Je nach Region, Lage der Parzelle und Zustand des Pflanzenbestandes haben Wiesen und Weiden unterschiedlich stark unter der Hitze und Trockenheit dieses Sommers gelitten. Wo noch nichts unternommen wurde, gilt es jetzt die Schäden zu beheben und die Lücken zu schliessen. Eine gut geplante Übersaat mit entsprechender Vorarbeit stellt das Ertragspotenzial für das kommende Jahr wieder her und verbessert Futterqualität und Schmackhaftigkeit. Untersuchungen zeigen: Pro 10 % Lücken im Bestand ist mit einem Ertragsverlust von 6 % zu rechnen. Erfahrungsgemäss sind Übersaaten bis zum 20. September am erfolgreichsten. Spätere Saattermine bergen ein höheres Risiko für Auswinterungsschäden.
Wiesen mit intaktem Wurzelwerk, die während der Sommerhitze schonend bewirtschaftet wurden, ergrünen nach der Trockenheit von selbst wieder. Doch auch hier gilt: Lücken frühzeitig schliessen, bevor sich unerwünschte Pflanzen ausbreiten. Konnten sich die gewünschten Gräser – meist Raigras – bereits versamen, genügt ein Striegelgang mit anschliessendem Walzen vor einem ergiebigen Niederschlag. Wer auf Nummer sicher gehen will, bringt mit einer Übersaat gezielt neue Arten in den Bestand, etwa Wiesenrispe und verschiedene Kleearten.
Mischungswahl: Welche Arten eignen sich?
In der diesjährigen Trockenheit lieferten wieder Luzerne, Rotklee und Rohrschwingel am längsten noch Ertrag. In ihrem Schatten litt auch der übrige Bestand weniger. Luzerne stellt hohe Ansprüche an Standort und Bewirtschaftung und ist wegen ihrer schwachen Konkurrenzkraft in der Jugendphase als Übersaat in bestehende Bestände schwer zu etablieren. Mattenklee, die ausdauerndere Form des Rotklees, hat in Übersaaten lückiger Bestände dagegen gute Erfolgschancen und ist bezüglich Standort und Bewirtschaftung deutlich genügsamer. Auch Rohrschwingel und Knaulgras bringen mehr Trockenheitstoleranz in die Wiese. Raigräser zeigen eine schnelle Jugendentwicklung und eignen sich generell gut für Übersaaten; liegt der Fokus auf raschem Ertrag statt auf Ausdauer und Robustheit, empfehlen sich Mischungen mit entsprechend hohem Raigrasanteil. Sind Wiesen und Weiden so stark geschädigt, dass mehr als 50 % der Fläche Lücken oder offenen Boden zeigen, kommt eine Übersaat einer Neuansaat gleich. Dann lohnt sich die Vollversion einer Mischung. Eine oberflächliche Bearbeitung mit der Kreiselegge schafft in solchen Fällen Platz und einen guten Bodenschluss für die anschliessende Saat.
Übersaat im Herbst: So gelingt sie
Übersaaten in grosser Sommerhitze und Trockenheit scheitern meist. Es braucht Geduld, bis Feuchtigkeit vorhanden oder zumindest in Aussicht ist. Verfilzte Bestände mit viel Gemeiner Rispe müssen vor der Übersaat mehrfach intensiv gestriegelt werden, damit sich der Filz öffnet und löst. Das ausgestriegelte Material ist anschliessend abzuführen, damit die Sämlinge genügend Platz und Bodenkontakt erhalten. Nach der Saat wird gut gewalzt.
Wo möglich, sollte im Herbst ein Säuberungsschnitt oder ein kurzes Überweiden eingeplant werden. Auch der erste Schnitt im Folgejahr sollte früh erfolgen, damit die Keimlinge genug Platz und Licht zur Etablierung haben. Auf Stickstoffdüngung oder Gülle ist bis zur ersten Nutzung nach der Übersaat zu verzichten, denn sonst wird der Altbestand zusätzlich gestärkt und die Neuansaat verdrängt.
Eine Übersaat ist selten eine einmalige Massnahme. Wo Wiesenerneuerungen über die Fruchtfolge nicht möglich sind, lohnt sich eine regelmässige, strategisch geplante Übersaat. Erfahrungen aus der Praxis zeigen: Betriebe, die Übersaaten regelmässig und über die Jahre gestaffelt durchführen, ernten mehr und qualitativ besseres Futter.
Praxistipp fenaco, UFA Samen
Mischung mit Arten für trockene Standorte
Die Übersaatmischung UFA U-Helvetia AR Highspeed eignet sich besonders für trockene, heisse und flachgründige Standorte. Mattenklee, Knaulgras und Rohrschwingel etablieren sich als Übersaat erfolgreich und gedeihen selbst dort, wo es anderen Pflanzen zu heiss und trocken wird. Mattenklee – die ausdauernde Form des Rotklees – punktet zudem bei Stickstofffixierung, Ertrag und Proteingehalt.







