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Landtechnik

Maschinen nach Mass auf dem Betrieb

In neuen, aber auch in alten Hofgebäuden ist ein Heukran ein unverzichtbares Gerät, das für vielfältige Aufgaben eingesetzt wird. Vor allem bei bereits bestehenden Gebäuden, für die kein Heukran eingeplant war, müssen gewisse bauliche Anpassungen vorgenommen werden.

Publiziert am

Aktualisiert am

Redaktor, UFA-Revue

Heukran

In der Schweiz gibt es einige Hersteller von Heukränen, im benachbarten Ausland natürlich noch bedeutend mehr. Ihr Ziel ist, ein Kranmodell zu liefern, das für jede Arbeitssituation geeignet ist und über eine möglichst grosse Reichweite für relativ schwere Lasten verfügt. Allfällige Einschränkungen sind auch technisch bedingt. Dies gilt ganz besonders für die Hydraulikschaltungen und die Manövriergeschwindigkeit, aber auch bei Sicherheitsnormen, die einzuhalten sind. Bei der Installation eines Heukrans ist der Zugang zur Maschine ganz besonders wichtig, sowohl was die Sicherheit als auch die Platzverhältnisse für den Benutzer betreffen.

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Anpassung auf dem Stepa Palfinger zum Ausgleichen der Schienenbahnniveaus.

Die Installation eines Heukrans in einem bereits bestehenden Gebäude erfordert teilweise umfassende Anpassungen. Vielfach wird der Kran an der höchsten Stelle des Gebäudes angebracht, um das Heu so hoch wie möglich stapeln zu können und um zu allen Stallecken zu gelangen. Damit dies gewährleistet ist, braucht es vielfach ein Querfahrwerk. Bei einigen Einrichtungen führen die Kranbahnen auch zum Gebäude hinaus.

Das Einrichten eines Hängedrehkrans muss sorgfältig überlegt und gut geplant sein. Vor allem gilt es zu entscheiden, welcher Krantyp am besten für die tragende Struktur und die Grösse des Gebäudes geeignet ist. Die beabsichtigte Verwendung und die spezifischen Bedingungen spielen eine entscheidende Rolle: Soll der Kran für die Heulagerung in einem Heutrockner, zum Einräumen von Stroh oder zur Futterlagerung in einem Hochsilo dienen? Ausserdem muss der Heukran genügend Leistungsstärke aufweisen, um die Heumenge eines ganzen Tages einzubringen. Bei der Wahl des geeigneten Geräts können weitere betriebliche Eigenschaften eine entscheidende Rolle spielen.

Die verschiedenen Heukranmarken müssen die gleichen Anforderungen erfüllen. Die Hersteller bieten Maschinen mit unterschiedlichen Lösungen an, obschon die Grundkonstruktion der Geräte relativ ähnlich ist. Je grösser die Reichweite sein soll, desto wichtiger ist die Anzahl der Teleskopelemente. Ist der Hauptarm kürzer, ist er besser für kleinere Gebäude geeignet.

Ein Doppelteleskopsystem zeichnet sich üblicherweise durch eine einfache und kostengünstigere Bauweise aus. Bei diesen Modellen ist die Reichweite am geringsten. Das dreifache Teleskopsystem, das am weitesten verbreitet ist, gewährleistet eine hohe Arbeitsgeschwindigkeit, eine ruhige Arbeitsweise und eine mittlere Reichweite. Aus Sicht der Hersteller ist dieses System zudem sehr zuverlässig. Das vierfache Teleskopsystem ist bei maximaler Reichweite völlig unbestritten das kompakteste Modell mit dem einfachsten Handling.

Stepa Steindl-Palfinger

Das Hängedrehkran-Sortiment des österreichischen Herstellers umfasst viele Modelle und basiert auf dem Baukastensystem. Seit fünfzehn Jahren wendet Stepa Steindl-Palfinger ein System mit drückendem statt ziehendem Hubzylinder an. Das heisst, dass der Zylinder, der den hochzufahrenden Hauptarm in Gang setzt, herausfahren muss (drücken), um den Arm zu heben. Daher ist er hinter der Kransäule angebracht. Diese Funktionsweise reduziert gemäss dem Hersteller den Ölverbrauch beim Hebevorgang und bei der Senkbewegung, da der Zylinder eine kürzere Strecke zurücklegen muss und die Ölerwärmung geringer ist. Zudem wird die Arbeitsgeschwindigkeit erhöht. Das Öl kann für weitere Funktionen verwendet werden, zudem funktioniert der Arm regelmässiger. Der Zylinder ist kürzer und solider und somit auch leichter. Das Modell auf der Aufnahme zeigt die besondere Situation, wenn die Bahnen auf zwei Ebenen verlaufen. Es musste ein System zum Ausgleichen der Ebenen konstruiert werden, damit der Kran versetzt zum Giebel des Dachstuhls zirkulieren kann. Ein Versatz oberhalb des Verfütterungsplatzes ermöglicht das Deponieren des Futters und bietet einen guten Überblick, was bei der früheren Konstruktion nicht der Fall war.

