Pflanzenbau

Die Stickstoffdüngung – eine Herausforderung

Wer die Kunst der organischen Stickstoffdüngung beherrscht, kann gute Ernteerträge verzeichnen. Die Düngereinträge müssen aber gut geplant und unter Berücksichtigung des Düngertyps, der Aufnahmegeschwindigkeit und der Fruchtfolge vorgenommen werden.

Weizen hat den höchsten Stickstoffbedarf von allen Brotgetreidearten.

(Bild: Verena Säle)

Publiziert am

Berater biologische Produktion

Im Ackerbau und speziell bei Biogetreide gehört das Stickstoffmanagement zu den besonders wichtigen Aufgaben. Hofdünger, Gärgut, Kompost und organische Handelsdünger sind die Düngemittel, welche zur Deckung des Nährstoffbedarfs der Pflanzen eingesetzt werden. Diese Dünger müssen korrekt und umsichtig ausgebracht werden. Die Verfügbarkeit von Ressourcen muss bei der Planung der Stickstoffdüngung auf einem Biobetrieb zwingend berücksichtigt werden. Der Nährstoffzyklus auf einem Biobetrieb unterscheidet sich von dem auf einem konventionellen Betrieb und hängt davon ab, ob Vieh gehalten wird oder nicht. Für einen Betrieb mit Rinderzucht ist es einfacher, die Bodenfruchtbarkeit aufrechtzuerhalten, als für einen Betrieb ohne Viehhaltung. Bei letzterem muss die biologische Aktivität des Bodens durch das Ausbringen von organischem Dünger gefördert werden. Mit Hilfe regelmässiger Bodenanalysen kann der Allgemeinzustand des Bodens zuverlässig bestimmt und bei einem ungünstigen pH-Wert eine Kalkdüngung eingeplant werden.

Getreidedüngung

In der Lebensmittelindustrie besteht eine Nachfrage nach Brotgetreide in Bioqualität. Deshalb ist es für die Betriebe wichtig, die Düngung und die Fruchtfolge zu beachten. Als Vorkulturen sind Kunstwiesen oder Körnerleguminosen am besten geeignet. Hingegen sollte man nach Körnermais auf den Anbau von Brot- oder Futtergetreide verzichten, da der Abbau von Ernteresten einen höheren N-Bedarf erfordert und durch die Ernterückstände ein erhöhtes Fusarium- Risiko besteht. Um eine gute Qualität zu erzielen, sollten, wie in Abbildung 1 dargestellt, 70 bis 120 Einheiten N pro ha ausgebracht werden. Der Stickstoffbedarf hängt vor allem ab vom Ertragspotenzial und von der Ertragserwartung. Dies ist der N-Bedarf verschiedener Getreidearten in abnehmender Reihenfolge: Weizen > Gerste/Triticale > Hafer > Dinkel/Roggen > Emmer/Einkorn.

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Verfügbarkeit

Die organischen Handelsdünger und die hofeigenen Dünger unterscheiden sich durch ihren Mineralisationskoeffizienten. Man spricht auch vom C/N-Verhältnis (Kohlenstoff/Stickstoff): Je kleiner die Zahl, desto enger ist das C/N-Verhältnis und umso schneller ist der Stickstoff verfügbar. Mit diesem Indikator ist es zudem möglich, die allgemeine Entwicklung des zugeführten organischen Materials und insbesondere dessen Potenzial als Stickstoffeintrag für die Kultur abzuschätzen. In Tabelle 2 sind das C/N-Verhältnis verschiedener Düngeprodukte sowie der Mineralisationskoeffizient aufgeführt. Die organischen Handelsdünger (OHD) werden als Pellets oder in Granulatform angeboten. Die Pellets wirken aufgrund ihrer Grösse etwas weniger schnell. Die Verfügbarkeit des Düngemittels wird durch Feuchtigkeit und durch das Einarbeiten mit dem Striegel oder einer Rollhacke beschleunigt. Da die organischen Handelsdünger in Pelletform je nach Bedingungen 25 mm Niederschlag benötigen, um sich aufzulösen, ist ein frühes Ausbringen ratsam.

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In Kürze

  • Die Vorfrucht (Leguminose) beeinflusst den Ertrag und den Eiweissgehalt einer Weizenkultur 
  • Die Düngemittel in Granulatform können beim Ertrag und Proteingehalt des Weizens eine Rolle spielen 
  • Der allgemeine Zustand des Bodens (Struktur, pH-Wert,organisches Material, Fruchtbarkeit) und der physiologische Zustand des Getreides haben einen stärkeren Einfluss auf die Wirksamkeit des Düngers als die eigentlichen Eigenschaften des Düngers(Hühnermist, Hühnerfedern usw.). 
  • Organischer Dünger fördert sowohl das Wachstum des Unkrauts als auch der Kultur. Daher ist es nicht sinnvoll, eine verunkrautete Kultur zu überdüngen, weil dies gerade das Gegenteil bewirken könnte. 

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