Pflanzenbau

Weinländer Weinlese schreitet zügig voran - Gute Qualität und teilweise geringe Erträge

In einigen Weinländer Gemeinden ist die Weinlese schon fast vollständig abgeschlossen. In anderen wird dies Ende dieser Woche grösstenteils der Fall sein. Die Qualität bezüglich Zuckerwerten ist sehr gut.

Schön ausgereifte Blauburgunder Trauben werden über den Schüttelrost dem Förderband zugeführt.

(Roland Müller)

Publiziert am

In der Staatskellerei Zürich in Rheinau herrscht am Montagabend Hochbetrieb. Trauben aus verschiedenen Zürcher Weinbauregionen treffen, verladen in Camions, bei der Annahmestation auf der Hinterseite des grossen Gästehauses ein. Die heute vorwiegend mit Blauburgundertrauben gefüllten Kunststoffstanden werden einzeln zügig auf die Annahmeanlage gestellt, gewogen, gekippt und dann wieder zur Reinigung weggehoben. „Wir dürfen jetzt eine sehr gute Qualität einfahren“, zeigt sich Kellermeister Fabio Montalbano auf dem Steuerungspodest der Anlage zufrieden. Die eher lockeren Trauben aus dem Flaachtal sind schön ausgereift und einzelne Beeren sind gar bereits etwas eingetrocknet.  Auf dem Display der automatischen Messanlage für den Zuckerwert springt der Wert jeder einzelnen Stande rund um den dreistelligen Bereich. „Wir dürfen fast den grössten Teil zwischen 98 und 102°Oe übernehmen“, freut sich Montalbano. Ein Grossteil der heutigen Trauben wird direkt, nach dem Abtrennen der Beeren von Stielen und Mahlen, der Presse zugeführt, wo diese zu Federweiss und somit als Grundwein für den weissen Staatsschreiber oder Akkurat verarbeitet werden, welche im Sortiment die eigentlichen Renner sind. In anderen Regionen wie das Stammertal wurde ein Grossteil des Blauburgunders bereits vor zwei Wochen gelesen und mit ebenfalls beachtlichen Mengen zu Federweiss verarbeitet. Montalbano geht davon aus, dass bis Ende Woche der Grossteil der Lese mit den roten wie weissen Hauptsorten abgeschlossen sein dürfte. Für spätreife Sorten, wie beispielsweise der Merlot oder auch vereinzelt Syrah, dürfte es aber noch einige Tage mehr bis in den Oktober hinein zur Lese dauern.

Traubenannahme_RoMue

 Die relativ einfach konzipierte Annahmeanlage der Staatskellerei Zürich in Rheinau ermöglicht eine sehr rationale Traubenübernahme

(Roland Müller)

Eher leichtere Trauben

Es zeigt sich auch, dass sich die eher kühle und feuchte Witterungsphase während der Blüte in der ersten Junihälfte sich insbesondere beim Blauburgunder direkt auf das Traubengewicht ausgewirkt hat. Diese eher ungünstige Voraussetzung für die Traubenblüte sorgte dafür, dass vor allem beim Blauburgunder viele Trauben Verrieselungen aufweisen und somit das Ertragspotential negativ beeinflusst haben. Dies heisst, dass sich einzelne Blütenanlagen des Zwitterblütlers gar nicht oder nur teilweise befruchtet haben. Dies führt zu lockeren Trauben mit vielen kleinen Beeren, was sich schlussendlich direkt auf den Ertrag auswirkt.  

Zugleich haben sich einmal mehr die Zeitregeln betreffend Reifeverlauf bei den beiden Hauptsorten Riesling – Sylvaner und Blauburgunder bestätigt, welche zwischen dem 2. und 10. Juni erfolgt ist. Ab der Blüte dauert es beim Riesling – Sylvaner 90 bis 100 Tage, bis sie reif sind. Entsprechend erfolgte die Haupternte bereits in der zweiten Septemberwoche. Beim Blauburgunder sind es 100 bis 110 Tage, was nun ebenfalls auch eingetroffen ist. 

Federweiss sorgt für eher entspannte Marktlage

In diesem Jahr erweist sich der Zürcher AOC - Blauburgunder dank seiner multifunktionalen Kelterungsmöglichkeiten einmal mehr als sehr wertvolle Sorte und sorgt dafür, dass die akute Marktlage auf dem Zürcher Weinmarkt mit roten AOC-Trauben etwas entspannt werden konnte. Denn bei einem weinhandelsmässig wichtigen und national gewichtigen Grossverteiler läuft der als Eigenmarke angebotene „Zürcher Federweiss“ sehr gut und er weisst gar eine steigende Nachfrage aus. Entsprechend zeichnete sich bereits im Frühling und Sommer eine gute Nachfrage ab. Dies half wesentlich mit, dass zahlreiche Winzerfamilien nach der Kündigung ihres Traubenlieferanten trotzdem noch einen Abnehmer für ihre Trauben fanden, welche in verschiedenen Betrieben zu Federweiss verarbeitet worden sind.

 

Quelle: Roland Müller 

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