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Landtechnik

Prävention statt Vollbrand

Wenn eine Maschine Feuer fängt, zählt jede Sekunde: Mobile Feuerlöschanlagen stoppen Brände, bevor sie sich ausbreiten. Welche Systeme Landwirten im Ernstfall den entscheidenden Vorsprung verschaffen, zeigt der Überblick über aktuelle Löschlösungen.

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Aktualisiert am

Redaktor, UFA-Revue

 

Quer gelesen

  • Ein mobiles Löschsystem ermöglicht einen schnellen Einsatz.
  • Eine saubere und gut unterhaltene Maschine entzündet sich weniger leicht.
  • Eine mobile Löschanlage ist eine lohnenswerte Investition.

Feuer und Brandbekämpfung

Für das Auslösen eines Brandes sind zwingend ein brennbarer Stoff, Sauerstoff und Wärme erforderlich (Prinzip des Feuerdreiecks). Die Löschmassnahmen zielen darauf ab, mindestens eines dieser drei Elemente zu eliminieren, also den Brennstoff zu eliminieren, den Sauerstoffgehalt zu verringern oder die Wärmequelle zu kühlen. Es gibt verschiedene Brandbekämpfungstechnologien: Wassersysteme, die einfach und effizient zur Kühlung eingesetzt werden; Schaumsysteme, die Flammen ersticken; die CAFS-Systeme (Compressed Air Foam System), die einen leistungsstarken Schaum erzeugen. Der Standardschaum setzt sich aus einer Mischung aus grossen und kleinen Blasen zusammen, während der CAFS-Schaum kleine, homogene und stabile Blasen enthält.

Jedes Jahr fangen mehrere Maschinen beim Ernten Feuer, insbesondere beim Ballenpressen. «Beim Pressen von Stroh haben wir immer auch unsere einsatzbereite Löschanlage Alligator 130 montiert», sagt Res Fiechter, Landwirt und Lohnunternehmer in Kappelen (BE). Dieses an der Fronthydraulik des Traktors befestigte Löschsystem verfügt über eine ausreichende Wasser-Schaum-Reserve, um eine erste Brandbekämpfung auf dem Feld durchzuführen. Ausgestattet mit einem zwanzig Meter langen Feuerwehrschlauch und einer Löschlanze erfolgt der Einsatz sehr rasch und kann den Traktor retten.

Einfach und immer einsatzbereit

Vor rund zehn Jahren entwickelte Res Fiechter den Alligator 130, wobei er darauf achtete, handelsübliche Bauteile zu verwenden. «Die Anlage fasst 130 Liter Wasser, die mit einem Netzmittel ergänzt wird und rund 900 Liter CAFS-Schaum entspricht. Die Firma Feumotech stellt die Geräte her», erklärt der Landwirt. Im Gegensatz zu anderen mobilen Löschsystemen ist bei diesem Gerät der Edelstahl-Druckbehälter senkrecht positioniert. Das Produkt wird am Boden im Behälter entnommen und zum Auslass an der Oberseite befördert. «Dieses System sorgt in jeder Situation und selbst in Hanglagen für einen einwandfreien Produktfluss», betont Res Fiechter. Für den Druckaufbau auf 8 bar verfügt die Anlage über eine 10-Liter-Druckluftflasche mit 300 bar und einen Druckminderer. Die Wasserbefüllung erfolgt über eine serienmässige Kupplung Storz 75 auf dem Tank oder mit einem herkömmlichen Wasserschlauch. Für das Lohnunternehmen nutzen Res Fiechter und sein Geschäftspartner Pascal Hess mehrere Quader- und Rundballenpressen. Zudem besitzen sie die einzige Strohpelletpresse der Schweiz. «Wir verfügen über genügend Geräte, um jeden Traktor auszustatten, der mit einer Presse ausrückt. Sei es auf dem Feld oder stationär auf einem Betrieb», sagt Fiechter. 

Brandgefahr bei einer Maschine

Bei den heutigen leistungsstarken Maschinen bestehen zahlreiche Brandrisiken. Stroh kann bereits beim kleinsten Funken Feuer fangen, und ein abgenutztes, defektes oder schlecht geschmiertes Lager erhitzt sich und ist eine Gefahr. Eine schnelle Erstintervention sowie die verfügbaren Mittel und Methoden zur Brandbekämpfung sind entscheidend. «Die Fahrer unseres Unternehmens sind für den Einsatz geschult und nehmen regelmässig an Weiterbildungen teil. Zudem überprüfen und warten sie jede Maschine in der Werkstatt nach der Rückkehr vom Feld», hält Fiechter fest. Dadurch sind die Maschinen immer in einem einwandfreien Zustand und die Brandgefahr wird reduziert. 

«Ein rascher Eingriff ist entscheidend.»

Res Fiechter, Landwirt

Ein Löschsystem wie der Alligator ist zudem auch wirtschaftlich interessant: Wenn der Traktor eine ausreichende Wasserreserve mitführt, kann eine Maschine wie die Ballenpresse zum Neuwert versichert werden. Ohne eine Ausstattung, die von der Versicherung als ausreichend erachtet wird, wird die Maschine nur zum Restwert vergütet. «Im Vergleich zum Preis einer Presse ist ein Löschsystem wie der Alligator 130 durchaus rentabel», fasst Res Fiechter zusammen.

Checkliste: Empfehlungen zur Vermeidung von Maschinenbränden

– Maschine regelmässig reinigen: Eine saubere Maschine (mit wenig Staub) entzündet sich weniger leicht.

– Kontrolle der Lager: Beschädigte oder unzureichend geschmierte rotierende Teile überhitzen schneller.

– Ein voll funktionierendes Löschsystem mitführen: Ein rechtzeitiges Eingreifen kann die Maschine (und den Traktor) retten und Kosten begrenzen.

– Das Löschsystem zu Beginn der Saison und nach jedem Einsatz überprüfen.

– Versicherungspolice überprüfen: Bei einer ausreichenden Feuerlöschanlage kann die Maschine zum Neuwert versichert werden.

– Personal in der Brandbekämpfung schulen: Man muss auf die Flammen zielen, das Gerät mit kurzen Sprühstössen betätigen und prüfen, ob noch Glutnester vorhanden sind.

Betriebsspiegel

Landwirtschaftsbetrieb  Res Fiechter, 3273 Kappelen (BE)

2 Vollzeitangestellte | 20 ha LN | Ackerbau: Zuckerrüben, Weizen, Gerste, Silomais, Weideland | 13 000 Legehennen.

Lohnunternehmen  Fiechter Lohnunternehmung | Res Fiechter und Pascal Hess, 3273 Kappelen (BE) | 5 Vollzeitangestellte, Teilzeitangestellte | Lohnarbeiten: Mähen von Gras; Pressen von Quader- und Rundballen, Strohpellets, Silomais; Zuckerrübenernte, Winterdienst, Flurwegunterhalt.

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