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Landtechnik

Konnektivität steigert Produktivität

Die Isobus-Technologie verändert den Einsatz von Rundballenpressen mit nahtloser Kommunikation zwischen Traktor und Anbaugerät. Die zentralisierte Steuerung erleichtert dem Fahrer oder der Fahrerin die Arbeit in der Kabine und ermöglicht ein präzises Datenmanagement.

Durch erweiterte Isobus-Funktionen kann die Maschine den Traktor steuern. 

Durch erweiterte Isobus-Funktionen kann die Maschine den Traktor steuern. 

(Bild: Claas)

Publiziert am

Redaktor, UFA-Revue

Quer gelesen

  • Der Fahrer oder die Fahrerin bedient die Maschine über ein einziges Isobus-Terminal.
  • Das System speichert die Erntedaten für eine spätere Verwendung.
  • Isobus erhöht durch gesteigerte Automatisierung die Produktivität.

Die Isobus-Technologie basiert auf einem standardisierten Kommunikationsprotokoll und ermöglicht dem Traktor und dem Anbaugerät, über ein Terminal in der Kabine miteinander zu kommunizieren. «Die Bedienoberfläche erscheint direkt auf dem Traktorterminal, wodurch sich zusätzliche Bildschirme und Kabel in der Kabine erübrigen», erklärt Baptiste Babey, Lohnunternehmer in Saignelégier (JU). 2025 hatte er eine neue Claas Rollant 630 Uniwrap Rundballenpresse erworben, die er über das Terminal Cemis 700 steuert.

Übersichtliche Kabine

Eine zentrale Steuerung ist ein bedeutendes Plus der Isobus-Technologie. Jede Funktion der Ballenpresse ist über ein Universalterminal (UT) steuerbar. «Der gesamte Betriebszustand meiner Isobus-Ballenpresse, wie Pressvorgang, Bindung der Ballen, Entladezyklus oder Wickelvorgang, kann ich auf dem Bildschirm ablesen», betont Baptiste Babey. Das Ziel der Isobus-Schnittstelle bleibt die Automatisierung der gesamten Steuerung der Ballenpresse. Die Befehle können über die AUX-N-Funktion auch den Tasten des Joysticks des Traktors zugewiesen werden. Auf diese Weise lassen sich sämtliche Funktionen der Maschine einfach und schnell manuell steuern. Baptiste Babey arbeitet gerne mit seiner Maschine, zumal die Steuerung über das Isobus-Terminal einfach und leicht zu überwachen ist.

«Isobus führt alle Funktionen auf einem Bildschirm zusammen.»

Baptiste Babey, Unternehmer

Datenmanagement und Präzisionslandwirtschaft

Neben der Maschinensteuerung ist dank Isobus ein präziseres Management von Erntedaten möglich. Mit der Funktion «Task Controller» (TC) können die im Laufe der Arbeiten generierten Informationen gespeichert und anschliessend an eine Manage-ment-Software übermittelt werden. Die gesammelten Daten können die Anzahl der pro Parzelle produzierten Ballen, ihr Gewicht, ihren Feuchtigkeitsgehalt und ihre genaue GPS-Position umfassen. Auf der Grundlage dieser Informationen kann der Landwirt oder die Landwirtin insbesondere Karten zum Trockenmasseertrag erstellen oder Düngungsstrategien für die folgenden Anbauperioden erstellen oder optimieren. Die Rückverfolgbarkeit der Ballen kann auch das logistische Management des Lagers und der Tierfütterung erleichtern. Die Implementierung der Isobus-Technologie in die Rundballenpressen ist ein wichtiger Entwicklungsschritt. «Durch die Automatisierung gewisser Schritte des Presszyklus und die Zentralisierung der Steuerung wird das Pressen viel einfacher und die Ballenqualität verbessert», bestätigt Baptiste Babey. Je nach Arbeitssituation können die automatisierten Prozesse zu einer Produktivitätssteigerung von 10 bis 15 % führen. Auch wenn noch Fragen hinsichtlich Kompatibilität, Kosten oder Wartung offen sind, bildet diese Vernetzung heute eine der Grundlagen für die Entwicklung intelligenter Landmaschinen und der Präzisionslandwirtschaft.

Die wichtigsten Isobus-Funktionen einer Rundballenpresse

Für Mathieu Petignat, Dozent für Mechanik bei der Fondation rurale interjurassienne (FRI), leistet Isobus einen Beitrag zu einem bedeutenden technologischen Fortschritt. Die Isobus-Technologie umfasst verschiedene Funktionen für die Kommunikation zwischen Traktor und Ballenpresse:

– Universalterminal (UT): ermöglicht das Anzeigen und Steuern der Maschine mit einem einzigen kompatiblen Bildschirm.

– Task Controller (TC): erfasst die Daten der Feldarbeit und überträgt diese auf einen Computer oder importiert sie in eine Software für Agrarmanagement.

– Steuerung der Zusatzfunktionen (AUX-N): ermöglicht das Zuweisen der Ballen-pressen-Funktionen zu den Tasten des Traktor-Joysticks, was eine ergonomische Bedienung gewährleistet.

– Tractor Implement Management (TIM): erlaubt es dem Anbaugerät, die Traktorfunktionen zu steuern, wie z. B. das Anhalten, die Fahrgeschwindigkeit oder die Hydrauliksteuerung.

«Obschon die Vorzüge von Isobus unbestritten sind, sollten Anwender oder Anwenderinnen die Kompatibilität anhand der AEF-Datenbank überprüfen, um sicherzugehen, dass Traktor und Maschine miteinander kompatibel sind», erklärt der Experte für Agrartechnik. Ein Pluspunkt ist, dass dank dieser Technik die Anzahl Bildschirme in der Kabine reduziert werden kann, was das Bedienen der verschiedenen Maschinen vereinfacht und die Sicht nach aussen verbessert.

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