Die Ausgabe von 2026 legt den Schwerpunkt auf technische Innovationen, Ressourcenschonung, Bodenschutz und Digitalisierung. Verschiedene Hersteller präsentieren Lösungen, die die Effizienz der Feldarbeit erhöhen, die Anzahl Überfahrten reduzieren und das Ausbringen der Ackerkulturen optimieren.
Vredo Sämaschine und Kerner Walze
Die Sämaschine Vredo DZ5 Agri Air zeichnet sich durch ihre Vielseitigkeit aus. Dank ihrem hydraulischen Hebesystem, bei dem jede zweite Schare angehoben wird, kann sie für Übersaaten von Grünflächen mit einem Abstand von 7,5 cm oder für unterschiedliche Kulturen mit einem Reihenabstand von 15 cm eingesetzt werden. Dank dem unterteilten Behälter lassen sich bis zu drei Saatgutarten oder Komponenten einzeln ausbringen.
Ein weiteres Gerät, das von Alphatec vorgestellt wird, ist die Kerner Toron-Frontwalze, die das Zerkleinern von Schollen sowie das Einebnen und die Rückverfestigung in einem Durchgang kombiniert. Die grossen Scheiben mit einem Durchmesser von 65 cm sorgen mit den dazwischen angeordneten Schneidemessern für das Zerkleinern harter Erdklumpen. Durch variables Ballastieren kann die Maschine an die herrschenden Arbeitsbedingungen angepasst werden.
An der Agrama lassen sich die ausgestellten Maschinen vergleichen.
Horsch Sämaschine und Imants Tiefenlockerer
Die Sämaschine Horsch Maestro 6TX kann mit einer 800 Liter MiniDrill Sämaschine in der Front des Schleppers kombinieret werden. Dieser zusätzliche Behälter, der beim Stand von Agrar Landtechnik zu sehen ist, ermöglicht zusätzlich das Ausbringen von Mikrogranulat und Düngemittel. Das MiniDrill ist Isobus kompatibel und lässt sich an diverse Maschinen anbauen, was die Einsatzmöglichkeiten erweitert.
Im Bereich Bodenbearbeitung kombiniert die Spatenmaschine Imants 38WX300H das Umgraben mit der Tiefenlockerung. Seine Untergrundzinken lockern die verdichteten Schichten unterhalb der Spatentiefe, so dass die Wurzeln tiefer in den Boden eindringen können. In Kombination mit einer Sämaschine, ermöglicht die Maschine mehrere Arbeitsschritte in einem Durchgang durchzuführen.
Lemken Sämaschinen und Tiefenlockerer
Die Lemken Solitair MF zeichnet sich durch eine aktive Saatbeetbereitung aus und verfügt über einen 2000-Liter-Saatgutbehälter. Sie ist in den Arbeitsbreiten 4 m, 4,5 m und 6 m erhältlich und mit parallelogrammgeführten Doppelscheibenscharen ausgestattet mit einem Schardruck von 45 kg. Dank Isobus-Steuerung und Optionen zur Teilbreitenschaltung lässt sich die Aussaat an die Bedingungen der Anbaufläche anpassen.
Die Drillmaschine Saphir XMR überzeugt durch eine einfache Bedienung und präzise Dosierung. Elektrische Dosierer pro halbe Arbeitsbreite reduzieren Überlappungen, während der steuerbare Einarbeitungsdruck und die Doppelscheibenscharen eine sehr gleichmässigen Aussaattiefe gewährleisten.
Der neue Tiefenlockerer Onyx rundet das Angebot von Lemken für Tiefenlockerung ab. Er ist in Arbeitsbreiten von 3 und 4 m erhältlich und kann mit verschiedenen Scharvarianten genutzt werden. Die Mischschare arbeitet in Tiefen von 25 und 40 cm, während die Lockerungsschare bei verdichteten Schichten in 40 bis 60 cm Tiefe eingesetzt wird.
Interview
Highlights der Agrama
UFA-Revue: Die Agrama feiert dieses Jahr ihr 30. Jubiläum seit der ersten Durchführung im Jahr 1977. Welche Bedeutung hat die Messe heute für die Schweizer Landwirtschaft und die Landtechnikbranche? Und welche technischen Neuheiten und Innovationen erwarten die Besucherinnen und Besucher der Agrama in diesem Jahr besonders?
Daniel Bernhard: Die Agrama ist die bedeutendste Messe für Landtechnik in der Schweiz. Sämtliche für den Schweizer Markt relevanten Marken sind vertreten. Auch in diesem Jahr dürfen sich die Besucherinnen und Besucher auf zahlreiche Neuheiten und Innovationen freuen. Welche konkreten Lösungen präsentiert werden, wird sich jedoch erst nach der Eröffnung zeigen: Viele Aussteller halten die Spannung bewusst bis zuletzt hoch.
