category icon
Pflanzenbau

Weide: Q2 statt Intensiv

Wo Kühe strukturreiche Weiden gestalten, blühen Margeriten, Salbei und Klee um die Wette. Extensiv genutzte Weiden verbinden ökologische Vielfalt mit wirtschaftlichen Vorteilen: Sie liefern schmackhaftes Futter und sichern dank Q2-Beiträgen zusätzliche Einnahmen.

Kühe fressen selektiv und verändern so die Konkurrenz zwischen den Pflanzen.

Kühe fressen selektiv und verändern so die Konkurrenz zwischen den Pflanzen.

(Michael Burri)

Publiziert am

Leitung Wildblumen, UFA-Samen

Extensiv genutzte Weiden zählen zu den Biodiversitätsförderflächen (BFF). Sind im Bestand regelmässig mindestens sechs Zeigerarten vorhanden, erreichen sie die ökologische Qualität II (Q2) und berechtigen zu zusätzlichen Direktzahlungen. Der Beitrag beträgt 1150 Franken pro Hektar und Jahr; liegt die Weide in einem Vernetzungsprojekt, fällt er noch höher aus. Zwar sind die Erträge auf artenreichen, extensiven Standweiden geringer als auf intensiv genutzten Flächen, dafür liefern die vielfältigen Kräuter und Gräser besonders hochwertiges und schmackhaftes Futter. Weidetiere schaffen eine heterogene Struktur mit offenen Stellen, höheren Grasbüscheln sowie Kräutern und Blühpflanzen dicht nebeneinander – ökologisch sehr wertvoll. Typische Arten sind etwa Wiesensalbei, Bibernelle, Margerite, Flockenblume, Hornklee und Glockenblume. Dornenreiche Gebüsche oder artenreiche Gehölzgruppen steigern den Wert zusätzlich. So entstehen Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge, Heuschrecken und Spinnen sowie Nahrungs- und Brutgebiete für Vögel, Reptilien und andere Kleintiere. Artenreiche Weiden sind heute selten; in der Schweiz gibt es fast doppelt so viele extensiv genutzte Heuwiesen.

Besatzstärke beachten

Q2-Weiden werden eher spät genutzt: Die erste Beweidung erfolgt ab Ende April oder Anfang Mai, abhängig vom Vegetationsbeginn. Zur Förderung der Artenvielfalt sind mehrere kurze Weidegänge ideal, ohne die Fläche zu übernutzen. Auf mageren Standorten genügt eine durchschnittliche Besatzstärke von etwa 0,5 GVE pro Hektar und Saison, auf nährstoffreicheren rund 1,5 GVE. Nach dem Weiden sollten sichtbare Reste stehen bleiben, damit Kräuter und Zeigerarten aussamen und langfristig erhalten bleiben. Gedüngt wird ausschliesslich durch die Tiere; zusätzliche Düngung ist nicht erlaubt. Ein Weideputzschnitt im Herbst ist hingegen zulässig und sinnvoll.

Mischungen für die Neuanlage von Q2-Flächen

Für die Neuanlage artenreicher Weiden stehen geeignete Saatmischungen mit einheimischen Gräsern und Blumen zur Verfügung (z. B. UFA Artenreiche Dauerweide CH G). Ein Teil der enthaltenen Arten gilt als Zeigerarten für Q2. Erreicht eine bestehende Weide die Anforderungen nicht mehr flächendeckend, kann auch nur eine Teilfläche neu angesät werden (z. B. mit UFA Artenreiche Dauerweide CH i G mit erhöhtem Blumenanteil). Die Arten können sich von dort aus mit der Zeit in die übrige Fläche ausbreiten. Entscheidend für den Erfolg ist die Saat in ein sauberes, gut vorbereitetes Saatbett; vorhandener Fremdbewuchs muss vorgängig entfernt werden. Eine reine Übersaat ist in der Regel wenig wirksam.

Agrar-Quiz: Mechanische Unkrautbekämpfung
Agrar-Quiz: Mechanische Unkrautbekämpfung

Testen Sie Ihr Wissen. Machen Sie mit am Agrar-Quiz der UFA-Revue. Die Fragen beziehen sich auf die Unkrautbekämpfung und Maschinen zur mechanischen Unkrautbekämpfung.

Zum Quiz

Meistgelesene Artikel