Bio-Ackerbautage 2026: Hitze, Hackmaschine, Hightech

Trotz Temperaturen von über 30 Grad zog es am 19. und 20. Juni zahlreiche Fachleute nach Diessenhofen (TG) an die Bio-Ackerbautage 2026. Im Fokus standen aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze im biologischen Ackerbau, die direkt im Feld präsentiert und diskutiert wurden.

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Am Kartoffelsorten-Posten konnten die Besucherinnen und Besucher verschiedene Sorten direkt im Feld vergleichen und deren Unterschiede erkennen. Eigenschaften wie Ertragspotenzial, Krankheitsanfälligkeit und Eignung für den Bioanbau wurden anschaulich erläutert und gemeinsam diskutiert.

(Dr. Katharina Kempf)

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Bei hochsommerlichen Temperaturen von über 30 Grad fand am 19. und 20. Juni 2026 die zehnte Ausgabe der Schweizer Bio-Ackerbautage auf der Domäne St. Katharinental in Diessenhofen (TG) statt. Schon am Freitag zeigte sich der Anlass von seiner intensiven Seite: Bei rund 33 Grad Celsius lag die Hitze schwer über den Feldern, während sich ein Gewitter ankündigte. Trotz dieser Bedingungen zog es zahlreiche Fachleute und Interessierte in die Kulturen – nicht zuletzt, weil die Veranstaltung als eine der wichtigsten Plattformen für den Bio-Ackerbau in der Schweiz gilt.

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Die Bio-Ackerbautage 2026 fanden auf dem Betrieb von Urban und Nadine Dörig in Diessenhofen (TG) statt. Sie legen bei der Bodenfruchtbarkeit den Fokus auf aufbauende Prinzipien.

(Dr. Katharina Kempf)

Organisiert wurden die Bio-Ackerbautage 2026 vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) gemeinsam mit dem Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg, Bio Suisse, Bio Ostschweiz sowie der Domäne St. Katharinental und einem lokalen Organisationskomitee.

Im Zentrum der diesjährigen Ausgabe stand das Leitthema der Bodenfruchtbarkeit. Entsprechend stark lag der Fokus auf praxisnahen Lösungen, die langfristig stabile Erträge und resiliente Systeme ermöglichen. Auf insgesamt 16 Feldposten präsentierten Fachpersonen aus Forschung und Beratung aktuelle Versuchsanlagen und gaben Einblick in innovative Anbausysteme.

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Ein Highlight gleich am Anfang der Ausstellfläche der Bio-Ackerbautage: Der Beetle Collector, eine Maschine die durch die Stauden hindurchgeht und die Kartoffelkäfer abschüttelt. Diese landen dann in den Auffangschalen. 

(Dr. Katharina Kempf)

Die Besucherinnen und Besucher konnten sich direkt im Feld ein Bild von verschiedenen Kulturen und Produktionssystemen machen. Gezeigt wurden unter anderem Zuckerrüben, Wintergetreide oder Soja – häufig im direkten Vergleich unterschiedlicher Anbauweisen. Besonders anschaulich war etwa der Vergleich von gesäten und gesetzten Zuckerrüben oder die Präsentation des «System Dörig» im Sojaanbau (Dammkultur), bei dem Fragen zu Saatdichte, Sortenwahl und Bodenbearbeitung praxisnah diskutiert wurden.

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Die Anbaufläche von Bio-Soja in der Schweiz nahm seit 2021 bis 2025 um 70% zu.

(Dr. Katharina Kempf)

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Streifenanbau, der sowohl ökologische als auch pflanzenbauliche Vorteile verspricht. Verschiedene Mischkulturen – etwa Hafer mit Ackerbohnen oder Kartoffeln im Streifenanbau – zeigten, wie Biodiversität gesteigert und gleichzeitig Risiken wie Erosion oder Krankheitsdruck reduziert werden können.

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Im Streifenanbau ergänzen sich Hafer und Ackerbohnen, indem die Bohnen Stickstoff liefern und der Hafer durch schnelles Wachstum die Unkrautkonkurrenz reduziert. Das System kann Erträge stabilisieren und die Ressourcennutzung verbessern, erfordert aber eine präzise Anbau- und Erntetechnik.

(Dr. Katharina Kempf)

Grosses Interesse galt auch den Maschinendemonstrationen, die mehrmals täglich stattfanden. Moderne Hacktechnik, Laser- und Zupfgeräte sowie KI-gestützte Systeme zur Unkrautregulierung wurden direkt im Feld vorgeführt und miteinander verglichen. Diese technischen Entwicklungen zeigen eindrücklich, wie präzise und gleichzeitig ressourcenschonend mechanische Unkrautbekämpfung heute umgesetzt werden kann.

Neben Technik und Kulturen boten die Bioackerbautage auch Raum für übergeordnete Fragestellungen. Referate und Diskussionen griffen Themen wie Wassermanagement, neue Technologien oder Direktvermarktung auf. Dabei wurde deutlich, dass der Bio-Ackerbau zunehmend in einem Spannungsfeld zwischen Klimawandel, ökologischen Anforderungen und wirtschaftlichem Druck steht – und entsprechend innovative Lösungen verlangt.

Trotz der drückenden Hitze herrschte auf dem Gelände eine lebendige und engagierte Atmosphäre. Zwischen den Feldposten, Maschinenvorführungen und im Ausstellungsbereich ergaben sich zahlreiche Gespräche – ein zentraler Aspekt des Anlasses, der bewusst den Austausch innerhalb der Branche fördert.

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