Nutztiere

Mehr als Fütterung

Als Grundbasis für eine erfolgreiche Zuchtsauenhaltung braucht es ein optimales Fütterungsmanagement. Mit diesem sind gesunde und leistungsfähige Tiere sowie grosse und gesunde Würfe gewährleistet. Zusätzlich sind weitere Managementmassnahmen entscheidend für den Erfolg.

Galtsauen in einer Grossgruppe. Die Konditionierung ist ein wichtiger Bestandteil während dieser Phase. 

(Bild: Eva Studinger)

Publiziert am

Aktualisiert am

Schweinespezialist, UFA AG

Die Grundlagen des Fütterungsmanagements ergeben sich aus dem Produktionszyklus der Sauen. Dieser wird in vier Phasen unterteilt. Wichtigster Grundsatz ist, den Bedürfnissen der Tiere in den verschiedenen Phasen gerecht zu werden und eine bedarfsgerechte Fütterung zu gewährleisten.

Phasenfütterung

Galtphase

Vier bis fünf Tage nach dem erfolgreichen Decken erfolgt das Umstallen in den Galtsauenstall. Ab diesem Zeitpunkt ist eine gute Körperkondition essenziell und die Basis für eine hohe, kontinuierliche Leistung der Zuchtsauen. In der niedertragenden Phase müssen Körperreserven aufgebaut werden. Zudem müssen sich befruchtete Eier einnisten und Föten gleichmässig entwickeln. Dies stellt eine grosse Anzahl Ferkel mit einem möglichst ausgeglichenen Geburtsgewicht sicher. Bei einer gut konditionierten Sau soll die Kurve auf 31 MJ VES, bei einer unterkonditionierten auf 40 MJ VES, eingestellt werden. Durch die angepasste Energiezufuhr kann die Sau ihren Körper in Form bringen. Ziel ist am 85. Trächtigkeitstag ein Body Condition Score (BCS) von 3,5. Damit leere Sauen nicht zu lange gefüttert werden, ist die Trächtigkeitskontrolle drei bis vier Wochen nach dem Decken durch zuführen.
In der hochtragenden Phase ab dem 85. Trächtigkeitstag nimmt das Wachstum der Föten stark zu. Entsprechend ist die Energie- und Aminosäurenversorgung um zehn bis 20 Prozent zu erhöhen, damit ein hohes Wurfgewicht erzielt werden kann. Doch aufgepasst: eine übermässige Energieversorgung der Tiere führt zu einer Verfettung (BCS > 3,5), welche das Risiko für das Postpartale Dysgalaktie Syndrom (PPDS) erhöht.

Abferkeln

Rund eine Woche vor dem Abferkeln erfolgt die Umstallung in die Abferkelbucht. Idealerweise wird das Galtsauenfutter bis nach dem Abferkeln gefüttert. Ist dies technisch nicht möglich und der Einsatz von Säugendfutter unumgänglich, sollte die Ration mit einem faserreichen Produkt ergänzt werden. Dadurch können Verstopfungen verhindert werden. Die Darmaktivität wird aufrechterhalten und die Bildung von krankmachenden Keimen wird, als Vorbeugemassnahme gegen PPDS, auf ein Minimum reduziert.

Säugezeit

Die Säugezeit bedeutet für die Sauen Höchstleistung. Wenige Tage nach der Geburt muss die Energieaufnahme verdreifacht werden. Für die Milchbildung in der Säugezeit ist der Energie- und Nährstoffbedarf stark erhöht. Eine hohe Nährstoffdichte im Futter ist relevant, damit der Bedarf gedeckt werden kann und kein zu starker Abbau der Körperreserven eintritt. Je nach Anzahl Ferkel liegt der Energiebedarf der Sau bei 110 MJ VES oder höher. Besonders Jungsauen können nicht immer genügend Säugendfutter aufnehmen. Hier empfiehlt sich, ein Hochenergiekonzentrat beizufüttern.

Wenige Tage nach der Geburt muss die Energieaufnahme verdreifacht werden.

Leerzeit

Am Absetztag wird der Sau nur Wasser angeboten. Das Absetzen löst bei der Sau die nächste Rausche aus. Mit einem Flushing kann die Follikelbildung zusätzlich stimuliert werden. Dabei werden die Sauen mit einer hohen Menge an energiereichem Futter gefüttert. Die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Decken sind geschaffen und der Zyklus in vier Phasen schliesst sich.

Idealerweise wird das Galtsauenfutter bis nach dem Abferkeln gefüttert.

Wichtige Punkte für eine erfolgreiche Zuchtsauenstrategie:

  • Bedarfsgerechte Fütterung nach Phasen des Produktionszyklus
  • Produktionsprozesse und Herdenstruktur mit Planertool kontrollieren und optimieren
  • Hygiene auf höchstem Standard halten

Management

Sauenplaner

Das beste Fütterungsregime nützt nichts, wenn weitere wichtige Managementparameter nicht einer klaren Struktur folgen oder vernachlässigt werden. Für eine Übersicht über den gesamten Produktionsprozess ist ein Sauenplaner ein hilfreiches Managementinstrument. Mit dem UFA 2000-Planer kann Verbesserungspotenzial auf dem Betrieb aufgedeckt werden. Weiter ist es unabdingbar, einen strikten Produktionsrhythmus festzulegen und zu verfolgen. Durch die Schweinezucht mit Sauengruppen in einem vorgege benen Rhythmus werden Infektionsketten durchbrochen, effizienteres Deckmanagement von Gruppen und eine bessere Rausche erreicht.

Herdenstruktur

Ein zusätzlicher Erfolgsfaktor ist die Herdenstruktur. Definiert wird sie durch die Altersverteilung der Sauen. Die höchsten Leistungen erreichen die Sauen in der Regel zwischen dem zweiten und dem fünften Wurf. Daher umfasst die optimale Herdenstruktur am meisten Sauen in den ersten drei Würfen. Um dies zu erreichen, ist es wichtig, bei Sauen mit hoher Wurfnummer strenger zu selektionieren. Der genetische Fortschritt wird durch die Jungsauen in die Herde gebracht. Bei Fremdremontierung sollten regelmässig Jungsauen zugekauft werden und bei Eigenremontierung müssen regelmässig Jungsauen nachgenommen werden.

Hygiene und Gesundheit

Damit die Tiere gesund durch den Produktionszyklus kommen, braucht es zusätzliche Massnahmen. Die Hygiene im Stall ist dabei das A und O. Sauen müssen vor dem Einstallen in den Abferkelstall gereinigt, die Buchten nach jedem Umtrieb gewaschen und desinfiziert werden. Kranke Tiere sollten immer am Schluss versorgt werden und beim Stalleingang muss eine Hygieneschleuse erstellt werden. Mit diesen Massnahmen ist neben der Fütterung ein zweiter Faktor – das Reduzieren krankmachender Keime – für gesunde Tiere erfüllt. Ein korrektes Impfregime nach Vorgaben der Impfrichtlinien unterstützt die Massnahmen als weiterer Faktor. 

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