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Landtechnik

Vielseitigkeit überzeugt

Unterteilte oder zusätzlich eingebaute Behälter werden bei pneumatischen Sämaschinen immer häufiger eingesetzt. Neben der Zeitersparnis, die sie mit sich bringen, sorgen sie aufgrund verschiedener Wirkungshebel auch für einen Mehrwert bei der angebauten Kultur.

Damit die Arbeit effizient bleibt, muss die Sämaschine einfach befüllt werden können.

Damit die Arbeit effizient bleibt, muss die Sämaschine einfach befüllt werden können.

Publiziert am

wissenschaftlicher Mitarbeiter, Grangeneuve

 

Quer gelesen

  • Weniger Durchgänge sparen Zeit und Treibstoff  
  • Jedes Produkt gezielt auszubringen, fördert einen guten Start der Kultur  
  • Double Shoot und Triple Shoot verbessern die Präzision der Ablage

Heutzutage bieten Maschinenhersteller vermehrt Sämaschinen mit Mehrfachbehälter oder mit der Möglichkeit, die Maschine mit Zusatzbehältern auszustatten. Diese Geräteteile sind mehrheitlich in pneumatischen Sämaschinen verbaut, finden sich aber auch in mechanischen Sämaschinen. Sie bringen mehrere Vorteile: Zeitersparnis (da die verschiedenen Betriebsmittel in einem Durchgang ausgebracht werden können), eine erhebliche Treibstoffeinsparung (12 bis 15 l/ha und eingespartem Arbeitsgang, gemäss einer Schätzung im Kostenkatalog von Agroscope), bessere Verfügbarkeit des Startdüngers und das Ausbringen einer Untersaat unter optimalen Bedingungen.

Single Shoot, eine einfache Massnahme

In technischer Hinsicht unterscheidet man zwei Hauptverfahren: Single Shoot und Double Shoot. Beim derzeit am weitesten verbreiteten Single-Shoot-Verfahren dosiert die Maschine zwei unterschiedliche Komponenten separat, führt sie in einem gemeinsamen Kanal zusammen und legt sie in die gleiche Saatfurche in gleicher Tiefe ab. Ein wesentlicher Vorteil dieses Verfahrens liegt in seiner einfachen technischen Umsetzung: Da die Komponenten an eine einzige Ablagestelle gelangen, braucht es in der Regel keine spezifischen Anpassungen am Säelement.

Double und Triple Shoot für mehr Präzision

Im Gegensatz zum Single-Shoot-Verfahren bringt das Double-Shoot-Verfahren verschiedene Betriebsmittel separat aus, und zwar getrennt, in unterschiedliche Saatfurchen und in unterschiedlichen Tiefen. Diese Technik erfordert ein geeignetes Säelement mit mindestens einem zusätzlichen Ausgangskanal. Bei der Sämaschine Solitair von Lemken etwa legt die Maschine eine Komponente in jede zweite Reihe ab, während sie das zweite Produkt in den übrigen Reihen platziert. Bestimmte Geräte lassen sich zusätzlich mit einer speziellen Säeinheit für Deckfrüchte ausstatten: Leitbleche verteilen dabei die Saatkörner auf der Bodenoberfläche, während das Säelement die übrigen Produkte in den Boden einbringt. Bringt man auf diese Weise drei Produkte getrennt voneinander aus, spricht man vom Triple-Shoot-Verfahren.

Dank ihrer Vielseitigkeit lässt sich eine Sämaschine mit geteiltem Saatguttank an neue Anbaumethoden anpassen.

Die Vielseitigkeit der Geräte für das Double- und Triple-Shoot-Verfahren ermöglicht eine gezielte Anpassung an die jeweiligen Anforderungen der Ablagestelle. Das schafft optimale Startbedingungen für die Kultur, bringt aber auch höhere Anschaffungskosten mit sich.

Modulare Korntanks

Die Sämaschine lässt sich flexibel an die Anforderungen anpassen. Sie nutzt entweder das gesamte Behältervolumen für eine Komponente oder bringt dank eines geteilten Behälters zwei Komponenten gleichzeitig aus. Bei Letzterem verringert sich das für das Saatgut verfügbare Fassungsvermögen entsprechend. Dies ist beispielsweise bei der Sämaschine Pöttinger Aerosem der Fall, bei der sich problemlos zwei Trennwände zur Unterteilung in drei Kammern einbauen lassen: 2 × 225 Liter und 1 × 800 Liter.

An neue Anbaumethoden angepasst

Bei den mechanischen Sämaschinen ist es durchaus üblich, zusätzliche Behälter oder Sägeräte für «Vegetationsdecken» anzubringen, um beispielsweise eine Kulturpflanze und eine Untersaat in einem Durchgang aussäen zu können. Diese zusätzlichen Behälter bieten den Vorteil, dass sie sich auch nachträglich relativ einfach einbauen lassen. Je nach Ansprüchen der ausgesäten Pflanzenarten ist es somit möglich, ein bestimmtes Saatgut in den Boden einzubringen und anderes auf der Bodenoberfläche abzulegen.

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Die getrennte Ablage der verschiedenen Produkte verbessert den Auflauf. 

Derart ausgestattete Sämaschinen werden kontinuierlich weiterentwickelt, um den sich wandelnden Anforderungen der Landwirtinnen und Landwirte gerecht zu werden und neue Arbeitsmethoden zu unterstützen. Sie bieten die Möglichkeit, ein ideales Arbeitsfenster sinnvoll zu nutzen, was angesichts der aktuellen Klimasituation ein immer wichtigeres Kriterium wird. Weiter tragen sie dazu bei, Ressourcen und Zeit zu sparen – zwei Faktoren, die heutzutage für einen erfolgreichen Ackerbau entscheidend sind. Dennoch empfiehlt es sich, den eigenen Bedarf gründlich zu prüfen, um die für den eigenen Betrieb am besten geeignete Maschine auszuwählen und Investitionen in teure und nutzlose Ausstattungsvarianten zu vermeiden.

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