei Regionen West, Mitte und Ost sowie punktuelle Korrekturen der Sortenstruktur notwendig sein.

Veredelungskartoffeln Im Herbst 2018 wird der voraussichtliche Bedarf für die Ernte 2019 vollumfänglich in den Anbau gegeben.

Infolge einer sehr guten Versorgung aus den Ernten 2017 und 2018 wird fenaco Landesprodukte den Anbau bei den Sorten für Tiefkühlprodukte insgesamt leicht reduzieren.

Bei den Sorten für die Chipsproduktion kann von einer stabilen, leicht steigenden Menge ausgegangen werden. Bei fenaco Landesprodukte wird Matthias Aeberhardt als Verantwortlicher für die Rohstoffbeschaffung mit seinen Kollegen Emilien Piot für die Westschweiz und David Schmid für die Ostschweiz den Anbau auf den Bedarf der Industriebetriebe, die verfügbare Lagerinfrastruktur und die Anbaubereitschaft in den Regionen aufteilen. Der Anbau ist zwingend mit dem Abnehmer abzusprechen.

Frühsorten Der Absatz der Lady Christl ist auf die unmittelbare Startphase der neuen Ernte beschränkt. Dementsprechend sind sie nur in ausgesprochenen Frühlagen zu pflanzen und alles auf eine Frühernte auszurichten. Ähnlich ist die Ausgangslage bei Agata. Im festkochenden Segment ist Annabelle die Hauptsorte und für den mehligkochenden Bedarf setzt fenaco Landesprodukte vermehrt auf Concordia. Insgesamt wird der Folienanbau stabil gehalten.

Festkochende Sorten Der festkochende Bedarf wird hauptsächlich durch Annabelle (bis anfangs Winter), Erika, Ditta und Queen Anne gedeckt. Der Leader innerhalb des Hauptsegmentes ist die Sorte Erika aufgrund ihrer hervorragenden kulinarischen Eigenschaften, der überzeugenden Optik und der guten Lagereignung. Weiter im Anbau sind kleinere Mengen der Sorten Charlotte, Venezia und Gourmandine. Den Bedarf an rotschaligen Festkochenden decken wir hauptsächlich mit Cheyenne und Versuchsorten.

Mehligkochende Sorten Die Sorte Concordia hat sich im Frühbereich sowie als Lagersorte sehr gut etabliert, so dass insbesondere die Lady Felicia zunehmend ersetzt wird. Aufgrund negativer Konsumentenreaktionen streicht fenaco Landesprodukte die Sorte Challenger aus dem Sortiment. Zur Kompensation wird nebst den Anbaumengen von Concordia auch diejenigen für Jelly und Victoria leicht erhöht. Bei den Rotschaligen bleiben Laura und Désirée in beschränkten Mengen im Anbau. Der Bintje-Absatz ist erfreulich, so dass Zusatzmengen möglich sind.

Frites Sorten Nachdem im letzten Jahr mit Lady Anna und Ivory Russet zwei neue Sorten auf die Liste gekommen sind, ist sortenmässig für den Anbau 2019 Kontinuität angesagt. Auch im kommenden Jahr wird Agria die absolute Hauptsorte sein in diesem Segment. Daneben stehen Markies und Fontane im Anbau. Der Anbau von Fontane ist abnehmerseitig beschränkt. Die Entwicklung der Sorte Lady Anna muss in den kommenden Wochen noch mit den Verarbeitungsbetrieben abgesprochen werden.

Die Sorte Innovator macht auch im Jahr 2019 über 90 Prozent des Anbaus mit hellfleischigen Sorten aus. Die im Vorjahr aufgenommene Sorte Ivory Russet wird im Rahmen des verfügbaren Pflanzgutes aus Inlandvermehrung angebaut.

Chipssorten Die Sorte Lady Rosetta unter Folie und danach im Freiland wird ab Mitte Juni bis Anfang Oktober verarbeitet. Der Anbau dieser wichtigen Sorte ist stabil. Die Sorte Osira hat dieses Jahr unter Folie sehr gut abgeschnitten und wird leicht ausgedehnt. Die Sorten Hermes und Panda sind rückläufig und werden voraussichtlich in zwei bis drei Jahren aus dem Anbau gestrichen. Das in der Schweiz vermehrte Pflanzgut dieser beiden Sorten kommt in den Anbau. Die noch junge Sorte Figaro verfügt über ein beschränktes Verarbeitungsfenster in den Monaten November bis Dezember.

Die Hauptsorten für die Lagerung sind Pirol, gefolgt für die späte Auslagerung von Lady Claire. Weiter eignet sich für Langzeitlagerung die Sorte Verdi ausgezeichnet. Diese drei Sorten machen mindestens die Hälfte des Anbaus aus.

Leserangebote

Leserangebote

Bestellen Sie jetzt eines unserer exklusiven Leserangebote.

Hier bestellen

Diese Website verwendet Cookies.

Einige dieser Cookies sind unerlässlich, während andere uns helfen, Ihr Nutzererlebnis zu verbessern, indem sie uns Einblicke in die Nutzung der Website geben.

Ausführlichere Informationen über die von uns verwendeten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie.

Einstellungen anpassen