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Pflanzenbau

3 Fragen an Florian Schweizer

Die UFA-Revue stellte Florian Schweizer, Portfoliomanager bei Agroline Bioprotect, drei Fragen zum Kartoffelstress und zu möglichen Gegenmassnahmen.

Dr. Fabian Schweizer Portfoliomanager, Agroline Bioprotect

Dr. Fabian Schweizer Portfoliomanager, Agroline Bioprotect

(zvg)

Publiziert am

Redaktorin, UFA-Revue

Woran erkennt man, ob und wann ein Produkt gegen abiotischen Stress bei Kartoffeln nötig ist?

Abiotischer Stress wie Hitze oder Trockenheit kündigt sich meist an – etwa über Wetterprognosen oder lokale Wetterstationen. Produzentinnen und Produzenten können so die Bewässerung und den präventiven Einsatz von Biostimulanzien gezielt planen. Kartoffeln reagieren besonders empfindlich auf Wassermangel. Sinkt die Wasserverfügbarkeit, leidet die Pflanzenentwicklung sofort, und der Ertrag nimmt ab. Deshalb sind frühe Massnahmen zentral: Bewässerungsintervalle an die Verdunstungsrate anpassen und den Pflanzenschutz konsequent weiterführen, weil gestresste Pflanzen anfälliger für Krankheiten wie Alternaria sind. Biostimulanzien wie Yukan, ein Pflanzenextrakt aus Yucca schidigera, sollten vorbeugend eingesetzt werden. Die enthaltenen Terpene stabilisieren die Zellmembranen und erhöhen die Stressresistenz. Produkte auf Algen- oder Zuckerrübenbasis mit Glycin-Betain wirken ähnlich und beugen stressbedingten Schäden vor.

Welche Symptome sieht man im Feld?

Trockenheit und Hitze entziehen den Kartoffelpflanzen Wasser. Die Zellen verlieren ihre Kraft, welken und können absterben. Gleichzeitig entstehen schädliche Sauerstoffverbindungen, die die Zellen weiter schwächen. Um Wasser zu sparen, schliessen die Pflanzen ihre Spaltöffnungen. Dadurch bekommen sie weniger CO 2 und können schlechter Photosynthese betreiben. Am Ende wächst die Pflanze weniger. Das zeigt sich dann auf dem Feld durch geringeres Wachstum und unvollständigen Reihenschluss. Die Pflanzen blühen oft früher, setzen weniger und kleinere Knollen an. Das führt zu Ertragseinbussen – sowohl in der Menge als auch im Stärkegehalt. Trockentolerante Sorten sind daher besonders auf nicht beregneten Flächen entscheidend. Biostimulanzien können Stressfolgen abfedern, aber leider keine fehlende Wasserversorgung ausgleichen.

Wenn nur eine Massnahme möglich ist: Wo liegt der grösste Hebel?

Der stärkste Hebel bleibt schlicht die Bewässerung. Hitze- und Trockenperioden nehmen zu, gleichzeitig steigt das Risiko von Wassermangel oder Bewässerungsverboten. Die Forschung von Agroscope zeigt, was Ertrag und Qualität massgeblich beeinflusst: Niederschlag, Sonneneinstrahlung, Temperatur und Sortenwahl. Direkt steuern können Produzentinnen und Produzenten jedoch nur Sortenwahl und Bewässerung – deshalb sind sie die wirksamsten Massnahmen zur Sicherung von Ertrag und Qualität.

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