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Betriebsführung

Mit Unternehmergeist zur Vielfalt

Mit Spezialkulturen und Direktvermarktung haben Markus und Christine Moser ihren Betrieb in Landiswil breit aufgestellt. Die Aus- und Weiterbildung der beiden bildet die Grundlage für strategische Entscheide und die Entwicklung des Hofes.

Markus und Christine Moser mit einem ihrer Kinder vor dem Hoflädeli des Moserhofs in Landiswil. Verkauft werden hier ausschliesslich Produkte aus Rohsto...

Markus und Christine Moser mit einem ihrer Kinder vor dem Hoflädeli des Moserhofs in Landiswil. Verkauft werden hier ausschliesslich Produkte aus Rohstoffen, die auf dem eigenen Betrieb wachsen und gedeihen.

(Bild: Jasmine Baumann)

Publiziert am

Redaktorin Landwirtschaftlicher Informationsdienst LID

Markus Moser wuchs auf einem Milchwirtschaftsbetrieb auf. In der Landwirtschaftslehre merkte er, dass seine Leidenschaft dem Pflanzenbau gilt. «Wenn mein Betrieb im Mittelland läge, wäre ich Ackerbauer», sagt der heutige Meisterlandwirt. Im Emmental geht das wegen der Topografie jedoch nicht. Daher ist er auf den Anbau von Spezialkulturen gekommen.

Heute baut er auf seinem Betrieb Gewürzkräuter, Erdbeeren, Pflanzkartoffeln, Gemüse, Weizen, Urdinkel, Hafer und Roggen an. Die Milchkuhherde ist einer Mutterkuhherde mit 20 Tiroler Grauviehkühen gewichen. Das Rindfleisch geht in den Kanal Natura-Beef. Sechs bis sieben Tiere pro Jahr vermarktet Familie Moser in Mischpaketen direkt.

Den Betrieb aus unternehmerischer Sicht anschauen

Markus Moser hat die Meisterprüfung im Jahr 2009 abgeschlossen. Daraufhin gründete er mit seinem Vater zusammen eine Generationengemeinschaft.

«Als unsere Kinder auf die Welt kamen, sahen wir vieles anders.

Christine Moser, Bäuerin

Den Betrieb übernahmen Markus und Christine Moser im Jahr 2017 und stellten gleichzeitig auf Bio um. «Als unsere Kinder auf die Welt kamen, sahen wir vieles anders», erzählt die Bäuerin.

Die Philosophie hinter der biologischen Landwirtschaft hat ihnen zugesagt. Ein weiterer Grund war der geplante Kräuteranbau. Gerade im Kräutermarkt werde überwiegend Bio-Ware nachgefragt. Auch ihre jetzige Abnehmerin Swiss Alpine Herbs verwendet mehrheitlich Bio-Kräuter für ihre Gewürzmischungen und Tees.

Bei strategischen Entscheiden wie auch in der Produktion profitiert Markus Moser vom Wissen aus seiner Weiterbildung zum Meisterlandwirt. In der Betriebsleiterschule habe man Themen wie Fütterung, Pflanzenbau und Düngung vertieft behandelt «Ich verstehe die Zusammenhänge heute viel besser», sagt Markus Moser. Die Weiterbildung empfehle er allen, die einen Betrieb führen wollen. «Man lernt, den Hof aus unternehmerischer Sicht zu betrachten. Ein Landwirtschaftsbetrieb funktioniert sehr ähnlich wie ein KMU.»

Von der Ladenleiterin zur Direktvermarkterin

Auch seine Frau Christine Moser versteht etwas von Unternehmensführung. Sie absolvierte eine Lehre als Detailhandelsfachfrau EFZ und erwarb anschliessend ein Handelsdiplom. Neben der Betreuung ihrer vier Kinder führt sie die Direktvermarktung mit Wochenmarkt, Hofladen und Verarbeitung. Die Ausbildung im Detailhandel habe ihr beim Aufbau geholfen und sei bis heute zentral.

