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Pflanzenbau

Robust in die neue Kartoffelsaison

Ein heisses und trockenes Kartoffeljahr geht zu Ende. Die Ernte fällt deutlich kleiner aus als erhofft, bei der Pflanzgutversorgung gibt es jedoch Anlass zur Zuversicht. Gleichzeitig zeigt die vergangene Saison, welche Eigenschaften künftig gefragt sein werden: Kartoffelsorten müssen nicht nur Krautfäule, sondern zunehmend auch Hitze, Trockenheit und neuen Krankheitsrisiken standhalten.

Der Backtest der neuen Sorte Lady Jane fällt trotz der schwierigen Saison positiv aus.

Der Backtest der neuen Sorte Lady Jane fällt trotz der schwierigen Saison positiv aus.

(Daniel von Ballmoos)

Publiziert am

PM Kartoffeln Ostschweiz, Inoverde

GPM Pflanzkartoffeln, Inoverde

Die klimatischen Bedingungen forderten die Produzenten aufs Äusserste. Auf ideale Pflanzbedingungen im Frühling folgte eine Hitzewelle nach der anderen, während der Regen ausblieb. Wer konnte, bewässerte seine Felder. Der Aufwand dafür war hoch, entsprechend hofften die Produzentinnen und Produzenten, dass sich dieser Einsatz bei der Ernte auszahlen würde.

Kartoffelqualität und -menge 2026

Im Sommer flog die Schilfglasflügelzikade verstärkt aus. Dies stellte ein Risiko dar, da sie Arsenophonus, den Auslöser der bakteriellen Kartoffelknollenwelke, überträgt. Umso gespannter warten die Fachleute auf die Resultate der Proben, welche die HAFL gesammelt hat. Erfreulicherweise zeigten sich bei der Einlagerung bisher keine grösseren Qualitätsprobleme durch Arsenophonus. In diesem insgesamt anspruchsvollen Jahr ist das besonders positiv.

Zu Beginn der Kampagne lagen die Stärkewerte über dem Durchschnitt. Mit dem Durchwuchs, der im August verbreitet auftrat, sanken sie erwartungsgemäss, insbesondere bei den Sorten Markies und Agria. Neben tieferen Stärkewerten fehlten in vielen Beständen auch die grossen Kaliber.

Durchgehend bewässerte Parzellen erzielten erfreuliche Erträge und Qualitäten. Auf leichten Böden blieb der Ertrag trotz Bewässerung begrenzt. An trockenen Standorten ohne Bewässerung mussten die Bestände massive Ertragsverluste und teilweise auch Qualitätseinbussen hinnehmen. Die Hochrechnung aus der Ertragserhebung der Branchenorganisation Schweizer Kartoffeln Swisspatat beziffert die Fehlmenge über alle Segmente auf rund 30 %. Zudem brachten die Kartoffeln bereits bei der Einlagerung eine hohe Temperatursumme mit. Dadurch sind sie sehr keimfreudig, was die langfristige Lagerung zusätzlich erschwert.

Ausreichend Pflanzkartoffeln bei den Hauptsorten

Die Ernteschätzung des Schweizer Saatgut-produzenten-Verbands Swisssem per Mitte August geht von einer guten Pflanzguternte aus. Die Hauptsorten sind ausreichend verfügbar. Für neuere Sorten sowie für Sorten, die in der Schweiz nicht vermehrt werden, sind Importe notwendig. Das Angebot an inländischem Pflanzgut robuster Sorten wächst laufend, der Aufbau benötigt jedoch Zeit.

Die Pflanzgutpreise bleiben stabil oder sinken leicht. Der Fonds Import / Export vergünstigt mehligkochende Sorten und Fritessorten. Bio-Pflanzkartoffeln werden durch den Fonds Lenkungsabgaben in diesem Jahr um 30 Fr./100 kg verbilligt. Die Kaliber bleiben unverändert, und auch die äussere Qualität ist gemäss Swisssem gut.

Ausblick Anbauplanung 2027

Klimarobuste Sorten sind gefragter denn je. Künftig reicht es nicht mehr, den Begriff «robust» nur mit der Krautfäule in Verbindung zu bringen. Neue Herausforderungen erfordern weitere Eigenschaften, was bei der Entwicklung neuer Sorten auch Kompromisse mit sich bringen kann.

Das Angebot an inländischem Pflanzgut robuster Sorten wächst laufend.

Bei den Friteskartoffeln gilt es, die Pflanzabstände noch stärker auf die jeweilige Sorte abzustimmen. Bei Sorten wie Fontane wirkt sich ein grösserer Pflanzabstand weder auf die Qualität noch auf den Ertrag negativ aus. Dies fand bisher teilweise zu wenig Beachtung. In der Verarbeitung bleiben Agria und Markies stark gefragt. Die Anbaumenge von Innovator bleibt stabil, jene von Lady Jane und Rissoletto steigt leicht. Zudem kommen gezielt neue, vielversprechende Versuchssorten in den Anbau.

Bei den Chipskartoffeln werden die Mengen im frühen Segment leicht reduziert. Lady Rosetta und Austin prägen weiterhin das Streckengeschäft. Weitere Sorten durchlaufen in kleineren Mengen den Versuchsanbau. Ziel sind Sorten, die Lady Rosetta ergänzen und auch die Übergangszeit mit schwankenden Temperaturen zuverlässig bewältigen. Im Lagersegment bleibt SH C 1010 die Hauptsorte. In der letzten Hauptversuchsserie überzeugte Napoleon mit stabilen und guten Ergebnissen.

Bei den Speisekartoffeln ändert sich im kommenden Jahr wenig. Da die Lagerbestände zur neuen Ernte voraussichtlich geräumt sein werden, kann das frühe Segment stabil gehalten werden. Das Sortenportfolio richtet sich weiterhin auf robuste Sorten aus. Im festkochenden Lagersegment bleiben Erika und Venezia die Hauptsorten, bei den mehligkochenden Sorten Concordia und Jelly.

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