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Nutztiere

Prächtig trächtig

Lammen Ziegen nicht im gewünschten Zeitraum ab, entstehen wirtschaftliche Verluste für den Betrieb. Flushing-Fütterung unterstützt Brunst und Fruchtbarkeit und hilft, den Ablammzeitpunkt besser zu steuern.

Die Flushing-Fütterung vor der Belegung unterstützt Brunst und Fruchtbarkeit bei Ziegen. 

Die Flushing-Fütterung vor der Belegung unterstützt Brunst und Fruchtbarkeit bei Ziegen. 

(UFA AG)

Publiziert am

Bereichsleiter Marketing, UFA AG

Rindvieh- und Ziegenspezialist, UFA AG

 

Auf den ersten Blick scheint der Ablauf einfach: Ziegen werden im Herbst bockig und lammen im Frühling ab. In der Praxis braucht es jedoch mehr Planung. Aus wirtschaftlicher Sicht ist es für Betriebe interessant, Milch in den besser bezahlten Wintermonaten zu liefern. Gleichzeitig wollen die Betriebsleitenden die Gitzi aber rechtzeitig zu Ostern vermarkten.

Von der Saisonalität profitieren

Die Saisonalität der Ziegen hängt stark von Klimazone und Rasse ab. Wenn die Tage im Herbst kürzer werden, bildet der Körper vermehrt Melatonin. Dieses Hormon löst die Ausschüttung der Fruchtbarkeitshormone aus. Deshalb werden Ziegen natürlicherweise im Herbst bockig. Für die Wintermilchproduktion passt diese Saisonalität jedoch nicht immer. Damit Ziegen bereits im Frühjahr in Brunst kommen, sind Lichtprogramme, ein gezieltes Bock-Management oder der Einsatz von Spiralen und Hormonen notwendig. Die besten Trächtigkeitsergebnisse erzielen Betriebe nach wie vor mit einer natürlichen Brunst. Die Saisonalität bringt aber auch Vorteile: Die Ablammsaison lässt sich auf einen kurzen Zeitraum bündeln. Dadurch können Betriebe die Galtphase, die Startphase und die Produktionsphase besser planen und die Fütterung passend darauf abstimmen. So erhalten die Ziegen in jeder Phase eine bedarfsgerechte Ration, was den Stoffwechsel und die Leistung unterstützt.

Der Flushing-Effekt wirkt am stärksten bei Ziegen mit mittlerer Körperkondition.

Was bewirkt Flushing?

Betriebe, die den Brunstzeitraum gezielt beeinflussen und die Fruchtbarkeit steigern wollen, können den sogenannten Flushing-Effekt nutzen. Dabei er höhen sie die Energiedichte in der Fütterung kurzfristig. Durch die zusätzliche Energie steigt der Insulinspiegel im Blut der Ziege an. Das fördert die Bildung von IGF1, dem sogenannten Insulin-like Growth Factor 1. IGF1 bewirkt wiederum einen Anstieg des follikelstimulierenden Hormons (FSH) und des luteinisierenden Hormons (LH). FSH unterstützt das Wachstum der Follikel und LH löst den Eisprung aus. Dadurch reifen mehr Follikel heran und die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Belegung steigt. Zusätzlich kann sich die befruchtete Eizelle im Anschluss dank der höheren Energieversorgung besser in der Gebärmutter einnisten. Am stärksten wirkt der Flushing-Effekt bei Ziegen mit mittlerer Körperkondition. Bei mageren Ziegen mit einem BCS von unter 1,5 und bei verfetteten Ziegen mit einem BCS über 4,0 ist der Effekt geringer.

Energie ist nicht gleich Energie

Damit die Flushing-Fütterung die Verdauung der Ziegen nicht überlastet und positiv auf den Insulinhaushalt wirkt, ist die Wahl der richtigen Energiequelle wichtig. Energiequellen mit vielen schnell fermentierbaren Kohlenhydraten (SFKH), wie Weizen oder Gerste, eignen sich in dieser Phase weniger gut. Ein starker Anstieg der SFKH beschleunigt die Passagerate im Pansen, verursacht pH-Schwankungen im Pansen und erhöht das Risiko für Durchfall. Besser geeignet sind Futtermittel mit mittelschnell fermentierbaren Kohlenhydraten und Bypass-Stärke. Sie belasten den Pansen weniger stark. Gleichzeitig wirkt Bypass-Stärke besser auf die Insulinproduktion. In der Praxis setzen Betriebe deshalb oft maislastige Ergänzungsfutter ein.

Energieversorgung um 20 % steigern

Beim Flushing wird empfohlen, die Energieversorgung kurzfristig um rund 20 % zu steigern. Für Betriebe, die bereits intensiv füttern, ist das oft schwierig umzusetzen. Erhalten die Ziegen bereits eine energiereiche Ration mit über 6,4 MJ NEL pro kg TS, passen Betriebe den Kraftfuttereinsatz an. Dazu ersetzen sie 100 g Proteinkonzentrat durch 100 g Energiekonzentrat mit hohem Maisanteil. So entsteht ebenfalls ein Energieüberhang, der den Flushing-Effekt unterstützt. Bei Rationen mit tieferer Energiedichte, zum Beispiel rund 5,5 MJ NEL pro kg TS, ergänzt ein energiereiches Ergänzungsfutter die Grundration. 300 g Ergänzungsfutter pro Tag mit 7,7 MJ NEL pro kg steigern die Energieversorgung um rund 20 %.

Fruchtbarkeit zusätzlich unterstützen

Neben dem Flushing unterstützt Beta-Carotin die Fruchtbarkeit, indem es die Follikelqualität und die Follikelentwicklung verbessert und die Ovulationsrate erhöht. Eine höhere Mineralstoffgabe unterstützt zusätzlich den Stoffwechsel, da die Brunst für die Ziege Stress bedeutet und den Mineralstoffbedarf erhöht.

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