Was sind Ihrer Meinung nach die vielversprechendsten Lösungen, um fossile Kraftstoffe in der Schweizer Landwirtschaft zu ersetzen?
Für mich ist HVO (Hydrotreated Vegetable Oil oder auf Deutsch: hydriertes Pflanzenöl) der erste Schritt zu einer besseren CO 2 -Bilanz der Schweizer Landwirtschaft. Viele Dieselmotorenhersteller geben bereits heute bei den aktuellen Motoren HVO frei. Das erleichtert die Umsetzung in der Praxis enorm. Das bedeutet, dass neue Maschinen und Traktoren keinen klassischen Diesel mehr benötigen würden. Ein weiterer Vorteil von HVO ist seine saubere paraffinische Zusammensetzung, die für eine rückstandsfreiere Verbrennung sorgt. Der Motor produziert weniger Russ und die Partikelfilter werden weniger belastet. Natürlich muss die Verfügbarkeit gewährleistet sein. Auch Biogas ist verbrennungstechnisch eine saubere Lösung und kann auf dem Hof selbst produziert werden. Batterieelektrische Fahrzeuge eignen sich hervorragend für den Einsatz in geschlossenen Gebäuden und Treibhäusern, da sie keine Emissionen verursachen.
«Mit HVO produziert der Motor weniger Rückstände und die Partikelfilter werden weniger stark belastet.»
Bei welchen Kategorien von motorisierten landwirtschaftlichen Fahrzeugen lässt sich Diesel am einfachsten ersetzen?
Nehmen wir als Beispiel batterieelektrische Antriebe. Diese eignen sich hervorragend für kurzzeitige Einsätze mit wenigen Einsatzstunden pro Tag und für den lokalen Einsatz. Dazu zählen für mich Rad- und Teleskoplader, Futtermischwagen, Einachser und kleine Traktoren für leichte Arbeiten rund um den Hof. Also überall dort, wo eine Steckdose zum Laden in der Nähe ist. Selbstverständlich limitieren die Grösse und Kapazität der Batterie den Einsatzbereich. Ich bin überzeugt, dass hier in den nächsten Jahren noch einige Fortschritte erreicht werden.
Wie kann die Schweizer Landwirtschaft ihre Energie-Selbstversorgung verbessern?
Einige Betriebe produzieren bereits viel Strom mit Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) auf den Dächern der Betriebs gebäude. Dieser Strom sollte in möglichst grossen Speichern gelagert werden. Das erhöht den Selbstversorgungsgrad deutlich. Die Nutzung unserer wertvollen landwirtschaftlichen Flächen sollte hingegen ausschliesslich der Produktion qualitativ hochwertiger Nahrungsmittel dienen und nicht der Energieproduktion.








