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Nutztiere

3 Fragen an Kaspar Grünig

Die UFA-Revue stellte Kaspar Grünig, Direktor vom Inforama 3 Fragen zur landwirtschaftlichen Bildung in der Schweiz.

Kaspar Grünig, Direktor Inforama

Kaspar Grünig, Direktor Inforama

(zvg)

Publiziert am

Redaktorin, UFA-Revue

Welche Fähigkeiten werden für die nächste Generation von Landwirtinnen und Landwirten aus Ihrer Sicht besonders wichtig?

Trends in der Agrarpolitik sowie KI und die Digitalisierung prägen die Kompetenzen zukünftiger Landwirtinnen und Landwirte. Wer agrarpolitische Ziele mit mehr Selbstverantwortung erreichen will, braucht unternehmerisches Denken, Kommunikationsstärke sowie hohe soziale und persönliche Kompetenzen. Wer gut vernetzt ist und weiss, wo er Unterstützung erhält, verschafft sich künftig einen klaren Vorteil. Durch KI rückt reines Fachwissen stärker in den Hintergrund. Entscheidend wird die Fähigkeit, Informationen einzuordnen und ihre Richtigkeit kritisch zu prüfen.

Wo liegen derzeit die grössten Herausforderungen im Betriebsalltag und bei welchen Themen suchen Landwirtinnen und Landwirte besonders häufig Rat?

Hofübergaben verknüpfen sich heute oft mit sozialen, wirtschaftlichen oder unternehmerischen Fragen. Besonders soziale Fragestellungen nehmen zu, gleichzeitig steigt der wirtschaftliche Druck auf die Betriebe. Die administrative Belastung durch die Aufzeichnungspflicht ist gross, und bei den Vorgaben der Umweltprogramme laufend auf dem aktuellen Stand zu bleiben, fordert die Betriebe stark. Diese Themen greifen Beraterinnen und Be rater zunehmend in Gruppenanlässen, auf dem Feld oder im Stall auf, ebenso wie produktionstechnische Fragestellungen.

«Die Landwirtschaft von morgen braucht Menschen, die Wissen einordnen und Verantwortung übernehmen.»

Wie müssen landwirtschaftliche Bildung und Beratung gestaltet werden, damit sie den Bedürfnissen der Praxis auch in Zukunft gerecht werden?

Generell werden Lehr- und Beratungspersonen tendenziell von der Wissensvermittlungs- zur Pro-zess-Begleitperson. Für Lernende sind die Ansprüche und der Druck des Alltags in Beruf, Familie und Gesellschaft hoch. Das zeigt sich auch in psychischen Herausforderungen, bei denen die Berufsfachschule neben ihrem Kernauftrag Unterstützung leistet. Fachwissen ist und bleibt wichtig. Die zunehmende Komplexität verlangt jedoch besonders in der Beratung nach mehr Spezialisierung. Gleichzeitig gewinnen Vernetzung und Zusammenarbeit innerhalb der Institution sowie über Kantonsgrenzen hinweg an Bedeutung.

Interview: Nicole Matt

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