fenaco-LANDI

Digitalisierung – Baukastensystem macht Schule

In der Landwirtschaft sind digitale Lösungen ein Schlüssel zur Zukunft. Im landwirtschaftlichen Datenmanagement ist die Plattform «Barto powered by 365FarmNet» führend. Mit MyDocs kommt jetzt der erste Barto-Baustein der fenaco-LANDI Gruppe.

Die Digitalisierung bietet für die Land und Ernährungswirtschaft grosse Chancen.

Die Digitalisierung bietet für die Land und Ernährungswirtschaft grosse Chancen.

(igorstevanovic / Shutterstock.com)

Publiziert am

Redaktor UFA-Revue

Dank Barto gehört der Papierkrieg mit landwirtschaftlichen Betriebs- und Produktionsdaten bald der Vergangenheit an. Die Softwarefirma mit Sitz in Ostermundigen wird als Aktiengesellschaft von verschiedenen Organisationen und Unternehmen getragen. Eines davon ist die fenaco Genossenschaft. Bereits seit 2018 bietet die unabhängige Schweizer Smart-Farming-Plattform den Landwirtinnen und Landwirten Lösungen für die digitale Steuerung ihrer Betriebe an. Bislang waren dies die Module «Tierverkehr Rinder», «Suisse-Bilanz» sowie «Wiesen- und Auslaufjournal». Aus den laufend neu entwickelten Applikationsbausteinen kann der Nutzer seine persönliche Plattform selber zusammenstellen. Landwirtinnen und Landwirte erfassen und verwalten dabei ihre Daten einmalig an einem zentralen Ort und haben immer und überall darauf Zugriff.

MyDocs ist der erste Barto Baustein der fenaco-LANDI Gruppe. Es handelt sich dabei um eine digitale Dokumentenbibliothek.

Die Funktionalitäten von MyDocs

  • Die elektronischen Dokumente der ausgewählten Partner werden automatisch in die eigene MyDocs-Bibliothek transferiert und strukturiert abgelegt. 
  • Verträge, Abrechnungen, Anliefer- und Wareneingangsscheine, Taxationen, Sortierergebnisse, Futterpläne, Düngerpläne, Pflanzenschutzpläne usw. sind immer und überall zugänglich. 
  • Die Dokumente können durchsucht, gefiltert und gemäss den Be dürfnissen des Nutzers für Analysen und Kontrollen zusammengestellt werden. Als Erstes werden die Dokumente von fenaco Landesprodukte aufgeschaltet.
  • Es besteht zu jeder Zeit eine volle Kontrolle über die eigenen Daten und der Nutzer bestimmt selbst, welche Partner an die MyDocs-Bibliothek angeschlossen werden und welche nicht. 
  • Die Verwendung von MyDocs ist kostenlos.

Digitalisierungs-Schub

Mit dem Ziel, die Plattform in grossen Schritten weiterzubringen, ist Barto 2019 eine strategische Partnerschaft mit dem europaweit führenden Farm Management-Anbieter 365FarmNet eingegangen. 365FarmNet wird bereits von über 40 000 Landwirtinnen und Landwirten in verschiedenen Ländern erfolgreich für die betriebliche Datenverwaltung genutzt.

«Mit diesem Know-how können wir die Digitalisierung der Schweizer Landwirtschaft viel schneller voranbringen, als wenn wir alles von Grund auf neu entwickeln würden», sagt Jürg Guggisberg, Geschäftsführer der Barto AG. Damit die Erweiterung für die Schweizer Landwirtschaft nutzbar wurde, mussten zuerst Schweizer Stammdaten wie Kulturbezeichnungen, Sortenlisten und Pflanzenschutzmittel sowie Düngerlisten in das System integriert werden. Seit November 2019 steht nun die erweiterte Plattform «Barto powered by 365Farm-Net» der Schweizer Landwirtschaft zur Verfügung, mit einem Feldkalender und weiteren Bausteinen. Integriert in die erweiterte Plattform ist neu zudem die «365Crop App», welche den Landwirtinnen und Landwirten Feldaufzeichnung einfach und schnell mobil ermöglicht.

Schrittweise Optimierung

Baukastensysteme haben den Vorteil, dass auf Entwickler- wie auch auf Nutzerseite die Digitalisierung schrittweise erfolgen kann. Genau diesem Umstand trägt der digitale Hofmanager von Barto Rechnung. Bereits für dieses Jahr geplant sind weitere Bausteine im Bereich Fruchtfolgeplanung, Rinderhaltung, Fütterung, Eiproduktion, im Pflanzenschutz sowie in der Düngeplanung. Gerade im Bereich Pflanzenschutz und Dünger, aber auch in der Tierhaltung werden digitale Werkzeuge der Schlüssel sein, um Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit besser unter einen Hut zu bringen. Dank digitalen Technologien können Produktionsmittel wie Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel eingespart werden. Gleichzeitig lässt sich der ökologische Fussabdruck der Landwirtschaft optimieren. In der Tierhaltung führen eine Früherkennung von Krankheiten oder die optimale, automatisierte Bewirtschaftung des Stallklimas zu einer gezielteren Fütterung und einer Reduktion von Antibiotika.

