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fenaco-LANDI

Unabhängig dank Solarenergie

Photovoltaik liefert sauberen Strom kostengünstig auf den Hof. Verbraucht man den eigenen Strom selbst, holt man den grössten Nutzen aus seiner Photovoltaikanlage heraus. Mit Agrola unterstützt die fenaco Landwirtinnen und Landwirte dabei.

Die Jucker Farm AG spart dank Solarstrom einiges an Stromkosten ein.

Die Jucker Farm AG spart dank Solarstrom einiges an Stromkosten ein.

(Jucker Farm AG)

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Aktualisiert am

Photovoltaik ist auf Wachstumskurs. Immer mehr Länder setzen auf sauberen Strom von der Sonne. Die jährlich weltweit hinzukommende Photovoltaikleistung liefert etwa so viel Strom wie sieben AKW der Grösse Leibstadts. Auch in der Schweiz verläuft die Entwicklung erfreulich. Bis Ende 2018 wurden hierzulande rund 85 000 Solaranlagen installiert, was einem Anteil von 3,38 Prozent des Schweizer Stromverbrauchs entspricht. Die Produktionskosten pro Kilowattstunde (kWh) einheimischer Solarstrom liegen zurzeit durchschnittlich bei rund zwölf Rappen. Bei grossen Anlagen können bereits heute in der Schweiz Stromgestehungskosten von sieben Rappen erreicht werden, weltweit liegt dieser Wert gar unter zwei Rappen pro Kilowattstunde. Die fenaco hat dieses Potenzial – insbesondere für die Landwirtschaft – früh erkannt und stieg 2015 mit dem Erwerb der Solvatec AG ins Geschäft mit der Solarenergie ein. Anfangs 2019 verlieh man ihm mit der Integration in die Agrola einen weiteren Schub.

Unabhängigkeit dank Batteriespeicher

Solaranlagen produzieren dann Strom, wenn die Sonne scheint. Ohne Energiespeicher wird der überschüssige, nicht direkt selber verbrauchte Solarstrom wieder zurück ins Netz eingespeist, vom lokalen Stromnetzbetreiber übernommen und vergütet. Aufgrund der geringen finanziellen Entschädigung für die eingespeiste Energie, sollte der Eigenverbrauch des produzierten Solarstroms möglichst hoch sein. Deshalb empfiehlt Agrola die Integration einer Speicherlösung. Sie garantiert, dass ein hoher Anteil selbst produzierter Strom verbraucht werden kann. Denn je mehr vom selbst produzierten Strom genutzt wird, desto rentabler ist die Solaranlage und desto günstiger fällt die Stromrechnung aus.

Die Gestehungskosten für Strom aus einer eigenen Photovoltaikanlage liegen unter dem Preis für Strom, der aus dem Netz bezogen wird. Selbst produzierter Strom ist günstiger, weil sich die Stromkosten im Hochtarif aus dem Preis für die Elektrizität, den Netznutzungskosten sowie diversen Steuern und Gebühren zusammensetzt. Letztere fallen bei Eigenverbrauchstrom nicht an.

Wie hoch die Unabhängigkeit vom Netzbetreiber ist, zeigt der Vergleich zwischen Haushalten mit und ohne Energiespeicher. Eine vierköpfige Familie ohne Stromspeicher deckt dank Photovoltaikanlage ca. 30 Prozent ihres Eigenbedarfs. Würde sie einen Batteriespeicher nachrüsten, erhöht sich dieser Wert um mehr als das Doppelte. Die Unabhängigkeit vom Stromlieferanten steigt auf bis zu 70 bis 80 Prozent. In Abhängigkeit von Speichergrösse, Witterung und dem persönlichen Energieverhalten kann der Autarkiegrad (Grad der Unabhängigkeit von Dritten) nachweislich über 90 Prozent liegen.