Die Landwirtschaft steht unter dem Druck, effizienter und gleichzeitig nachhaltiger zu produzieren. Wie spiegeln die ausgestellten Maschinen und Technologien die Themen Ressourceneffizienz, Bodenschonung und Nachhaltigkeit wider?
Die nachhaltige Produktion von Lebensmitteln ist heute ein zentrales Anliegen der Konsumentinnen und Konsumenten. Die moderne Landtechnik leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Intelligente Lösungen wie Spot-Spraying und KI-gesteuerte Anbaugeräte ermöglichen einen gezielten und sparsamen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, schonen Ressourcen und unterstützen eine nachhaltige sowie umweltverträgliche Lebensmittelproduktion – sowohl in der konventionellen Landwirtschaft als auch im biologischen Anbau.
Digitalisierung, Automatisierung und Vernetzung prägen die Entwicklung moderner Landmaschinen. Welche Trends sehen Sie aktuell und welche Lösungen werden an der Agrama präsentiert?
Automatische Lenksysteme gehören heute bereits zum Standard in der Landwirtschaft. Besonders viele Innovationen sehen wir derzeit bei der intelligenten Erkennung von Unkräutern im Pflanzenbau. Auch das Zusammenspiel und die Kommunikation zwischen Anbaugeräten und Zugfahrzeugen haben in den vergangenen Jahren grosse Fortschritte gemacht. Die Digitalisierung hält jedoch nicht nur auf dem Feld Einzug, sondern ebenso in der Innenwirtschaft: Automatische Fütterungssysteme, Melkroboter und digitale Lösungen zur Herdenüberwachung gehören heute bereits zu den verfügbaren Möglichkeiten.
Ein grosser Vorteil der Agrama ist die Präsenz aller für die Schweiz wichtigen Landmaschinenhersteller. Welchen Mehrwert bietet diese Vielfalt für die Landwirtinnen und Landwirte?
Die grosse Vielfalt an Herstellern und Marken bietet den Kundinnen und Kunden die einzigartige Möglichkeit, Maschinen, Technologien und Lösungen direkt vor Ort miteinander zu vergleichen. Gleichzeitig ist die Agrama ein wichtiger Treffpunkt für den persönlichen Austausch: Landwirtinnen und Landwirte können Erfahrungen teilen, Kontakte zu Herstellern und Fachleuten knüpfen sowie bestehende Netzwerke pflegen. Darüber hinaus bietet die Messe zahlreiche Impulse und Inspirationen für zukünftige Investitionen und die Weiterentwicklung des eigenen Betriebs. Gerade dieser direkte Vergleich und der persönliche Dialog machen den besonderen Mehrwert der Agrama aus.
Wenn Sie einen Blick in die Zukunft werfen: Welche Rolle wird die Landtechnik in den nächsten zehn Jahren spielen, um die Schweizer Landwirtschaft wirtschaftlich, produktiv und umweltverträglich weiterzuentwickeln?
Der Strukturwandel in der Landwirtschaft und die steigende Bevölkerungszahl erhöhen den Bedarf an einer produktiven, wirtschaftlichen und zugleich nachhaltigen Landwirtschaft. Mit moderner und ressourcenschonender Landtechnik können wir einen wesentlichen Beitrag zur Bewältigung dieser Herausforderungen leisten. Präzisere Maschinen, intelligente Assistenzsysteme und eine stärkere Automatisierung werden helfen, Betriebsmittel gezielter einzusetzen, Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten und die Umwelt zu schonen. Gleichzeitig werden sich die Anbauverfahren aufgrund der klimatischen Veränderungen weiterentwickeln. Damit verändern sich auch die Anforderungen an die Landtechnik: Gefragt sind künftig flexible, bodenschonende und anpassungsfähige Lösungen, die landwirtschaftliche Betriebe dabei unterstützen, auch unter veränderten Bedingungen zuverlässig und nachhaltig zu produzieren.
Junge Landwirtinnen und Landwirte sind mit digitalen Technologien aufgewachsen. Wie beeinflusst dieser Generationenwechsel die Entwicklung von Maschinen und die Ausrichtung der Agrama?
Der Generationenwechsel beschleunigt die Digitalisierung in der Landwirtschaft. Junge Landwirtinnen und Landwirte sind mit vernetzten Anwendungen aufgewachsen und erwarten intuitive Bedienkonzepte, eine hohe Kompatibilität sowie einen einfachen Zugang zu Daten. Darauf richten die Hersteller ihre Maschinen und Dienstleistungen zunehmend aus. Gleichzeitig ist klar, dass sich die Aussteller sowohl an den heutigen als auch an den zukünftigen Käuferinnen und Käufern orientieren. Entsprechend entwickeln sich auch die Standkonzepte an der Agrama weiter: Digitale Lösungen werden anschaulich und praxisnah präsentiert, Anwendungen können direkt erlebt werden, und der persönliche Austausch bleibt dennoch zentral. So verbindet die Agrama bewährte Landtechnik mit neuen Technologien und spricht verschiedene Generationen gleichermassen an.







