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Landleben

Rückschau: Zukunftsträchtige Landwirtschaft in Myanmar

In Myanmar, sechzehnmal grösser als die Schweiz, leben mehr als 52 Millionen Einwohner aus über 100 ethnischen Gruppen. Einnahmen aus Landwirtschaft und Tourismus bilden das Rückgrat des Landes. Im Februar 2018 organisierte die UFA-Revue bereits die vierte landwirtschaftliche Studienreise in dieses interessante Land, über dreissig Personen nahmen an der diesjährigen Reise teil.

Das Getreide wird von den Frauen noch von Hand gedroschen, dabei
geht es sehr fröhlich zu.

Das Getreide wird von den Frauen noch von Hand gedroschen, dabei geht es sehr fröhlich zu.

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Land und Landschaft von Myanmar sind sehr abwechslungsreich – das erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 1 UFA-Revue Studienreise schon in den ersten Tagen. Von den Hängen des Himalayas bis zur südlichsten Spitze am Meer sind es 2500 km, die Höhenunterschiede sind gewaltig und verantwortlich für die vielen verschiedenen Vegetationsformen. 40 Prozent der Gesamtfläche sind von ursprünglichem Wald bedeckt und rund 20 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt. Der grösste Teil der Bevölkerung lebt in den tiefergelegenen Ebenen des Irrawaddy Beckens, einer flachen und fruchtbaren Region. Diese Region ist insbesondere geeignet für die Produktion von Reis, Mais, Getreide, Zuckerrohr, Hülsenfrüchten, Ölsaaten, Baumwolle, Gemüse, Früchten und Tabak. Die Tierproduktion stützt sich auf Geflügel zur Produktion von Eiern und Fleisch sowie auf Ziegen und Schafe für die Milchproduktion. Die klimatischen Bedingungen für die Rind- und Schweineproduktion sind ungünstig und die meisten Burmesen können sich das teure Rindund Schweinefleisch nicht leisten.

Ochsen und Wasserbüffel werden vorwiegend als Zug- und Arbeitstiere eingesetzt. Der Bedarf an tierischem Eiweiss wird deshalb fast nur durch Fisch gedeckt. In höheren Lagen wachsen Kaffee, Tee und Edelhölzer.

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Sonnenaufgang über Bagan mit Blick auf Pagoden und Stupas aus Ziegelstein.

Neue Chancen für das Land

Die meisten landwirtschaftlichen Betriebe in Myanmar sind staatseigene Organisationen oder Kleinbetriebe zur Selbstversorgung. Die Felder sind selbst für Schweizer Verhältnisse klein: Ein Reis-, Hülsenfrüchteoder Ölsaatenfarmer bewirtschaftet durchschnittlich 1,5 bis 2 ha. Zwiebel, Knoblauch und Kartoffelfelder sind jeweils rund 0,6 ha gross und diejenigen für anderes Gemüse und Blumen ca. 0,25 bis 0,3 ha. Moderne Farmtechnologien und Anbaumethoden mit gezielten Fruchtfolgen und verbessertes Saatgut werden mithelfen, die Erträge in der Landwirtschaft zu steigern, neue Märkte zu erschlies sen und damit dem Land neue Chancen zu eröffnen.

Noch importiert Myanmar Kunstdünger, Pestizide und Herbizide, Handtraktoren, Wasserpumpen und vieles mehr für die Landwirtschaft. Doch sowohl in der Landwirtschaft wie im Tourismus wird der Nachhaltigkeit zunehmend Beachtung geschenkt. Neben der Wirtschaftlichkeit wird auch den ökologischen sowie den sozialen Auswirkungen auf alle Tätigkeiten zunehmend Rechnung getragen. Ausländische Investoren im Tourismus unterstützen zum Beispiel Schulen, Spitäler, Töpfereien, die Wasserversorgung oder die Ausbildung im Hotelfach. Agroinvestoren ihrerseits fördern die Weiterbildung in der Landwirtschaft und treiben die Forschung voran.

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Vom Schiff aus verfolgten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Reise das ländliche Leben entlang des Flusses.

