fenaco fördert Haferanbau in der Schweiz

Hafer erfreut sich bei den Konsumentinnen und Konsumenten wachsender Beliebtheit. Dennoch wird in der Schweiz kaum Speisehafer angebaut. fenaco Getreide, Ölsaaten, Futtermittel möchte dies ändern. Dank garantierter Abnahmemengen und besserer Vergütung soll der Anbau für die Schweizer Bauernbetriebe auch ausserhalb der Nische wirtschaftlich interessanter werden. Das Ziel: In Zukunft sollen mehr Trendprodukte aus Schweizer Hafer in den Ladenregalen stehen.

Fortunat Schmid und Landwirt Marc Lehmann im Haferfeld.

Fortunat Schmid und Landwirt Marc Lehmann im Haferfeld.

(Bild: fenaco)

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Hafer zählt zu den ernährungsphysiologisch besonders hochwertigen Getreidesorten. Er ist leicht verdaulich und weist einen hohen Gehalt an B-Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen auf. Als pflanzlicher Eisenlieferant ist er in der vegetarisch-veganen Ernährung beliebt. Zudem wirkt sich der Konsum von Hafer positiv auf den Cholesterinspiegel aus. Hafer fällt aufgrund dieser Eigenschaften in die Kategorie der «Superfoods» und wird zunehmend nachgefragt. Zu den klassischen Haferflocken haben sich in den Ladenregalen zahlreiche Trendprodukte wie Haferdrinks, Haferjoghurts, Haferflakes oder Hafercookies gesellt.

Schweizer Speisehafer zurzeit noch eine Nische

Die Schweiz deckt ihren Haferbedarf zurzeit in erster Linie aus Importen. Jährlich werden ca. 50 000 Tonnen eingeführt, mehrheitlich aus Finnland, Deutschland, Frankreich und Tschechien. In der einheimischen Landwirtschaft spielt das wertvolle Getreide mit einer Anbaufläche von rund 1700 Hektaren eine untergeordnete Rolle. Und dies, obwohl Hafer wenig Ansprüche an den Boden stellt und als Gesundungsfrucht – er überträgt keine Fruchtfolgekrankheiten – auch in der Fruchtfolge eine spannende Kultur darstellt. Das Getreide mit dem nussigen Geschmack benötigt zur Kornausbildung lange und kühle Sommertage. Dies macht den Anbau von Qualitätshafer aufgrund der klimatischen Bedingungen in der Schweiz durchaus anspruchsvoll. Wohl auch deshalb setzen zurzeit nur wenige Landwirtinnen und Landwirte auf Speisehafer. Der grösste Teil der Produktion wird verfüttert.

Steigerung der Produktion dank besserer Vergütung

Damit die Schweizer Landwirtschaft das Potenzial von Speisehafer in Zukunft besser nutzen kann, steigt fenaco Getreide, Ölsaaten, Futtermittel (fenaco GOF) mit produzentenfreundlichen Konditionen in den Vertragsanbau von Hafer ein. «In der Schweiz beginnt die Wertschöpfungskette von Hafer heute bei der verarbeitenden Lebensmittelindustrie. Unser Ziel ist es, sie bis auf den Acker auszudehnen», erläutert Fortunat Schmid, Mitglied der Geschäftsleitung von fenaco GOF, die Idee hinter der Initiative. fenaco GOF garantiert den Landwirtinnen und Landwirten die Abnahme ihrer Produktion und stellt die Vermarktung an die Verarbeitungsbetriebe sicher. «Neu vergüten wir den LANDI den aufbereiteten Speisehafer, welcher die Qualitätsrichtlinien erreicht, mit einem Zuschlag von zehn Franken pro 100 kg gegenüber dem Richtpreis für Futterhafer. So wird der Anbau von Speisehafer für die Bauernbetriebe auch ausserhalb der Nische wirtschaftlich interessanter», ergänzt Fortunat Schmid. Nach ersten Erfahrungen in den Ernten 2020 und 2021 soll es ab 2022 mit dem Vertragsanbau losgehen. Die Annahme des Hafers erfolgt über die Getreidesammelstellen beteiligter LANDI. Diese suchen zurzeit Landwirtinnen und Landwirte, die sich für die Speisehaferproduktion interessieren.

Anforderungen an Haferproduzentinnen und Haferproduzenten

Gemeinsam mit den örtlichen LANDI sucht fenaco Getreide, Ölsaaten, Futtermittel nach Landwirtinnen und Landwirten, die in die Vertragsproduktion von Speisehafer einsteigen möchten. Folgende Bedingungen müssen erfüllt sein:

  1. Aussaat von zertifiziertem Saatgut Weisshafer gemäss Liste der empfohlenen Sorten LES
  2. Einhaltung der Produktionsrichtlinien für Suisse Garantie inkl. Anmeldung via Agrosolution (durch LANDI mittels Anbauvereinbarung)
  3. Anwendung der Zu-/Abschläge-Skala Hektoliter von swiss granum, mindestens 50 kg/HL
  4. Kein Schwarz- und Gelbhafer enthaltend
  5. Gesunde, den Übernahmebedingungen von swiss granum entsprechende Ware

Nach der Aufbereitung in der Sammelstelle darf der Hafer maximal 14,5 Prozent H20 und 2 Prozent Fremdbesatz aufweisen. Interessierte Produzentinnen und Produzenten wenden sich an ihre LANDI für den Abschluss einer Anbauvereinbarung im Maxi-System.

Quelle: fenaco Genossenschaft

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