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Landtechnik

1160 eHoftrac von Weidemann: flexible Kraft

Elektrisch angetriebene Geräte für den Materialumschlag bewähren sich in der Industrie seit vielen Jahren. Im Agrarbereich werden diese Fahrzeuge erst wenig eingesetzt, dabei weisen sie im Leistungsbereich eine interessante Performance auf. Die Möglichkeit, den Akku mit eigenem Strom aufzuladen, erhöht die Wirtschaftlichkeit von elektrisch betriebenen Fahrzeuge zusätzlich.

Die Ausschutthöhe ist beim eHoftrac etwas höher im Vergleich zum Modell mit Dieselmotor.

Die Ausschutthöhe ist beim eHoftrac etwas höher im Vergleich zum Modell mit Dieselmotor.

(Jean-Pierre Burri)

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Aktualisiert am

Redaktor, UFA-Revue

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Einfache Fahrsteuerung mit verstellbarer Lenksäule und Strassenbeleuchtung.

(Jean-Pierre Burri)

Die erste Präsentation eines elektrischen Hoftracs von Weidemann fand 2014 mit dem 1160 eHoftrac statt. Seither wurde dieses Modell mit verschiedenen Innovationspreisen ausgezeichnet, so in Italien, Bulgarien und Deutschland. In Bezug auf Grösse und Bauweise ist die elektrische Ausführung nahezu identisch mit dem Diesel-Modell 1160. Sie verfügt über eine grössere Ausschutthöhe und weist aufgrund der Batterie ein etwas höheres Gesamtgewicht auf. «Dieser elektrisch betriebene Lader überrascht durch seine Wendigkeit und Kraft, die selbst jene eines Dieselmotorladers übersteigt», erklärt Martin Tschan, Landwirt in Corgémont und Biomilchproduzent für den Tête de Moine AOP und andere lokale Spezialitäten. Seit vergangenem Herbst gehört ein elektrischer Hoftrac zur Ausstattung von Martin Tschans Betrieb, der sich oberhalb des Dorfes befindet.

AGM Batterie

Der Hoftrac von Martin Tschan wurde als Vorführfahrzeug eingesetzt und ist noch mit einer Batterie bestückt, die nach dem Laden eine Kontrolle des Wasserstandes erfordert. Die neuen Modelle sind mit einer AGM-Batterie (Absorbent Glass Mat) ausgestattet, das heisst, bei dieser Art von Batterie wird der Elektrolyt in einem Vlies aus Glasfaser gebunden, zudem ist sie absolut gasund wasserdicht sowie wartungsfrei. «Mit Blick auf eine höhere Betriebsdauer empfehlen wir eine leistungsstärkere Batterie mit 48 Volt und 310 Ah», meint der für die Westschweiz verantwortliche Verkaufsberater von Weidemann, Nicolas Savary. Die Vorteile der AGM Technologie bestehen in höheren Erträgen und einer verbesserten Leistung im Vergleich zu einer Batterie mit gleicher Kapazität. Ein hermetisch verschlossenes System erfordert kein Nachfüllen mit destilliertem Wasser und ein im Fahrzeug integriertes Ladegerät ermöglicht das Aufladen an einer 230-Volt-Steckdose. Bei diesem Batterietyp erhöht sich durch die Zwischenlademöglichkeit die Leistungsfähigkeit und der Akku ist weniger empfindlich auf die Aussentemperaturen. Dazu entsteht eine geringere Wärmeentwicklung beim Ladevorgang.

Laufzeiten

Mit den neuen AGM-Batterien ist ein einmaliges Aufladen ausreichend, um den Hoflader je nach Nutzungsbedingungen für eine Laufzeit von zwei bis fünf Stunden einzusetzen. Gemäss Herstellerangaben verlängert sich die Laufzeit der Batterie, wenn die Nutzung im Wechsel mit längeren Betriebsunterbrüchen erfolgt. Wird die Batterie aufgeladen, bevor sie leer ist, steigt ihre Effizienz ebenfalls. Die Lebensdauer einer Batterie liegt bei rund 2500 Ladezyklen.

Ausstattung und Optionen

Die gesamten Anbaugeräte für konventionelle Hoftracs passen auch zum eHoftrac von Weidemann. Die grössten Vorteile eines elektrischen Fahrzeugs sind die geräuscharme und abgaslose Funktionsweise, was besonders im Gebäudeinnern ins Gewicht fällt. Der Hersteller hat als Option ein drittes und viertes Komfort-Steuersystem im Angebot sowie eine doppeltwirkende hintere Hydraulikschaltung. Ein absenkbares Fahrerschutzdach EPS sowie eine verstellbare Lenksäule gehören ebenfalls zur optionalen Ausstattung. Zudem kann der eHoftrac von Weidemann mit LED-Arbeitsscheinwerfern oder einer für öffentliche Strassen zugelassenen Beleuchtung ausgestattet werden.

Nutzungskosten/Emissionen

Gemäss Herstellerangaben sind die Nutzungskosten (bei einer durchschnittlichen Lebensdauer) für ein Dieselfahrzeug höher als für einen elektrischen Hoftrac. Bei den Berechnungen wurden die Kosten für Service, Energie und für den Ersatz der Batterie beim eHoftrac nach 2500 Ladezyklen berücksichtigt.

Im vergangenen Sommer hat Martin Tschan, unterstützt durch eine einmalige Rückvergütung von Swissgrid, eine 30 kWp Photovoltaikanlage mit einer Fläche von 170 m 2 auf dem Dach seines Betriebs installiert. Er nutzt nun meist seinen eigenen Strom, hauptsächlich für den Einsatz des Heukrans, für die beiden 12 bzw. 15 kW Motoren der Heubelüftung und für das Warmwasser. Das elektrische Auto und der eHoftrac werden ebenfalls mit diesem Strom aufgeladen, dessen Kosten – im Gegensatz zum Durchschnittspreis von 25 Rappen pro kWh für Netzstrom – bei rund sechs Rappen pro kWh liegen.

Fahrerkabine

Die Fahrerkabine des Elektromodells verfügt über die gleiche Ausstattung wie das Dieselmodell. Der Joystick zum Durchführen aller Hebe- und Schwenkarbeiten ermöglicht höchste Präzision beim Materialumschlag. Das absenkbare Fahrerschutzdach EPS ist in der manuellen und der hydraulischen Ausführung erhältlich. Die Gesamthöhe des Fahrzeugs beträgt in beiden Ausführungen bei abgesenktem Dach weniger als zwei Meter.

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Der Weidemann eHoftrac verfügt über zwei Elektro-Motoren für den Antrieb und die Hubhydraulik.

(Jean-Pierre Burri)

Auf dem Betrieb von Martin Tschan kommt der elektrische Hoftrac bei allen Umschlagarbeiten zum Einsatz. Nach sieben Monaten zeigt der Zähler eine Nutzungsdauer von 200 Stunden an. «Dieser Elektro-Lader kann mühelos gleichzeitig vorwärtsfahren und die Last heben. Das Heben einer 1000 kg schweren Palette ist kein Problem. Und zum Entfernen des Stallmists kann ich mit dem 1160 eHoftrac über drei Stunden am Stück arbeiten, bevor der Akku wieder aufgeladen werden muss», erklärt Martin Tschan, der von den erneuerbaren Energietechnologien überzeugt ist.

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