Touristische Sehenswürdigkeiten

Auf der Studienreise durch Myanmar besuchte im Februar 2018 die UFA-Revue mit ihrer Reisegruppe die bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes: In Yangon die wohl berühmteste, in Gold erstrahlende Schwedagonpagode mit ihrem 76 karätigen Diamant in der Spitze und die Kolonialhäuser in der Altstadt. In Mandalay spazierte die Reisegruppe über die U-Bein Brücke, die älteste und längste Teakholz-Brücke der Welt, und besuchte das Shwenada Kloster mit seinen schönen Schnitzereien. Bagan empfing die Schweizer Reisegruppe mit über 3000 Pagoden und Stupas.

Weiter wurde die Shwezigon Pagode bei Sonnenuntergang, der Anandatempel mit den vier riesigen Buddhas sowie den Gubyaukgyi-Tempel mit seinen noch erhaltenen Wandmalereien besucht. Die Bahnfahrt über den Gokteik Viadukt bleibt wohl für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Reise unvergesslich und auf den Stupasspitzen in Kakku liess der Wind die vielen kleinen Glocken erklingen.

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Auf jahrzehntealten Webstühlen aus Holz werden von Hand hochwertige Seidenstoffe hergestellt.

Handwerkskünste

Verschiedene Handwerksstätten auf dieser Studienreise gaben Einblick in die Kunstfertigkeit alteingesessener Betriebe. Rund um die Grossstädte Yangoon und Mandalay sowie entlang des Irrawadys und auf dem Inlesee sah die Gruppe eine Teakholzschnitzerei, eine Perlenstickerei, Seiden- und Lotusseidenwebereien, eine Silberschmuckproduktion, Zigarrenrollen und Schmiedewerkstätte. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernten, wie Goldblätter und Lackwaren hergestellt werden, und sahen die Produktion von Papier aus Maulbeerbaumrinde.

Landwirtschaftliche Produktion

Myanmar gehört immer noch zu den grössten Reisproduzenten weltweit. Auf rund der Hälfte der bebauten landwirtschaftlichen Nutzfläche wächst bewässerter Reis. Je nach Region können zwei bis drei Ernten erwartet werden. Auf der Fahrt sah die Reisegruppe, wie die Reiskulturen mit Wasserbüffeln bearbeitet oder von Hand geerntet und gedroschen wurden. Hülsenfrüchte wie Taubenbohnen, Erbsen und Stangenbohnen sowie Ölsaaten (Erdnüsse, Sonnenblumen und Sesam) bedecken 30 Prozent. Knollenfrüchte (Zwiebeln, Knoblauch, Kartoffeln, Taro und Yam) werden auf weiteren zehn Prozent angebaut. Auf dem Inlesee besuchte die interessierte Reisegesellschaft die schwimmenden Gärten. Wasserhyazinthen und Schlick aus dem See bilden das Gerüst schwimmender Felder, die von in den Boden gerammten Bambusstangen festgehalten werden. Die Felder werden meist von Booten aus bewirtschaftet und mehrmals pro Jahr können darauf Tomaten, Gurken, Auberginen und anderes Gemüse sowie Blumen geerntet werden. Hunderte von Booten bewegen sich auf dem See: Touristen oder Einwohner auf dem Weg zum Fünftagemarkt.

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Die UFA-Revue Reisegruppe durfte im Februar 2018 eine sehr attraktive Studienreise durch Myanmar erleben.

Abenteuerliche Fortbewegung

Die UFA-Revue Gruppe reiste in Bussen über Land, fuhr im Zug über den Gokteik-Viadukt und ruckelte zusammen mit der einheimischen Bevölkerung mit der Circular Line – eine Rundbahn – rund um Yangoon. Auf dem Irrawady genoss die Gruppe die ruhige Schifffahrt, verfolgte das ländliche Leben dem Ufer entlang und liess sich in die Kunst des Longytragens, der Bemalung mit Thanakapaste als Sonnenschutz und der Teeblattsalatherstellung einführen. Nur mit Langbooten wurden die Handwerkstätten und schwimmenden Gärten auf dem Inlesee besucht. Boote sind teuer und werden vor Ort geschnitzt. In Bagan kam selbst das Fahrrad und ein Ballon als Fortbewegungsmittel an die Reihe: Von Tempel zu Tempel ging es mit dem Velo und bei Sonnenaufgang konnten die Pagoden vom Heissluftballon aus bestaunt werden.

Die Zukunft von Myanmar liegt in der Modernisierung der landwirtschaftlichen Produktion nach Jahren der Vernachlässigung und in einer nachhaltigen Weiterentwicklung des Tourismus. 

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