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Fama Hydro Power Doppelteleskop mit seitlicher Verschiebung.

Fama Hydro Power

Die Fama Geräte werden vom Schweizer Unternehmen Fankhauser Maschinenfabrik im Kanton Luzern hergestellt. Das Unternehmen hat langjährige Erfahrung bei der Konstruktion von Heukränen. Die Maschinen zeichnen sich durch Leistung, Lastmoment und ein leistungsstarkes hydraulisches System aus. Die Fama Laufkräne arbeiten mit einem ziehenden Hubzylinder und sind mit einem Ölkühler ausgestattet. Der Hersteller bietet Heukräne mit Zwei- und Dreifachteleskoparmen für eine Hubhöhe von 7.8 bis über 11 m an. Die Kräne werden im Baukastensystem gefertigt, somit kann der Hersteller für jede Situation die erforderlichen Anpassungen vornehmen. Durch die hydraulische Dreipumpenvorrichtung passt sich die Hebegeschwindigkeit automatisch der Last am Hebearm an. Mit der Load-Sensor Überlastabschaltung wird der Steuerdruck auf dem Hubzylinder überprüft und eine Überbelastung des Hebearms verhindert. Wird das maximale Lastmoment erreicht, unterbricht das Load-Sensor Sicherheitsventil die Ölzufuhr vom Hubzylinder. Der Kran arbeitet erst wieder nach dem Ablegen der Last weiter. Bei Überbelastung ist ein Heben oder Senken des Arms nicht möglich, was zur Schonung der mechanischen Teile des Krans und des Gebäudes beiträgt.

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Vom Landwirt angebrachter Schutz für die Hydraulikschläuche.

Bächtold Landtechnik AG

Die Firma Bächtold befindet sich ebenfalls im Kanton Luzern und stellt seit über 20 Jahren Heukräne her. Durch die modulare Bauweise können die Maschinen massgeschneidert auf die Bedürfnisse hergestellt werden. Die Stärken des Unternehmens sind Belastbarkeit, Zuverlässigkeit und natürlich die grosse Erfahrung. Es stehen vielfältige Optionen zur Auswahl. Der grossdimensionierte Drehkranz sowie die stabile Kastenbauweise der Auslegeraufnahme sind verwindungssteif, robust und gewährleisten eine gleichmässige Lastverteilung an das Gebäude. Der unter dem Ausleger angebrachte Auslegerdrehpunkt ermöglicht direkte Siloentnahmen oder Arbeiten links und rechts der Heuwand ohne Querfahrwerk.

Das BA5 Modell verfügt über eine Reichweite von 11.8 m und ist mit einem Dreifachteleskoparm ausgestattet, der von einem ziehenden Hubzylinder angetrieben wird. Dieser Zylinder ist stehend eingebaut und gibt die Last direkt an den Drehkranz. Der Öltank hat ein grosses Fassungsvermögen. Als Option ist der Ölkühler erhältlich, der mit einem Thermostat und einer Selbstreinigungsanlage ausgestattet ist. Die Position des Öltanks liegt gegenüber der Kabine, wodurch der Fahrer vom Geräuschpegel und der Wärmeentwicklung weniger stark betroffen ist. Dieses Modell ist aufgrund des Dreifachteleskoparms für beengte Raumverhältnisse besonders gut geeignet. Ganz wichtig bei Hängedrehkränen ist der praktische Aspekt. Durch ein solides und zuverlässiges Modell, das auf die Eigenschaften des Gebäudes abgestimmt ist, ist ein effizienter Einsatz des Heukrans gewährleistet. Die Leistungsfähigkeit der Maschine fällt insbesondere mit Blick auf das Umlagern von schweren Lasten wie zum Beispiel Futter in Big-Bags auf. Auch die Wartung solcher Maschinen ist sehr wichtig, deshalb sollte dieses auch vor dem Kauf eines Heukrans angesprochen werden. Denn normalerweise ist bei einer Panne eine möglichst kurze Reparaturzeit gewünscht. 

AutorJean-Pierre Burri, UFA-Revue, 1510 Moudon

BilderJean-Pierre Burri

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