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Pflanzenbau

Bio jätet mechanisch – mit Zupfern und Laser

Die mechanische Unkrautbekämpfung hat dank Bildtechnik, KI, GPS und Laser in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht. An den Schweizer Bio-Ackerbautagen bietet sich die ideale Gelegenheit, die neuesten und bereits bewährten Geräte für den Gebrauch in der Reihe und zwischen den Jungpflanzen im Einsatz zu beobachten.

Der Laserweeder von Carbon Robotics, ein amerikanisches Produkt mit grosser Verwendung im Gemüsebau. 

Der Laserweeder von Carbon Robotics, ein amerikanisches Produkt mit grosser Verwendung im Gemüsebau. 

(zvg)

Publiziert am

Mediensprecher FiBL

In der Schweizer Landwirtschaft kann man fragen, wen man will: Praktisch alle Interviewten haben nachhaltige Erinnerungen an tagelanges Jäten in Rüben oder Lagergemüse und den anschliessenden Muskelkater. Der Aufwand für die händische Unkrautentfernung ist enorm, da keine synthetischen Herbizide zur Verfügung stehen. Das gilt vor allem für den Bio-Anbau von Zuckerrüben und anderen Hackfrüchten, aber auch für Spezialkulturen wie Karotten und Zwiebeln. Dank technischem Fortschritt hat sich dieser Aufwand in den letzten Jahren deutlich verringert. Im Rahmen der Bio-Ackerbautage in Diessenhofen (s. Kasten) bietet sich nun die Gelegenheit, die zur Verfügung stehende Gerätepalette etwas genauer anzuschauen. Man unterscheidet zwischen In-Row-Hackgeräten, also solchen, die in der Reihe zwischen Zuckerrüben- oder Maispflanzen und Beikraut unterscheiden können. Die zweite Gerätegattung sind laserbasierte Geräte, die etwa beim Jäten von Rüebli und Zwiebeln eingesetzt werden. Daniel Vetterli, Landwirt und OK-Präsident der Bio-Ackerbautage, hat einen kleinen Überblick über das Angebot gegeben.

In-Row-Hackgeräte

– Der Farmdroid ist ein autonomer Roboter, der mit GPS arbeitet und 2020 erstmals eingesetzt wurde. Unter den vorgeführten Geräten ist er damit schon fast ein Veteran. Er sät und merkt sich den genauen Standort der Samen, was ihm dann ermöglicht, punktgenau zu jäten.
– Das Ullmanna Newman ist ein traktorgezogenes tschechisches Produkt (Importeur Sevra). Die Höhenführung erfolgt hier über Kameraführung statt mit Tastrad und ist deshalb auch für engere Reihen geeignet.
– Vom österreichischen Bio-Spezialisten Einböck wird das Gerät Invera gezeigt (Importeur Aebi Suisse).
– Die deutsche Firma Kratzer (Importeur Bucher) hat ein Hackgerät auf den Markt gebracht, das mit KI-Kameratechnik von Dahlia Robotics ausgestattet ist und sich durch leichte Bauweise auszeichnet.
– Der Raptrac ist ein 1,5 m breiter, vielseitiger, robotisierter Geräteträger mit 3-reihigem Hackgerät von einem Urner Start-up, ausgerichtet auf Direktvermarktungsbetriebe mit kleinen Parzellen.

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Ohne Laser unterwegs: Der OddBot aus niederländischer Produktion arbeitet mit Kameras und Zangen. 

(zvg)

Diffizile Arbeit im Bio-Gemüse

Maschinen für das Jäten von Rüebli und Zwiebeln, von Daniel Vetterli «Pinzetten-Jäten» genannt:

– Ein weiteres Schweizer Start-up, die Zürcher Firma Caterra, hat ein sehr leichtes autonomes Gerät gebaut, das mit Laser arbeitet.
– Carbon Robotics (Importeur Launel AG) ist ein bereits gut bewährtes, traktorgezogenes amerikanisches Produkt, welches das Unkraut ebenfalls mit Laser eliminiert.
– Der niederländische Odd Bot Maverick (Importeur Sevra) ist eine absolute Neuigkeit. Dabei handelt es sich um ein Zupfgerät, das mit Kameras und Zangen, aber ohne Laser arbeitet.

Reichhaltiges Schaufenster für den Bio-Ackerbau

Urban und Nadine Dörig beherbergen am 19. und 20. Juni 2026 auf ihrem Betrieb St. Katharinental in Diessenhofen die Schweizer Bio-Ackerbautage. Landwirtinnen und Landwirte sowie die ganze Bevölkerung sind herzlich eingeladen, die neusten kulturtechnischen und mechanischen Entwicklungen auf dem Feld zu studieren. Der arrondierte Betrieb mit über 100 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche bietet die ideale Umgebung für das Schaufenster des Bio-Ackerbaus. Der reichhaltige Anlass bietet den Besuchenden 16 Feldposten, Maschinenvorführungen, einen Ausstellungsbereich, diverse Fachreferate und Bio-Verpflegung. Organisiert wird der Anlass vom Bildungszentrum Arenenberg, Bio Suisse und FiBL.

Weitere Informationen auf bioackerbautag.ch

Agrar-Quiz: Mechanische Unkrautbekämpfung
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