Bibliothek für die Hosentasche

Die Grundlage einer optimalen Betriebsführung bildet eine saubere digitale Datenerfassung und -verwaltung. Auf diese Aufgabe zugeschnitten ist der erste Barto Baustein der fenaco-LANDI Gruppe: MyDocs. Er wird im Juni 2020 als Erstes für fenaco Landesprodukte auf der Plattform aufgeschaltet. Dabei handelt es sich um eine Art digitale Dokumentenbibliothek. Mit dem neuen Baustein haben Landwirtinnen und Landwirte immer und überall Zugriff auf ihre Betriebsunterlagen. Mit ein paar wenigen Klicks verschaffen sie sich einen Überblick über ihren Hof und ihre Geschäftsbeziehungen. Die Zusammenstellung von Dokumenten für Analysen oder Betriebskontrollen kann schnell und effizient erledigt werden (siehe Textbox). Dabei behält die Betriebsleiterin oder der Betriebsleiter immer die volle Datenkontrolle. Die Nutzer entscheiden selber, welche Informationen mit Behörden oder Dritten geteilt werden. Sukzessive werden weitere Unternehmen sowie die LANDI den Bäuerinnen und Bauern ihre Geschäftsdokumente elektronisch über MyDocs verfügbar machen.

Offen für alle Akteure

Hinter den für den Nutzer praktischen Anwendungen steckt viel Arbeit. So steht Barto oft vor der Herausforderung, dass keine einheitlichen Standards für den Datenaustausch existieren, wie dies zum Beispiel für den Austausch von GIS-Daten notwendig wäre. «Bei der Digitalisierung geht es darum, die landwirtschaftlichen Produktionsprozesse in allen Bereichen zu erfassen und zu dokumentieren», sagt Marco Mattmann, Leiter Smart Farming bei der fenaco, «erst die Vernetzung von Daten bringen einen spürbaren Mehrwert». Eine weitere Knacknuss ist zudem die Finanzierung. Der Schweizer Markt ist im internationalen Vergleich klein, die agrarpolitischen Rahmenbedingungen sind unterschiedlich. Das verteuert die Realisation technischer Lösungen. Darum setzt Barto — genau wie 365 FarmNet — auf das Prinzip der «Coopetition», eine Symbiose von Konkurrenz und Kooperation. Nur wenn gemeinsam in gewisse Grundfunktionalitäten investiert wird, lassen sich diese überhaupt realisieren und Mehrwerte für die Nutzer schaffen. Darum steht Barto allen interessierten Akteuren offen. Sämtliche Branchenpartner können eigene Applikationen über Barto anbieten. Je mehr Anbieter Barto als Drehscheibe verwenden, desto besser für die Nutzer. 

Auf ein Wort

Grosse Chancen

Die Digitalisierung ist DAS Zukunftsthema überhaupt. Sie beeinflusst unseren Alltag und die Arbeitsweise in allen Bereichen. Die fenaco geht dieses Thema vorausschauend und aktiv an. Einerseits sollen die Bäuerinnen und Bauern bei repetitiven administrativen Arbeiten entlastet werden. Andererseits gelingt es dank der Digitalisierung, Hilfsstoffe wie etwa Pflanzenschutzmittel und Dünger präziser auszubringen. Das macht die landwirtschaftliche Produktion wirtschaftlicher und nachhaltiger. Auch im Bereich des Tierwohls sehe ich grosse Chancen.

«Die fenaco nimmt eine führende Rolle ein»

Die Entwicklung digitaler Lösungen ist kostenintensiv – für den verhältnismässig kleinen Schweizer Markt sowieso. Genau darum setzt die fenaco auf den Coopetition-Ansatz von Barto. Zusammen mit acht weiteren Aktionären investieren wir in die Entwicklung dieser Basisplattform, damit ein spürbarer Mehrwert für die Schweizer Landwirtschaft entsteht. Dass mit My-Docs nun bald der erste Baustein der fenaco-LANDI Gruppe aufgeschaltet wird, freut mich ausserordentlich.

Landwirtinnen und Landwirte, die sich neu mit der Digitalisierung ihres Betriebs auseinandersetzen sind unter Umständen skeptisch, vor allem in Bezug auf den Datenschutz. Diese Bedenken nehmen wir sehr ernst. Die Betriebsleitungen müssen jederzeit wissen und selbst entscheiden können, was mit ihren Daten passiert. Mit Barto ist dies sichergestellt. Ich bin überzeugt, dass die Digitalisierung für die Land- und Ernährungswirtschaft viele Vorteile bietet und wir alles daran setzen sollten, sie zu nutzen.

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