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Betriebsführung

Ein Monat an der HF

Marie-Louise Koller und Adrian Bucher sind auf halbem Weg zur Agrotechnikerin und zum Agrotechniker. Nach ihrem halbjährigen Praktikum sind sie wieder zurück am landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum Schluechthof in Cham und berichten per Whatsapp einen Monat lang von ihrem Unterrichtsalltag.

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(Bild: Sarina Hartmann)

Publiziert am

Aktualisiert am

Redaktor UFA-Revue

27. Oktober

UFA-Revue: Danke, dass ihr uns einen Monat lang an eurem Schulunterricht teilhaben lässt. Was ist euer Hintergrund, und warum habt ihr euch zur Weiterbildung Agrotechniker / Agrotechnikerin HF entschieden? 10:28✓✓

Marie-Louise Koller: Ich komme ursprünglich aus dem Toggenburg (SG), bin aber nicht in der Landwirtschaft aufgewachsen. Nach sechs Alpsommern und der Ausbildung zur Bäuerin FA hat es mir aber den Ärmel reingenommen. Ich möchte in der Branche bleiben und mit dem HF-Abschluss meine beruflichen Chancen erhöhen. 18:25✓✓

Adrian Bucher: Ich komme aus Urswil im Luzerner Seetal. Aufgewachsen bin ich auf unserem Milchwirtschaftsbetrieb mit 60 Milchkühen. Nach meiner EFZ-Ausbildung zum Landwirt erfüllte ich mir den Traum eines Auslandsaufenthalts in Kanada auf einem Grossbetrieb. Da meine Eltern den Hof noch gut zehn Jahre weiterführen, sehe ich in der HF das beste Gesamtpaket einer landwirtschaftlichen Weiterbildung. 19:27✓✓

UFA-Revue: Ihr klingt motiviert. 22:25✓✓

28. Oktober

UFA-Revue: Wie war euer Einstieg in den Unterricht nach dem 18-wöchigen Praktikum? 08:25✓✓

Marie-Louise Koller: Für mich etwas harzig. Es war, als ob ich von einer tollen Stelle weggerissen würde. Trotzdem habe ich mich auch wieder auf die Klasse und auf den zweiten Teil der HF gefreut. 11:25✓✓

Adrian Bucher: Gerne hätte ich noch ein paar Sachen auf meinem Heim betrieb erledigt. Doch freute ich mich auf die angeregten Diskussionen in der Schule und die neuen Fächer wie Unternehmensführung oder Planung und Finanzierung. 18:25✓✓

UFA-Revue: Wo habt ihr gearbeitet, und was habt ihr vom Praktikum mitgenommen? 10:28✓✓

Marie-Louise Koller: Ich war die ganze Zeit beim Schweizer Bauernverband in Brugg im Bereich Marketing und Kommunikation tätig. Ich durfte Projekte selbstständig betreuen und im Sekretariat der Junglandwirtekommission mitarbeiten. Ich habe sehr viel gelernt. Alles in allem eine super Zeit mit aussichtsreichen Perspektiven. 18:26✓✓

Adrian Bucher: Meine Praktikumszeit habe ich in drei verschiedenen Firmen verbracht. Zuerst als erster Praktikant bei der Barto AG. Dort konnte ich bei der Entwicklung neuer Bausteine und im Marketing mitarbeiten. Im Juli tauchte ich vier Wochen in die Welt der LANDI Oberseetal ein, wo ich vorwiegend im Agrarcenter tätig war. Die letzten sieben Wochen erhielt ich beim Beratungsservice der UFA AG Einblick in jedes Tierhaltungsressort. Geflügel impfen oder Besprechungen auf Milchviehbetrieben gehörten zu meinem Arbeitstag. 20:25✓✓

3. November

UFA-Revue: Neben den neuen Unterrichtsfächern habt ihr auch Projektunterricht, richtig? 11:17✓✓

Marie-Louise Koller: Genau, die letzte Woche war spannend: In unserer Projektgruppe Wasserrückhalt konnten wir einen Betrieb besichtigen. Da geht es um Bodenbedeckung, Gründüngungen, Untersaaten, Retentionsbecken, Kaskaden in Wasserläufen, Agroforst oder Keylinedesign usw. Wir konnten im zugewiesenen Projektperimeter eigene Ideen für ein verbessertes Wassermanagement entwickeln. 18:25✓✓

Adrian Bucher: Wir hatten interessante Gespräche. In meiner Gruppe geht es um das Kolostrum beim Milchvieh. Dazu werden wir von 15 Betrieben Daten erheben und wollen deren Kolostrum auf seine Qualität testen. 19:53✓✓

