Landtechnik

Eine einfache und strapazierfähige Maschine

Die Anforderungen an einen Ladewagen hängen von dessen Verwendung ab. Für die Grassilage ist der Einsatz von möglichst vielen Messern ein wichtiger Faktor, während für Heu nur wenige Messer notwendig sind. Ein grosses Ladevolumen ist in diesem Fall von Vorteil. Wichtig ist auch das Fahrverhalten im Hang und auf der Strasse bei höherer Geschwindigkeit.

Ladewagen Lely Tigo MS 50 mit 50 m Ladevolumen, einfach und leistungsstark.

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Praxistest  Ladewagen Lely Tigo MS 50

Die Familie Jungo hat sich für das Modell Lely Tigo MS 50 entschieden, da diese Maschine ein grosses Ladevolumen aufweist und für strapazierfähige Einsätze gebaut ist. Die Direktschaltung aller Funktionen des Ladewagens erfolgt über einen Schaltkasten vom Traktorsitz aus. Da der Ladewagen fast ausschliesslich für den Heutransport verwendet wird, kann aufgrund des 50 m 3 -Volumens im Vergleich zu den älteren Modellen die Anzahl Transportfahrten verringert werden. Durch die solide Bauweise mit einem Rahmen und einem Aufbau aus Stahl ist er für ein Gesamtgewicht von 14 000 kg zugelassen.

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Blick aus der Führerkabine auf die hydraulische Deichsel und das Gehäuse für den Anschluss der Hydraulikschläuche.

Pick-up und Vorschubgabeln

Das Ladesystem ist das Herzstück des Ladewagens. Mit dem 1.8 m breiten Pick-up wird das Erntegut durch fünf Zinkenträger äusserst sauber aufgenommen. Dieser ungesteuerte Pickup läuft ruhiger und erbringt eine höhere Leistung, da der Futterfluss nicht gebremst wird. Er ist wartungsarm und dank der luftbereiften Pendeltasträder ist eine hervorragende Bodenanpassung gewährleistet. Auch in den Kurven ist die Leistungsfähigkeit mit weniger Seitendruck ausgezeichnet. Der Zinkenabstand beträgt 54 mm, zudem ist der Pickup feuerverzinkt, um einen hohen Korrosionsschutz zu sichern.

Die fünf Förderschwingen sorgen durch Antriebsritzel für einen gleichmässigen und leistungsstarken Einzug des Futters. An der Maschine der Gebrüder Jungo ist für das Laden des Heus nur ein Schneidwerk mit fünf Messern angebracht. Das Modell Lely Tigo MS kann mit maximal 33 Messern ausgestattet werden und ermöglicht eine Schnittlänge von unter 4 cm. Das Schneidwerk kann mit einem Schlüssel abgeklappt und die Messer werkzeuglos ausgewechselt werden. Sollte beim Befüllen ein Futterstau entstehen, wird dieser durch Ausschwenken des Schneidwerks behoben.

Der Kratzboden wird durch zwei 10 mm Ketten mit einer hydraulischen Vorrichtung angetrieben. Da er aus Holz besteht, ist eine lange Lebensdauer gewährleistet. Der Rahmen ist grosszügig bemessen und das verbundgefederte Tandemfahrwerk garantiert eine ausgezeichnete Bodenanpassung, auch bei voller Beladung und hoher Fahrgeschwindigkeit auf der Strasse. Eine gleichmässige Lastverteilung auf beiden Achsen ist sichergestellt und die Hochleistungsblattfedern sorgen für einen optimalen Fahrkomfort und für Fahrsicherheit.

Steuerung

Eine elektrische Komfortbedienung ermöglicht es, alle Funktionen von der Traktorkabine aus über die Hydraulik rechts vorne an der Maschine anzusteuern. Die Hofbetreiber haben sich für eine Steuerung entschieden, die sich hinten links befindet, um den Kratzboden in Gang zu setzen und das Futter zu entladen.

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Fünf Messer genügen, damit die Heuverteilung auf dem Haufen mit dem Laufkran gewährleistet ist.

Der automatische Ladestopp ist eine weitere Funktion, mit der das Modell Lely Tigo MS ausgestattet ist. Sobald der Druck beim Sensor am Wagenheck genügend hoch ist, melder ein akustisches Signal, dass der Ladevorgang abgeschlossen ist.

