Landtechnik

Weniger, dafür besser und präziser streuen

Im Pflanzenbau sind zusätzliche Produktionsmittel erforderlich, um die Produktivität der Kulturen zu sichern. Mit den Verfahren zur präziseren Ausbringung von Dünger lässt sich die Anwendung besser auf die Bedürfnisse der Pflanzen abstimmen und die Düngermenge in der ganzen Parzelle reduzieren.

Argus Twin

Mit Argus Twin überwachen Radarsensoren rechts und links die Querverteilung des Düngers.

(Amazone)

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Redaktor, UFA-Revue

Die Hersteller von Düngerstreuern tragen mit immer präziseren Maschinen aktiv zur Präzisionslandwirtschaft bei. Die Kartierung der Parzelle ist wichtig für die Bestimmung des Produktionspotenzials der verschiedenen Zonen und der Menge des auszubringenden Düngers. Die «Präzision» besteht in Zukunft in einer besseren Verteilung durch Teilbreitensteuerung oder Dosierung des Düngers am Behälterausgang eines komplett Isobus-gesteuerten Streuers.

Amazone «Argus Twin»

Der ZA-TS hat mit Argus Twin ein Überwachungssystem, das den Düngerstreuer automatisch einstellt. Radarsensoren am Düngerstreuer messen die Streurichtung des Düngers. Die automatische Anpassung des Einleitsystems optimiert die Querverteilung. Die sieben Radarsensoren auf jeder Seite messen, in welche Richtung die Streuscheiben den Dünger werfen, und überwachen die Querverteilung. Das Argus Twin ist auch aktiv, wenn via GPS Teilbreiten geschaltet werden und die Grenzstreueinrichtung gebraucht wird. Der Jobrechner verarbeitet die Messwerte der Sensoren und verstellt das Einleitsystem, die Schieberöffnung und den Aufgabepunkt auf die Streuscheiben. Sogar die Drehzahlen der beiden hydraulischen Scheiben werden unabhängig voneinander reguliert. Sollte die gemessene Ausbringung nicht mit dem Sollwert übereinstimmen, werden automatisch die nötigen Verstellungen vorgenommen. Das System reagiert so auf Ungleichmässigkeiten des Düngers, Düngerbelag auf den Streuschaufeln und Abnutzung derselben, aber auch auf Hangfahrten und An-fahr- und Abbremsvorgänge. Argus Twin verringert die Gefahr der technischen Streifenkrankheit und sorgt für eine gleichmässigere Querverteilung.

Kverneland «Geospread»

Geospread

Die Modelle Geospread bieten alle Precision Farming-Funktionalitäten.

(Rauch)

Die Modelle CL Geospread und TL Geospread decken alle in der modernen Landwirtschaft geforderten Behältervolumina (1100 – 3900 Liter) und Arbeitsbreiten (10 – 54 Meter) ab. Die Geospread-Modelle starten die Ausbringung bei der Hinfahrt und schalten die Ausbringung bei der Rückfahrt ab. Das Wiegesystem mit seinen vier Wiegezellen, Referenzsensor und automatischem Kalibriersystem sorgt für eine korrekte Streumenge unter hügeligen und unebenen Bedingungen. Dank der AutosetApp kalibriert sich der Geospread Streuer selbst.

Kverneland Geospread Section Control sorgt mit den Ein-Meter-Teilbreiten für eine korrekte Ausbringung des Düngers auf dem Feld. Somit werden selbst bei hohen Arbeitsgeschwindigkeiten Überlappungen in Keilen und am Vorgewende minimiert. Der Dünger wird zentral, mittig der Streuscheibe aufgeben. Durch die Zentrifugalkraft wird der Dünger beschleunigt, bevor er von den Streuschaufeln aufgenommen wird. Laut Angaben des Herstellers kann bis zu 15 Prozent Dünger eingespart werden. Die acht Streuschaufeln pro Scheibe garantieren einen gleichmässigen Fluss und eine gleichmässige Verteilung auf dem Feld.

Lemken «Econov»

Econov

Econov passt die Streubreiten und die Ausbringmengen automatisch an.

(Lemken)

Lemken bietet seit 2019 drei Dün-gerstreuer-Baureihen vom französischen Hersteller Sulky an. Das Streuermodell Lemken Polaris 14 mit 1 900 bis 4 000 l Fassungsvermögen ist auf Arbeitsbreiten von 18 bis 50 Metern ausgelegt. Die speziell geformten Wurfschaufeln (Epsilon) bringen zwei übereinanderliegende Düngerstränge aus. Die so entstehenden vier Düngerströme je Streuscheibe sorgen für eine gute Überlappung und somit für eine gleichmässige Verteilung.

Ausserdem ist dieses Gerät serienmäs sig mit mehreren Assistenzsystemen ausgestattet. Die automatische und fortlaufende Dosierung durch ein Wiegesystem sorgt für gleichbleibende Düngerabgabe unter allen Bedingungen wie beispielsweise beim Streuen in Hanglagen. Die Grenzstreueinrichtung Tribord 3D wird von der Traktorkabine aus gesteuert.

Die auf der Agritechnica vorgestellte Teilbreitenschaltung Econov passt sowohl die Streubreiten als auch die Ausbringmengen GPS-gestützt automatisch an. Zwölf «echte» Teilbreiten können am Feldrand oder am Vorgewende automatisch ausgeschaltet werden. Bei abnehmender Arbeitsbreite werden die Teilbreiten nacheinander von der Seite aus abgeschaltet – oder von beiden Seiten aus zur Mitte hin. Mit der Mengenregulierung und der für beide Seiten unabhängigen Dosierung ist eine präzise Anwendung der Streumengen nach einer Applikationskarte möglich.

Rauch «VariSpread Pro»

EMC-Dosierelektronik

Vollautomatische EMC-Dosierelektronik mittels Drehmomentmessung an den Wurfscheiben.

(Rauch)

Der deutsche Hersteller Rauch hat mit den drei Modellen der Baureihe Axis Maschinen von 1000 bis 4200 l Volumen und Arbeitsbreiten von 12 bis 50 m in seinem Programm.

Alle Axis Modelle verfügen über das EMC (Elektronische Massenstromregelung) Dosiersystem. EMC misst und regelt die Ausbringmenge am linken und rechten Schieber separat und in Echtzeit. Dabei wir das Antriebsdrehmoment der Wurfscheiben mittels Magnetostriktion-Drehmomentsensoren gemessen und die Ausbringmenge ab der ersten Sekunde angepasst. Das System arbeitet unabhängig von Hanglagen und Vibrationen.

Der Axis H30.2 EMC+W kann das präzise Rand- und Grenzstreuen durch die Veränderung der Drehzahl an der Wurfscheibe und das Verstellen des Aufgabepunktes realisieren. Mit der serienmässig verbauten Teilbreitenschaltung VariSpread Pro sind Teilbreiten von nur einem Meter möglich. Die Dosierschieber und die Aufgabepunktverstellung werden mit den neuen SpeedServos Elektrostellmotoren verstellt. Die SpeedServos sind 2,5 Mal schneller und robuster als herkömmliche Aquatoren. Das düngerschonende Rührwerk dreht mit nur 17 U / min und sorgt für geringe Restmengen.

Amazone, Kverneland und Rauch verfügen jeweils über eine eigene Testhalle, um die Genauigkeit der Geräte zu gewährleisten. Die Genauigkeit der Ausbringung und bessere Düngerverteilung dieser vier Maschinen lassen einen sparsameren Umgang mit Produktionsmitteln zu. Diese Einsparungen sind sowohl für den Landwirt als auch für die Umwelt von Vorteil. 

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