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Pflanzenbau

Wann Silomais wirklich reif ist

Zwischen 32 und 36 % Trockensubstanz gelten als ideales Fenster für die Maissilage. Wie erkennt man dieses im Feld zuverlässig? Eine 20-jährige Studie aus Grangeneuve liefert konkrete Anhaltspunkte.

Im Stadium der Teigreife enthält Silomais besonders viel Stärke. Zu diesem Zeitpunkt erreicht der Kolben seinen höchsten Futterwert.

Im Stadium der Teigreife enthält Silomais besonders viel Stärke. Zu diesem Zeitpunkt erreicht der Kolben seinen höchsten Futterwert.

(Dr. Katharina Kempf)

Publiziert am

Wissenschaftliche Assistentin Grangeneuve

Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Grangeneuve

Der ideale Trockensubstanzgehalt (TS) für die Maissilage liegt zwischen 32 und 36 %. Sowohl eine zu frühe als auch eine zu späte Ernte wirken sich negativ auf Ertrag und Futterqualität aus. Bei einer zu frühen Ernte mit zu wenig TS wird die Kolbenentwicklung unterbrochen, was zu schlechterem Ertrag und schlechterer Qualität führt. Zudem steigen die Konservierungsverluste, da mehr Silosaft austritt. Eine zu späte Ernte mit zu viel TS reduziert dagegen die Verdaulichkeit und die Futteraufnahme. Die Stängel werden faseriger, die Siloverdichtung schwieriger und eine Fehlgärung wahrscheinlicher.

Wie sich dieses schmale Zeitfenster im Feld zuverlässig erkennen lässt, untersuchte eine Langzeitstudie in Grangeneuve.

Eine Studie über 20 Jahre

Zwischen 2004 und 2025 beobachtete das landwirtschaftliche Institut Grangeneuve im Kanton Freiburg die Entwicklung von Silomais. Ziel war, die Trockensubstanz (TS)-Entwicklung besser zu verstehen und zuverlässige Anhaltspunkte für die Bestimmung des optimalen Erntestadiums zu finden. Jedes Jahr pflanzte man ein bis drei mittelfrühe Sorten aus der Liste empfohlener Maissorten unter konventionellen, praxisnahen Bedingungen an. Ab August folgten wöchentliche Untersuchungen: Ganze Pflanzen wurden auf 20 cm Höhe geerntet und anschliessend 36 bis 48 Stunden getrocknet, um ihren TS-Gehalt zu bestimmen. Die Studie ermöglichte es, die TS-Entwicklung zu analysieren und ihren Zusammenhang mit den klimatischen Bedingungen und den Temperatursummen aufzuzeigen.

Entwicklung der Trockensubstanz

Während des Wachstums verändert sich die Verteilung der Biomasse stark. Zu Beginn dominieren Stängel und Blätter, welche die Photosynthese und die Ertragsbildung gewährleisten. Mit zunehmender Reifung wächst der Biomasseanteil der Körner stetig, bis sie den grössten Teil ausmachen. Mit einem TS-Gehalt von über 60 % bei der Reife tragen sie die Hauptverantwortung für die Zunahme der TS (Grafik 1). Der Stängel dagegen entwickelt sich langsam und bleibt bis in spätere Entwicklungsstadien wasserreich. Erst wenn die TS der ganzen Pflanze 32 – 33 % erreicht, trocknet er langsam aus. Sein hoher Wassergehalt spielt eine entscheidende Rolle für das Risiko von Saftabfluss und die Verderblichkeit der Silage. Blätter, Lieschen und Spindeln bleiben ebenfalls wasserreich, bis sie bei Erreichen der Reife rasch austrocknen. Diese Beobachtungen bestätigen, dass die TS-Entwicklung beim Mais vor allem von der Kornfüllung abhängt, während die vegetativen Pflanzenteile eine geringere Rolle spielen. Somit ist auch das Kornstadium ein guter Reifeindikator (Grafik 3). Über die gesamten Jahre der Studie zeigte die ganze Pflanze eine TS-Zunahme von etwa + 2,5 Punkten pro Woche während der Reifungsphase (Grafik 4). Eine TS-Analyse im Labor ist damit ein nützliches Mittel zur Bestimmung der Reife.

Die TS-Entwicklung beim Mais hängt vor allem von der Kornfüllung ab.

 

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Grafik 2: Entwicklung des Trockensubstanzgehalts (TS) der verschiedenen Teile der ganzen Maispflanze.

(UFA-Revue)
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Grafik 1: Entwicklung des Anteils der Körner, Spindeln und Lieschen, Blätter und Stängel am Totalgewicht der ganzen Pflanze nach Trockensubstanzgehalt der ganzen Maispflanze. Der grüne Rahmen zeigt den idealen Reifegrad (32–35 % TS).

(UFA-Revue)

 

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Grafik 3: Wöchentliche Zunahme der Trockensubstanz in Prozent der ganzen Maispflanze mit Median und Trendkurve.

(UFA-Revue)

Orientierungspunkt Temperatursummen

In Grangeneuve benötigte der Mais durchschnittlich 1500 bis 1600 Gradtage von der Saat bis zur idealen Reife (Grafik 4). Diese Zahl allein reicht jedoch nicht zur Bestimmung der Reife: Je nach Sonneneinstrahlung beziehungsweise Wassermangel wichen die Werte bei gleicher Reife um bis zu ± 200 Gradtage ab. Das Blütestadium, also der Beginn der Kornfüllung, ermöglicht als Referenzwert eine genauere Einschätzung. Ab diesem Zeitpunkt dauert es rund 550 bis 700 Gradtage bis zur optimalen Erntereife. Bei pedoklimatisch heiklen Bedingungen bleibt die Methode jedoch unzureichend.

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Grafik 4: Verhältnis zwischen der Temperatursumme und der Reife der in Grangeneuve kultivierten mittelfrühen Maissorten. Das grüne Band zeigt die optimale Reife (32–35 % TS) und die schraffierte grüne Linie die lineare Trendkurve.

(UFA-Revue)

Bestimmung der Trockensubstanz auf dem Feld

Am besten werden die Pflanzen getrocknet und ihr TS-Gehalt bestimmt. Zusätzlich lassen sich Stängel und Körner beobachten, die zwei ausschlaggebenden Pflanzenteile. Erreicht der Mais 32–36 % TS, werden die Körner teigig und die reifsten zeigen unten einen schwarzen Punkt – das Zeichen für die physiologische Reife, die nicht überschritten werden sollte. Beim Drehen am Stiel sollte kein kontinuierlicher Saft austreten; eine leichte Schaumbildung ist erwünscht. So lässt sich der optimale Silierzeitpunkt rasch bestimmen.

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