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Management

Kosten kennen und Einkommen maximieren

Das Ehepaar Laurence Andrey und José Eggertswyler nutzt seit 15 Jahren Vollkostenprogramme. Sie sind von den Vorteilen überzeugt und konnten dank den Tools ihr Betriebs einkommen maximieren. Seit nun einem Jahr nutzen sie das neue Vollkostenprogramm AgriPerform.

Laurence Andrey und José Eggertswyler führen in Ependes (FR) einen Betrieb mit 48 Milchkühen und 30 Hektaren Grünland.

Laurence Andrey und José Eggertswyler führen in Ependes (FR) einen Betrieb mit 48 Milchkühen und 30 Hektaren Grünland. 

(Gabriela Küng)

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Aktualisiert am

Leiterin Kommunikation, mooh Genossenschaft

Bereits seit 15 Jahren benutzt das Betriebsleiterehepaar Laurence Andrey und José Eggertswyler Vollkostenprogramme. Begonnen hatten sie mit dem Programm CoPro des landwirtschaftlichen Instituts Grangeneuve. «Wir waren und sind immer noch Teil einer Low-Input Gruppe. Jeder Betrieb aus der Gruppe hatte CoPro benutzt, um die Ergebnisse untereinander zu vergleichen», erklärt Andrey.

Systemwechsel

2003 stellte Eggertswyler seinen Betrieb auf Vollweide um, bei gleichzeitigem Genetikwechsel durch Einkreuzen von Kiwi und Umstellung auf saisonale Abkalbung. Die 48 Milchkühe geniessen silofreie Fütterung; die Milch wird zu Gruyère AOP verarbeitet. Im Vorfeld besuchte das Ehepaar einige Betriebe im Ausland und stellten fest, dass die ausländischen Betriebsleiter sehr oft und auch offen über die Kosten sprachen. «Das hat uns motiviert, unsere Kosten ebenfalls genauer unter die Lupe zu nehmen», erläutert Eggertswyler. Die Systemänderung, die Betriebsbesichtigungen im Ausland und die Nutzung der Vollkostenprogramme haben neben dem täglichen Engagement dazu beigetragen, dass die Familie ihr Betriebseinkommen maximieren konnte.

Weiss, wo man steht

«Dank der Nutzung von Vollkostenprogrammen wissen wir, wo wir stehen. Ich hätte zum Beispiel vorher nie die Tierarztkosten verglichen. Dank der Auflistung jeder einzelnen Kostenposition ist dies nun möglich», erklärt Andrey. In den Ergebnissen erscheinen Referenzgruppen, also ähnlich ausgerichtete Betriebe. Mit den durchschnittlichen Ergebnissen der Referenzgruppen kann man dann jede einzelne Kostenposition analysieren und erkennt, wo bessere oder auch schlechtere Ergebnisse erzielt werden als bei vergleichbaren Betrieben.

Dateneingabe

2018 hat das Betriebsleiterehepaar das erste Mal das neue Vollkostenprogramm von Agroscope, AgriPerform, benutzt. Auf die Frage hin, wieso sie gewechselt hätten, schmunzelt Andrey: «Wir wurden angefragt – und da wir das Programm vollständig selber nutzen konnten, waren wir umso mehr begeistert». Vorher hätten sie für die Dateneingabe in das CoPro jeweils einen halben Tag am landwirtschaftlichen Institut in Grangeneuve verbracht. AgriPerform hingegen sei für jemanden, der ein wenig Verständnis für Excel habe und sich in der Zahlenwelt etwas auskenne, leicht zu bedienen. «Um alle Daten zum Betriebszweig Milch einzutragen, habe ich ungefähr zwei Stunden gebraucht», erläutert Andrey. Sie hätte es aber vielleicht auch etwas einfacher – sie arbeitet zusätzlich bei Fidasol bei Prométerre, dem Treuhandbüro des waadtländischen Bauernverbands. Sie geht aber davon aus, dass es nächstes Jahr schneller gehen werde, da die grundlegenden Betriebsdaten bereits hinterlegt sind und das Programm nun für sie nicht mehr vollkommen neu sei.

Vorteile

AgriPerform ist ein gesamtbetriebliches Tool. Das heisst, dass die Vollkosten verschiedener Betriebszweige eingegeben, analysiert und schlussendlich miteinander verglichen werden können. Für das Ehepaar aus Ependes (FR) war diese Vielfältigkeit nicht so wichtig, denn sie setzen mit ihren 48 Milchkühen und 30 Hektaren Grünland voll und ganz auf die Milchproduktion. Sie hätten zwar noch einen Pouletmaststall für 4000 bis 5000 Poulets. Hier sei aber die Produktion von ihrem Abnehmer der Micarna klar vorgegeben. Trotzdem ist Andrey vom gesamtbetrieblichen Tool AgriPerform, das auf Excel basiert, begeistert. Es sei zweisprachig, die Dateneingabe einfach und selbständig machbar und kostenlos im Internet verfügbar. «Je länger wir das Tool benutzen, desto einfacher wird es. Weiter gibt es eine Registerkarte, in welcher automatisch eine Übersicht über mehrere Jahre erstellt wird», erläutert Andrey. Zudem besteht die Möglichkeit, die hinterlegten Verteilschlüssel für die Kosten individuell anzupassen. Das heisst konkret, dass beispielsweise die Maschinenkosten den verschiedenen Betriebszweigen automatisch angelastet werden – geht der Betriebsleiter aber davon aus, dass diese Verteilung nicht stimmt, kann dies individuell angepasst werden.

Veränderungen

«Die Buchhaltung sagt nicht viel über die Kosten pro Kilogramm Milch aus», erläutert Andrey einer der Gründe, wieso Vollkostenanalysen wichtig sind. Auf ihrem Betrieb hätten sie so die Kosten für den Tierarzt, die Besamung oder das Kraftfutter detailliert angeschaut und minimiert. Ebenfalls können «Kostenausschläge» überprüft und so der Betrieb optimiert werden. Auf die Frage hin, wann unbedingt ein Vollkostenprogramm benutzt werden sollte, erklärt Andrey: «Bei strategischen Entscheiden sollte man vor dem Entscheid seine Kosten kennen, damit man nach der Veränderung des Betriebes die Kosten und somit den Erfolg überprüfen kann.» 

Das Vollkostenprogramm AgriPerform kann unter www.agriperform.ch  kostenlos heruntergeladen werden.

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