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Betriebsführung

Leistungen optimieren, Arbeitseinsatz senken

Die Wirtschaftlichkeit der Geflügelhaltung hängt vor allem von den erzielten Leistungen ab. Kostenseitig sind sowohl die Futterkosten wie auch der Arbeitseinsatz ausschlaggebend.

In der Legehennenhaltung sind die Futterkosten eine grosse Position. Ebenfalls wirkt sich ein tiefer Arbeitseinsatz positiv auf die Arbeitsverwertung aus.

In der Legehennenhaltung sind die Futterkosten eine grosse Position. Ebenfalls wirkt sich ein tiefer Arbeitseinsatz positiv auf die Arbeitsverwertung aus. 

(Esther Michel)

Publiziert am

Aktualisiert am

Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Agroscope

Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Agroscope

Die Schweizer Geflügelfleischproduktion hat sich in den vergangenen 20 Jahren mengenmässig mehr als verdoppelt und die Eierproduktion hat um rund 30 Prozent zugenommen. Somit lag der Produktionswert der Geflügelhaltung im Jahr 2016 bei 5,9 Prozent der gesamtschweizerischen Landwirtschaftsproduktion, was ungefähr dem Produktionswert von Getreide und Kartoffeln zusammen entspricht. Grund genug, die Wirtschaftlichkeit dieser Produktionsform genauer zu analysieren.

Analysierte Betriebe

Die vorliegende Analyse basiert auf ÖLN-Betrieben aus der Tal- und Hügelregion des Typs «Veredlung» sowie «kombiniert Veredlung», welche ihre Daten in den Jahren 2010 bis 2014 an Agroscope geliefert haben. Die Analyse wird zwecks Vergleichbarkeit mit vorherigen Betriebszweigergebnissen, ebenfalls pro Grossvieheinheit (GVE) und Jahr präsentiert. Da es in der Eierproduktion üblich ist, auch sehr kleine Bestände zu bewirtschaften, beschränken wir die Stichprobe für die Auswertung: Für die Eierproduktion sind dies Betriebe mit einem Bestand zwischen 10 und 150 Grossvieheinheiten (GVE), für die Pouletmast Betriebe mit 25 bis 50 GVE. Eine GVE entspricht 100 Legehennen bzw. 170 Mastpoulets. Die Vollkostenzuteilung erfolgte mittels der Maximum Entropie Methode.

Eier: 43 Franken pro Stunde

Die untersuchten Konsumeierproduzenten erzielten im Mittel eine Arbeitsverwertung von 43 Franken pro Stunde, was einem kalkulatorischen Gewinn von 933 Franken pro GVE entspricht. Die Direktkosten sind für den Grossteil der Kosten verantwortlich, wobei die Kosten für Futtermittel überwiegen. Die Gemeinkosten (Arbeit, Gebäude, übrige) sind in ihrer Bedeutung jedoch nicht zu vernachlässigen. Die wirtschaftlich erfolgreicheren Betriebe zeichnen sich durch signifikant höhere Leistungen sowie tiefere Gemeinkosten aus. Die höheren Leistungen stammen vor allem aus dem Produktverkauf (u. a. vermehrt Betriebe mit RAUS bzw. Freilandhaltung). Kostenseitig trägt besonders der tiefere Arbeitseinsatz zum wirtschaftlichen Erfolg bei. Dabei profitieren die erfolgreichen Betriebe von grösseren Beständen und der damit verbundenen höheren Spezialisierung und Produktivität.

Pouletmast: 46 Franken pro Stunde

In der Pouletmast liegt die mittlere Arbeitsverwertung bei 46 Franken pro Stunde und der Gewinn bei 788 Franken pro GVE. Die Kostenstruktur ist ähnlich wie bei der Eierproduktion, wobei die Kosten für Futtermittel noch stärker dominieren. Obwohl die Bestandsgrössen der ausgewerteten Betriebe deutlich einheitlicher sind als bei den Eierproduzenten, ist der Unterschied zwischen den wirtschaftlich erfolgreichen und weniger erfolgreichen Betrieben ebenso ausgeprägt. Dies ergibt sich nicht nur aus höheren Leistungen (u.a. vermehrt Betriebe mit BTS) und tieferem Arbeitseinsatz. Durchgehend alle Gemeinkostenpositionen sind signifikant tiefer. Es gibt also viele Stellschrauben, mit denen man die Kosten minimieren kann.

Kosten optimieren

Die wirtschaftliche Optimierung der Geflügelproduktion fokussiert oft auf technische Kennzahlen wie Futterverwertung, Legeleistung, Gewichtszunahme und Sterberate. Diese sind wichtig, wenn es darum geht, mit möglichst tiefen Futterkosten hohe Erlöse zu erzielen. Im Hinblick auf die Arbeitsverwertung sollte jedoch auch den Gemeinkosten, allen voran dem Arbeitseinsatz Beachtung geschenkt werden. 

Die Analyse von sieben Betriebszweigen und die Darstellung der Vorgehensweise ist im Kapitel 4 des Agroscope Science Berichts Nr.53 enthalten. www.agroscope.ch 

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