15. November

UFA-Revue: Dem Unterrichtsprogramm entnehme ich, dass ihr diese Woche auf Achse seid … 09:43✓✓

Marie-Louise Koller: Ja, wir sitzen gerade im Reisebus Richtung Agritechnica in Hannover. Unterwegs besuchten wir einen Gemüse-, einen Milchvieh-, einen Ackerbau- und einen Lohnbetrieb. Zurzeit befinden wir uns auf dem Weg zum Bullenmastbetrieb. Morgen gehts dann an die Messe und übermorgen wieder nach Hause. 09:50✓✓

20. November

UFA-Revue: Wie fliesst das Ganze nun in den Unterricht ein, und wo habt ihr übernachtet? 14:36✓✓

Marie-Louise Koller: Die Betriebsmodelle werden uns bei unseren eigenen Arbeiten helfen. Eindrücklich waren zum Beispiel der Milchwirtschaftsbetrieb, der dank tiefen Strukturkosten der noch einzige auf weiter Flur ist, und der Gemüsebetrieb mit 60(!) rumänischen Angestellten. 17:15✓✓

Adrian Bucher: Im Fach Verkauf werden wir auf die Messe eingehen. Jeder von uns durfte einen Messestand beurteilen. Die Messe war natürlich sehr eindrücklich. Es war interessant, was im Bereich Digitalisierung zu finden war. 18:09✓✓

Adrian Bucher: Geschlafen wurde übrigens im B&B. Sofern es nach dem Ausgang noch viel Schlaf gab. 18:11✓✓

27. November

UFA-Revue: Viel Zeit, um den Schlaf nachzuholen, blieb nicht, der nächste Event steht ja bereits an … 16:10✓✓

Marie-Louise Koller: Ja. Nächstes Wochenende führen wir das Chlausfäscht durch. Das ist ein öffentlicher Anlass für rund 900 Besucherinnen und Besucher, der jedes Jahr auf unserem Schulareal stattfindet und von der HF parallel zum Unterricht organisiert wird. Adi ist OKP, ich bin Festwirtin. Da bleibt auch wenig Zeit, zu schreiben, sorry … 19:28✓✓

UFA-Revue: Ich wünsche euch viel Spass und freue mich auf Bilder. 19:35✓✓

12. Dezember

UFA-Revue: Was sind rückblickend eure Eindrücke der ersten Schulwochen des zweiten Ausbildungsjahres? 13:51✓✓

Adrian Bucher: Rückblickend ist mir das Chlausfäscht am besten in Erinnerung geblieben. Hat zwar wenig mit dem schulischen Alltag zu tun, jedoch konnte die Klasse gemeinsam etwas anpacken und erfolgreich durchführen. 16:25✓✓

Marie-Louise Koller: Das Chlausfäscht ist auch für mich ein Höhepunkt. In der Klasse haben alle am selben Strick gezogen. 18:01✓✓

Adrian Bucher: Auch der Projektunterricht war positiv. In meiner Kolostrum-Gruppe haben wir rund 75 Milchproben mit ihrem Brix-Wert und auf Qualität getestet. Die Resultate präsentierten wir an einem von uns organisierten Tierhalterabend und luden dazu die Tierärztin Corinne Bähler als Referentin ein. Rund 70 Personen kamen. Wir waren positiv überrascht. 18:07✓✓

Adrian Bucher: Eher schwierig war für viele die Themenwahl für die Diplomarbeit. Jeder wollte das Bestmögliche für sich ausfindig machen. Das kostete viel Hirnschmalz. Dass wir ein selbst gewähltes Thema vertiefen können, finde ich aber gut. 18:12✓✓

Marie-Louise Koller: Auf die Diplomarbeit freue ich mich. Die Themenwahl ist – wie Adi angedeutet hat – eine Herausforderung. Interessen in allen Himmelsrichtungen erleichtern die Auswahl nicht unbedingt. 18:21✓✓

Marie-Louise Koller: Zudem ist der Startschuss für den Businessplan gefallen. Dem stehe ich zwiespältig gegenüber: Einerseits finde ich es sehr spannend, für einen Betrieb strategische Zukunftsvarianten zu planen. Da ich keinen eigenen Betrieb habe, ist es für mich aber schwierig, den Referenzbetrieb richtig darzustellen. 18:27✓✓

UFA-Revue: Ich bin sicher, ihr werdet das schaffen, und sage Danke für den Einblick in euren Unterrichtsalltag. 18:54✓✓

UFA-Revue: Euch beiden weiterhin alles Gute und viel Erfolg während der Ausbildung und später im Berufsalltag. 18:55✓✓

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