Markus und Christine Moser Moserhof, 3434 Landiswil

«Ein Landwirtschaftsbetrieb funktioniert sehr ähnlich wie ein KMU.»

 

Betriebsübernahme 2017 | LN 26 ha | Ackerbau: Weizen, Urdinkel, Pflanzkartoffeln, Gemüse, Gewürzkräuter, Erdbeeren ( 2 ⁄3 unter Folientunnel) | 50 Hochstammobstbäume | 20 Mutterkühe | www.moserhof.ch

Zuvor war Christine Moser Ladenleiterin in einer LANDI. «Ich mochte den direkten Kundenkontakt schon immer, bereits während der Lehrzeit», erzählt Christine Moser. Nach dem Mutterschaftsurlaub wollte sie auswärts nur noch in einem kleineren Pensum arbeiten. Daraus entstand die Idee, mit den eigenen Produkten «z’Märit» zu gehen. Seit über acht Jahren steht sie jeden Samstag am Wochenmarkt in Thun.

Alles vom eigenen Hof

Weil immer mehr Leute aus der Region fragten, welche Produkte sie am Wochenmarkt verkaufen, entschieden sich Mosers, einen kleinen Hofladen zu eröffnen. Der hübsch eingerichtete Spycher des Moserhofs liegt zwar nicht an einer stark befahrenen Strasse, doch Wanderinnen und E-Biker kommen auf der Route von Lützelflüh zur Moosegg daran vorbei. Einige Kundinnen reisen auch mit dem Auto an. «Es hat sich rumgesprochen», sagt die Bäuerin.

Der Weg zum Meisterabschluss

Die Betriebsleiterschule (BLS) vermittelt betriebswirtschaftliches und agronomisches Wissen für die Führung eines Landwirtschaftsbetriebs und führt je nach Abschluss zur Berufs- oder Meisterprüfung. Die Ausbildung ist modular aufgebaut und wird meist berufsbegleitend an den landwirtschaftlichen Berufszentren der Schweiz absolviert. www.agri-job.ch

Im Hofladen dominieren Getreideprodukte: Mehle, Flocken, Teigwaren und Kernotto aus den eigenen Sorten. Das Getreide lässt die Familie in einer regionalen Mühle einlagern und verarbeiten. Die Teigwaren entstehen in Zusammenarbeit mit einem externen Betrieb – mit Mosers Getreide und Alpenchili. Ergänzt wird das Sortiment durch Konfitüren, Eingemachtes und Getrocknetes aus eigenem Anbau. Je nach Saison kommen Erdbeeren, Kartoffeln und Stangenbohnen dazu. Fix im Angebot sind zudem Kräuterprodukte und verschiedene Trockenwürste. Das Fleisch der eigenen Mutterkuh-Rinder verkauft die Familie an festgelegten Verkaufstagen, drei Wochen nach der Schlachtung.

Lernende profitieren von der Vielfalt

«Wir schätzen es sehr, dass auf unserem Betrieb alles zusammenhängt – von der Produktion bis zur Direktvermarktung», sagt Christine Moser. Diese Vielfalt komme auch den landwirtschaftlichen Lernenden zugute. Wer möchte, kann sie an den Wochenmarkt begleiten und Einblick in die Direktvermarktung erhalten. «Doch wer nur traktörlen will, muss nicht zu uns kommen», sagt Markus Moser.

Serie Berufsbildung

2026 stellt der LID in seiner Serie Personen vor, die sich nach ihrer landwirtschaftlichen Grundausbildung weiterqualifiziert haben oder über einen höheren Bildungsweg den Einstieg in die Landwirtschaft gefunden haben.

Unterstützung und Hilfsmittel zur Öffentlichkeitsarbeit auf:  www.lid.ch/baeuerinnen-und-bauern

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