Wenn Räder im nassen Acker einsinken und Maschinen kaum mehr durchkommen, muss nicht sofort eine neue Drainage her. Ein neues Merkblatt von FiBL, WWF Schweiz und Agroscope zeigt, wie nasse oder wiedervernässte organische Böden landwirtschaftlich genutzt werden können. Solche Böden könnten je nach Situation die Biodiversität fördern, Treibhausgase mindern, Wasser zurückhalten oder neue Rohstoffe liefern, schreibt das FiBL zur Publikation. Vorgestellt werden Wiesen, Weiden, Paludikulturen und einzelne Sonderkulturen.
Nicht alles gibt Direktzahlungen
Das Merkblatt zeigt auch, dass nicht jede Lösung rechtlich und wirtschaftlich gleich attraktiv ist. Streuflächen und extensive Feuchtweiden können weiterhin als landwirtschaftliche Nutzfläche und Fruchtfolgefläche gelten, sofern nicht in den Bodenaufbau eingegriffen wird. Andere Paludikulturen wie Schilf, Rohrkolben, Torfmoos oder Erlen gelten dagegen nicht als landwirtschaftliche Nutzfläche. Diese Einordnung ist für Betriebe zentral, weil davon Direktzahlungen, Fruchtfolgeflächen und die betriebliche Planung betroffen sein können.
Laut Merkblatt sollten Betriebe früh mit den zuständigen kantonalen Fachstellen klären, was auf der eigenen Fläche zulässig ist und welche Beiträge möglich sind. Auch Finanzierung, Anbau und Vermarktung sollten sorgfältig geplant werden. Das Merkblatt bietet dafür eine erste Orientierung, ersetzt aber keine einzelbetriebliche Abklärung.