Eine ideale Kombination

Energie ist auf einem Bauernhof ein wichtiger Produktionsfaktor. Landwirtschaftsbetriebe bieten mit Ställen oder Scheunen viel Fläche für die Stromproduktion aus Solarenergie. Fast ein Viertel des Schweizer Solarstroms kommt bereits von Dächern auf landwirtschaftlichen Gebäuden. Landwirtinnen und Landwirte profitieren aber nicht nur von den Kostenvorteilen grösserer Photovoltaikanlagen gegenüber Kleinanlagen, sondern auch von der Initiative Agro-Solar (siehe Auf ein Wort rechts). Der Bund fördert aufgrund der Energiestrategie 2050 Eigenverbraucheranlagen zusätzlich mit einer Einmalvergütung, die bis zu 30 Prozent der Baukosten abdeckt. Die Idee dahinter: Je mehr eigener Strom vor Ort verbraucht wird, desto weniger muss vom örtlichen Stromanbieter teuer zugekauft werden. Für Landwirtschaftsbetriebe mit Kühlräumen, Pumpen, Melkrobotern oder anderen «Stromfressern» lohnen sich deshalb Photovoltaikanlagen ganz besonders und es lassen sich problemlos Amortisationszeiten von unter zehn Jahren erreichen.

Solaranlagen und Landwirtschaftsbetriebe passen auch deshalb gut zusammen, weil der Stromverbrauch für Kühler oder Lagerräume speziell während den Sommermonaten hoch ist.

Eigenverbrauch und Rentabilität steigern

Der Eigenverbrauch ist der Schlüssel zum erfolgreichen finanziellen Betrieb einer Solaranlage. Je mehr Solarstrom selber vor Ort verbraucht werden kann, umso attraktiver ist die Investition in eine Solaranlage und umso tiefer fällt die Amortisationszeit aus. Doch wie kann der Eigenverbrauch optimiert werden? Es gibt verschiedene Möglichkeiten:

  • Zeitunkritische Stromverbraucher dann laufen lassen, wenn die Sonne scheint oder wenn der Batteriespeicher gefüllt ist. 
  • Solarstrom in einem Batteriespeicher speichern, so kann der am Tag gewonnene Solarstrom auch in der Nacht verwendet werden. 
  • Elektroboiler oder Wärmepumpe mit der Solaranlage kombinieren. 
  • Elektrofahrzeuge oder -traktoren mit Solarstrom laden, am Abend oder in der Nacht mittels Batteriespeicher. 
  • Mit Nachbarn zusammen von Solarstrom profitieren – ZEV gründen (Zusammenschluss zum Eigenverbrauch).

Wie viel Strom sich mit einer Solaranlage auf dem eigenen Dach produzieren lässt und wie hoch die Kosten ausfallen, lässt sich einfach und unkompliziert mit dem Solarrechner von Agrola berechnen. Der Solarrechner ermöglicht die Simulation der Produktion, Wirtschaftlichkeit und Kosten einer Solarstromanlage mit oder ohne Batteriespeicher. 

Bei Fragen zu «AgroSolar»: solar@agrola.ch, Tel. 058 433 73 73

Die Jucker Farm AG

Die Jucker Farm AG verfügt über ein integrales Energiesystem auf ihrem Spargelhof in Rafz. Das zukunftsweisende System umfasst eine Solaranlage, einen Batteriespeicher, Kälteversorgung und Abwärmenutzung und ist ein Musterbeispiel für intelligentes Energiemanagement eines landwirtschaftlichen Betriebs. Die Anlage wurde von der Grösse her bewusst auf einen maximalen Eigenverbrauchsanteil ausgerichtet, mit Blick auf den zukünftigen Stromverbrauch. Die dezentrale Stromversorgung gleich vor Ort ist nicht nur rentabel, sondern bietet zusätzlich den Vorteil, dass das öffentliche Stromnetz entlastet wird. Im April 2018 nahm die Jucker Farm AG das neue Energiekonzept auf dem Spargelhof in Rafz in Betrieb und wärmt respektive kühlt die frischen Spargeln, Beeren und reifen Kürbisse seither mit umweltfreundlichem Solarstrom. Die Jucker Farm AG plant zudem künftig die Spargeln mit einem E-Traktor zu ernten; geladen mit eigenem Solarstrom.

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