Bodeneier liegen häufig auf den Rosten der Volière, in dunklen Stallecken oder in kotverschmutzter Einstreu. Das Reinigen verschmutzter Eier kostet viel Zeit und belastet Hände, Hand gelenke sowie Schultern. Zudem sind die Eier trotz Reinigung teils unhygienisch. Für den Betrieb ist deshalb jedes Ei wertvoll, das direkt ins Nest gelegt wird. Es spart Arbeit, verbessert die Eiqualität, reduziert den Anteil an Brucheiern und erleichtert den täglichen Ablauf im Stall.
Verhalten früh lenken
Ob Hennen die Legenester zuverlässig nutzen, entscheidet sich bereits in der Aufzucht. Junghennen, die früh gelernt haben, erhöhte Ebenen und Sitzstangen zu nutzen, bewegen sich später sicherer in der Volière und finden die Legenester besser. Kennt die Henne das Legenest vor den ersten Eiern nicht oder erreicht es schlecht, ist das Risiko höher, dass sie die Eier auf dem Boden ablegt.
Der Start ist entscheidend
Zu Beginn der Legeperiode ist die Zahl der Bodeneier häufig am höchsten und nimmt danach, bei konsequentem Management, ab. Betriebsleitende sollten Hennen, die sich vermehrt am Boden auf halten, nach dem Einstallen ruhig auftreiben und auf die erhöhten Ebenen lenken. Das verhindert, dass der Boden zum bevorzugten Aufenthaltsbereich wird. Zum Start der Legeperiode sollte auf dem Boden wenig Einstreu sein. Als Richtwert gelten maximal 2 cm. Wichtig ist, verlegte Eier vom ersten Ei an konsequent einzusammeln. Bleiben diese liegen, können sie weitere Hennen an denselben Ort locken. Zum Lege beginn zählt jeder Tag: Was sich jetzt bei den Hennen einprägt, lässt sich später nur schwer korrigieren. Ob Nester wandständig oder in die Volière integriert sind, scheint laut Versuchen weniger entscheidend zu sein.
Licht gezielt einsetzen
Dunkle Bereiche im Stall animieren Hennen dazu, alternative Legeplätze zu suchen, besonders unter Volièren, entlang von Wänden oder in Ecken. Eine Studie zeigt, dass zusätzliche Beleuchtung in dunklen Stallbereichen die Zahl verlegter Eier um 23,8 % gesenkt hat. Gleichzeitig nutzten weniger Hennen den Boden als Legeplatz. Für die Praxis heisst das: Nicht maximale Helligkeit ist das Ziel, sondern eine gleichmässige und funktionale Lichtverteilung im Stall. Defekte Lampen sollten rasch ersetzt und dunkle Nischen gezielt beleuchtet werden. Gleichzeitig sollte das Nest genügend dunkel und geschützt sein.
Junghennen, die erhöhte Ebenen sicher nutzen, finden später die Legenester besser.
Genetik berücksichtigen
Studien und Praxiserfahrungen zeigen, dass der Anteil an Bodeneiern bei braunen Hybriden höher ist als bei weissen Hybriden. Braune Hybriden nutzen erhöhte Ebenen oft weniger aktiv und reagieren sensibler auf ungünstige Bedingungen im Stall. Die genannten Massnahmen sind bei braunen Hybriden deshalb besonders wichtig.
Nest und Stallstruktur prüfen
Das Legenest ist und bleibt der wichtigste Hebel, um Bodeneier zu reduzieren. Wichtig ist, dass die Hühner den Eingangsbereich der Nester gut sehen und erreichen können. Die Nestmatten müssen sauber und trocken sein. Erfolgreiche Betriebe vermeiden Zugluft im Nestbereich, blockierte Zugänge und Störungen während der Hauptlegezeit. Befinden sich Futter- und Tränkeeinrichtungen in Nestnähe, halten sich dort mehr Hennen auf. Betriebsleitende können Bodeneier am besten verhindern, wenn die Herde gut auf das Legesystem vorbereitet ist. Nach dem Einstallen gilt es, genau zu beobachten und früh zu reagieren.
Unser Tipp
Drei Hebel für weniger Bodeneier
- Legebeginn eng begleiten: Bodeneier ab dem ersten Ei rasch einsammeln, Hennen ruhig auf erhöhte Ebenen lenken und zu Beginn weniger Einstreu verwenden.
- Licht gezielt steuern: Dunkle Bereiche unter Volieren, entlang von Wänden und in Ecken vermeiden. Das Licht im Stall soll gleichmässig verteilt sein, während das Nest dunkel und geschützt bleibt.
- Nest attraktiv halten: Hennen müssen den Nesteingang gut sehen und frei erreichen können. Saubere, trockene Nestmatten, keine Zugluft und Ruhe während der Hauptlegezeit fördern die Nestnutzung.









