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Betriebsführung

E-Bikes sind schlecht sichtbar, aber schnell da

E-Bikes sind schnell, leise und im ganzen Land unterwegs. Das Jahr 2020 hat nicht zuletzt wegen COVID-19 zu einem regelrechten Verkaufsboom der elektrounterstützten Zweiräder geführt. Die Verkaufszahlen stiegen um knapp 30 Prozent, die Lager von Händlern und Zulieferern waren zweitweise leer.

20210618 e-Bike und Traktor_2_Bildquelle BUL

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Den E-Bike Boom spürt auch die bäuerliche Bevölkerung. Die schnellen Flitzer sind nicht nur auf Hauptverkehrsachsen, sondern sehr oft auch auf Nebenstrassen und Flurwegen unterwegs. Auf dem Weg zum Acker trifft der Traktor auf die Berufspendlerin, den Vater mit zwei Kindern im Veloanhänger und das Seniorenpaar. Die Liebe zum schweisslosen Strampeln ergreift Jung und Alt gleichermassen und macht damit den Langsamverkehr etwas schneller, auch auf dem Land.  

Anhalteweg wird unterschätzt

Fahrerinnen und Fahrer von landwirtschaftlichen Fahrzeugen stellt dies vor neue Herausforderungen: Zweiräder sind aufgrund ihrer Silhouette schlecht wahrnehmbar. Mit ihrem grossen Akkupack waren die ersten E-Bike-Generationen noch einigermassen rasch als solche identifizierbar.

Ein schnelles E-Bike mit 45km/h hat einen Anhalteweg von rund 40 Metern.

Neuere Fabrikate jedoch sind auf den ersten Blick kaum noch als solche zu erkennen – was verstärkt dazu führt, dass deren Geschwindigkeit unterschätzt wird. Mit steigender Geschwindigkeit verlängert sich der Anhalteweg auch beim E-Bike. Ein reguläres Velo steht bei einer Geschwindigkeit von rund 15 km/h nach ungefähr zehn Metern still. Bei einem E-Bike mit 25 km/h sind dies schon 20 Meter und ein schnelles E-Bike mit 45km/h hat einen Anhalteweg von rund 40 Metern.

Gegenseitige Rücksicht ist notwendig  

Gemäss der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) geschehen die meisten Unfälle mit E-Bikes im Bereich von Kreiseln, Kreuzungen oder Einmündungen. Gerade bei Kollisionen seien Lenkerinnen und Lenker von E-Bikes aufgrund der fehlenden Knautschzone stark gefährdet. 

Ein zusätzlicher Risikofaktor ist die Überforderung der Fahrerinnen und Fahrer.

Ein zusätzlicher Risikofaktor sei auch die Überforderung der Fahrerinnen und Fahrer mit der Geschwindigkeit und dem Bremsverhalten ihres Gefährts. Insgesamt habe sich die Zahl der schweren Unfälle mit Velos sowie E-Bikes in den letzten Jahren verfünffacht, 30Prozent der Schwerverletzten seien dabei Personen über 65 Jahre, erläutert die bfu. Aktuell sensibilisiert die Präventionsfachstelle mit ihrer Kampagne «Nach einem e-Bike-Unfall steht deine Welt Kopf» Personen auf dem e-Bike zu sicherem Verhalten, Bremsbereitschaft, bessere Sichtbarkeit und geeigneter Ausrüstung.  

Rücksichtnahme, Mitdenken und vorausschauendes Fahren sind unbedingt notwendig - sowohl von der Person am E-Bike-Lenker wie auch von allen übrigen Verkehrsbeteiligten am Steuer von Autos, LKWs und landwirtschaftlichen Fahrzeugen.

Ein paar Punkte für mehr Sicherheit

Mit folgenden Tipps können Fahrerinnen und Fahrer landwirtschaftlicher Fahrzeuge das Unfallrisiko minimieren:

  • Sicherstellen, dass Beleuchtungsanlagen an Traktor, Anhängern und Anbaugeräten jederzeit einwandfrei funktionieren
  • Verschmutzte Fensterscheiben reinigen
  • Spiegel reinigen und korrekt einstellen
  • Das Anbringen von Zusatzspiegeln vermindert tote Winkel
  • Rechtzeitige Zeichengebung vor dem Abbiegen, auch auf Nebenstrassen & Flurwegen
  • Deutliches Einspuren, wenn es die Situation erlaubt
  • Unmittelbar vor dem Abbiegen nochmals ein gründlicher Kontrollblick nach beiden Seiten, nach hinten und nach vorne
  • Erhöhte Aufmerksamkeit im Bereich von Radstreifen und Radwegen
  • Die Geschwindigkeit herannahender Velos genau beobachten, im Zweifelsfall warten   

Quelle: BUL

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