«An der Halterung des Stützfusses haben wir ein Gehäuse angebracht, um die Hydraulikanschlüsse anschliessen zu können, wenn die Maschine nicht am Traktor angehängt ist. Auf diese Weise wird der Druck auf die Schläuche vermieden und das Anschliessen an den Traktor vereinfacht», erklärt Thomas Jungo. «Ich möchte diese Option nicht mehr missen und sie sollte eigentlich Teil der Standardausrüstung sein», ergänzt Jungo, der begeistert ist von der einfachen Handhabung des Ladewagens, den er seit dem vergangenen Jahr einsetzt. 

Porträt: «Der Ladewagen soll einfach in der Bedienung sein»

Der Betrieb der Gebrüder Jungo befindet sich in St. Ursen in der Nähe von Freiburg. Die meisten der von ihnen bewirtschafteten Flächen grenzen an den Betrieb, einige Parzellen liegen im rund fünf Kilometer entfernten Tentlingen. Vom Hof aus, welcher 650 Meter über Meer liegt, geniesst man einen herrlichen Blick auf die Alpen. Die Betriebsfläche setzt sich zusammen aus 18 ha Waldfläche, 11 ha Wintergersten-, 9 ha Winterweizen-, 0.5 ha Dinkel-(UrDinkel), 0.5 ha Kartoffel- und 4.5 ha Maisanbaufläche. Der Rest ist Wiesenfläche. Die beiden Brüder Thomas und Hubert Jungo werden bei der Bewirtschaftung des Betriebs von einem Lernenden und weiteren Familienmitgliedern unterstützt. Die Jungos engagieren sich seit einigen Jahren in der Lehrlingsausbildung: Gegenwärtig absolviert bei ihnen eine junge Frau im dritten Lehrjahr eine Zweitausbildung zur Landwirtin EFZ.

Der wichtigste Betriebszweig ist mit 40 Kühen und einem Kontingent von 300 000 kg die Milchproduktion. Die Milch wird an die Käserei in Tentlingen zur Herstellung von Gruyère AOP geliefert. Ein kleiner Teil davon wird auch für die Vacherinproduktion verwendet. Im Sommer wird das Jungvieh, etwa 35 Tiere, in der Region von Jaun gesömmert. Der Betrieb vermarktet zudem direkt ab Hof UrDinkel-Mehl in Säcken zu 25 kg. Für dessen Produktion müssen die Richtlinien der Interessengemeinschaft Dinkel befolgt werden, sprich, es dürfen nur alte Sorten angebaut werden, die nicht mit Weizensorten gekreuzt worden sind. Der Verkauf der Kartoffeln erfolgt an Privatkunden und über den LANDI-Kanal.

Den Betriebsleitern stehen vier ältere Traktormodelle mit 35 bis 110 PS zur Verfügung. Die Heuwender sind ebenfalls Eigentum des Betriebs, während ein Lohnunternehmer die Drescharbeiten und das Pressen der grossen Stroh-Quaderballen erledigt. Ein Hektar Mais wird als Grünfutter verwendet und die Restfläche wird für das Vieh getrocknet. Ein Teil des Heus wird ebenfalls gepresst, der Grossteil wird jedoch als Belüftungsheu getrocknet. Das Ausbringen der Gülle erfolgt mit einem Schleppschlauchverteiler, den die Betriebsleiter gemeinsam mit anderen Landwirten besitzen. Dank der Arbeitsorganisation auf dem Betrieb steht Thomas Jungo etwas Zeit zur Verfügung, die er für verschiedene Aufgaben nutzt, etwa für die Käserei oder für sein Amt als Gemeinderat in der Gemeinde St. Ursen. Thomas Jungo ist mit seinem neuen Lely Ladewagen äusserst zufrieden. Ganz besonders schätzt er das grosse Ladevolumen, die einfache Bedienung sowie die gute Geländegängigkeit auch bei steilen Geländeabschnitten, obschon es sich um keinen Tieflader handelt.

AutorJean-Pierre Burri, UFA-Revue 1510 Moudon

BilderJean-Pierre Burri

InformationenIn loser Folge publiziert die UFA-Revue unter dem Titel «Praxistest» Berichte über land wirtschaftliche Maschinen. Die Interviewpartner, respektive Eigentümer dieser Maschinen, werden jeweils in Zusammenarbeit mit den Herstellern oder Importeuren ausgesucht.

www.lely.com

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