Landleben

Das Geben und Nehmen in der Nutzung

Die Vielfalt an Kräutern ist gross, ebenso wie deren Verwendungsmöglichkeiten. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Ansprüche der Pflanzen an den Standort und an die Pflege.

Die Ringelblume wird als Heilpflanze verwendet. Sie ist zudem eine wertvolle Pflanze für Insekten.

(Martin Kündig)

Publiziert am

Obergärtner und Fachlehrer Gartenbau, Wallierhof

Kräuter – so die botanische Definition – sind einjährige oder mehrjährige, krautartige Pflanze, die verschiedene Werte erfüllen können. Es gibt durchaus Kräuter, auf die man in einem Kräutergarten nicht verzichten möchte, welche aber vom oben genannten Begriff abweichen und eine Verholzung aufweisen. So zum Beispiel Salbei, Rosmarin, Thymian und viele andere.

Die Nutzung oder der Wert der einzelnen Kräuter sind sehr unterschiedlich. Sie können in der Küche, als Heilpflanze oder als wichtige Insektennahrungsquelle genutzt werden. Es gibt auch Kräuter, die als Geruchsstoffpflanze zur Schädlingsabwehr eingesetzt werden – wie beispielsweise Dill gegen Weisse Fliegen – sowie Kräuter, die zu Kräutertee, Brühe oder Jauche verarbeitet und als hausgemachtes Pflanzenschutzmittel gegen Krankheiten und Schädlinge genutzt werden können.

Breites Sortiment

In der Schweiz gibt es wertvolle einheimische Kräuter wie der Wegerich, Thymian oder Oregano. Andere Kräuter stammen aus fernen Ländern, gedeihen aber in unserem Klima problemlos. Ausserdem gibt es Kräuter, die hierzulande geschützt überwintert werden müssen. Zu ihnen zählen unter anderem der Zitronenstrauch und das Zitronengras. Ein weiterer Unterschied, nebst verschiedenen Standortansprüchen im Garten, ist die Lebensdauer der Kräuter. Hier wird unterscheiden zwischen ein-, zwei- und mehrjährigen Pflanzen.

Einjährige Kräuter

Die verschiedenen, intensiven Geschmackssorten des Basilikums (Thaibasilikum, heiliger Basilikum, griechischer Basilikum, Zitronenbasilikum etc.) benötigen einen weder zu heissen, noch zu nassen und auch keinen zu trockenen Standort. Dill, Borretsch und Koriander brauchen eher einen trockenen, durchlässigen Standort. Wenn möglich, die einjährigen Pflanzen nicht jedes Jahr am selben Standort pflanzen, auch bei ihnen ist eine Fruchtfolge durchaus sinnvoll.

Mehrjährige Kräuter

Zitronenmelisse und Goldmelisse brauchen einen eher feuchten, halbschattigen Standort. Wegen der Ansteckungsgefahr von Pilzkrankheiten sollten diese beiden Pflanzen nie nebeneinander gepflanzt werden. Die Goldmelisse sollte zusätzlich alle zwei bis drei Jahre an einen neuen Standort versetzt werden, damit sie neue Kraft tanken kann.

Minzen brauchen ebenfalls eher einen feuchten und halbschattigen Standort. Sie können in grössere Tontöpfe eingepflanzt so in der Erde versenken werden. Dadurch können sie weniger mit ihren Ausläufern durch die Fläche wandern.

Salbei, Rosmarin, Bohnenkraut, Ysop und Thymian brauchen einen sonnigen Standort mit durchlässigem Boden, der keine Winterstaunässe bildet. 

Tipps für die Kräuterpflege

  • Einjährige Kräuter sollten erst nach den Eisheiligen gepflanzt werden. Bei ihnen ist die Direktsaat auf gut vorbereitete Beete ab Mitte April möglich (Ausnahme Basilikum). 
  • Mehrjährige Kräuter können im Frühling oder Herbst gepflanzt werden. Winternässeempfindliche, mehrjährige Pflanzen wie der Rosmarin oder das Currykraut, sollten nicht zu spät im Herbst gepflanzt werden. 
  • Der eventuelle Rückschnitt verblühter Blüten, Pflanzenschutzkontrolle und Lockern der Beete sind weitere Pflegefaktoren. 
  • Bei den verholzenden Käutern wie Lavendel, Salbei, Ysop, Weinraute etc. ist ein intensiver Rückschnitt sinnvoll, damit diese im Laufe der Zeit nicht im unteren Teil verkahlen. Der Rückschnitt kann grundsätzlich in jener Tiefe, in welcher noch sichtbare, lebende Blattknospen vorhanden sind, erfolgen.
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