Die Mast direkt auf dem Geburtsbetrieb bietet viele Vorteile. Die Kälber bleiben auf dem Betrieb und müssen nicht transportiert werden. Das reduziert Stress und unterstützt die Tiergesundheit. Gleichzeitig kann überschüssige Milch zu hochwertigen Lebensmitteln veredelt werden. Betriebe erhalten damit eine flexible Möglichkeit, die Wertschöpfung ihrer Milch zu verbessern.
Milch allein reicht nicht
Vollmilch ist ein hochwertiges und gut verdauliches Futtermittel. Ihre Zusammensetzung schwankt jedoch naturgemäss und sie deckt den Bedarf eines Mastkalbes nicht in jeder Phase vollständig ab. Damit die Tiere jederzeit optimal versorgt sind, braucht es eine Ergänzung mit einem passenden Vollmilchergänzer und Spezialitäten. Ein Vollmilchergänzer schliesst Lücken bei Energie, Eiweiss, Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen. Je nach Menge an Vollmilch in der Tränke muss ein entsprechend passender Vollmilchergänzer eingesetzt werden, wobei auch die Möglichkeit einer reinen Pulver-Wasser-Mast besteht. Der Vollmilchanteil kann am Tränkeautomaten flexibel angepasst werden. Bei zusätzlichem Bedarf im Fall von Durchfall oder Krankheit stabilisieren Spezialitäten die Verdauung und unterstützen das Immunsystem. In Kombination mit einem Tränkeautomaten wird die Ration immer frisch zubereitet und die Qualität bleibt konstant hoch. So bleibt das Wachstum gleichmässig, die Fettabdeckung und Fleischigkeit der Kälber verbessern sich und das Risiko von Einbussen sinkt.
Tränkeautomaten ermöglichen eine hygienische und konstante Fütterung rund um die Uhr.
Tränkeautomat in Aufzucht und Mast
Moderne Tränkeautomaten erleichtern den Alltag und ermöglichen eine hygienische sowie konstante Fütterung rund um die Uhr. Besonders spannend ist die Möglichkeit, Aufzucht- und Mastkälber über denselben Automaten mit zwei Stationen zu versorgen. Voraussetzung dafür sind getrennte Gruppen, da sie unterschiedliche Nährstoffansprüche haben. Mastkälber profitieren von einer nährstoffreichen Ad-libitum-Fütterung und von einer angepassten Ergänzung. Aufzuchtkälber werden ihrem Alter entsprechend schrittweise abgetränkt und durch die gezielte Gabe von Rau- und Ergänzungsfutter zu leistungsfähigen Wiederkäuern entwickelt. Ein pro Gruppe korrekt eingestellter Automat verbindet Arbeitseffizienz mit den Ansprüchen der Kälber.
Das Besamungsmanagement gibt die Richtung vor
Ein abgestimmtes Besamungsmanagement stärkt die genetische Basis der gesamten Herde. Gesexter Samen eignet sich für Kühe, die weibliche Aufzuchtkälber liefern sollen. So entstehen Jungtiere mit guten Voraussetzungen für eine hohe Lebensleistung, Fruchtbarkeit und Gesundheit. Für Kühe, deren Nachkommen gemästet werden, bietet sich Mastgenetik an. Diese kombiniert Merkmale wie schnelles Wachstum, ausgeprägte Bemuskelung und eine gute Schlachtkörperqualität. Die Kälber erhalten damit eine genetische Grundlage, die optimal zur Mast passt. Durch diese klare Linie entstehen gut planbare Aufzucht- und Mastgruppen und das genetische Potenzial der Herde wird gezielt genutzt.
Eine Option mit Flexibilität
Überschüssige Milch kann durch Kälbermast auf dem eigenen Betrieb mit einem Tränkeautomaten flexibel veredelt und so die Wirtschaftlichkeit verbessert werden.
Aus der Praxis
Der Betrieb von Stefan und Monika Schilter in Ingenbohl SZ nutzt die Kälbermast gezielt als Instrument, um auf die Schwankungen des Milchmarktes zu reagieren. Der Milchviehbetrieb mit rund 35 Brown-Swiss-Kühen kombiniert die klassische Milchproduktion mit der Mast von Kälbern auf dem Geburtsbetrieb. Ziel ist es, möglichst wenig B-Milch und keine C-Milch abzuliefern und stattdessen überschüssige Milch direkt auf dem Hof in hochwertiges Kalbfleisch umzuwandeln.
Die Mastkälber bleiben auf dem Betrieb und werden über einen Tränkeautomaten mit Vollmilch versorgt. Pro Kalb werden rund 1000 bis 1200 Liter Vollmilch vertränkt, ergänzt mit dem Vollmilchergänzer UFA 201, sowie bei Bedarf mit Spezialitäten wie UFA top-sprint oder UFA toppunch zur Unterstützung von Verdauung und Gesundheit. Die zu vertränkende Milchmenge wird flexibel an die Marktsituation angepasst. In Phasen mit tiefem Milchpreis, insbesondere im Frühling, wird mehr Milch in die Kälbermast gelenkt. In den Sommermonaten mit tendenziell besserem Milchpreis wird die Milch vermehrt abgeliefert. So gelingt es dem Betrieb, die Preisschwankungen abzufedern.
Die Familie achtet bewusst auf überschaubare Gruppen und ein gutes Stallklima. Hygiene, tägliche Tierbeobachtung und korrekt eingestellte Futterkurven sind entscheidend für eine gleichmässige Entwicklung der Kälber. Ergänzend liefert die eigene Waage wertvolle Rückmeldungen zur Leistung und ermöglicht laufende Anpassungen. Für den Betrieb ist klar, dass die Kälbermast nicht nur eine Frage der Wirtschaftlichkeit ist, sondern auch gut ins Gesamtsystem des individuellen Betriebes passen muss.









