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Landtechnik

Hacken in Getreide

Die Unkrautregulierung im Getreideanbau erfordert ein strategisches Vorgehen. Selbst bei einem Reihenabstand zwischen 20 und 37,5 Zentimeter kann mit einem speziell konfigurierten Hackgerät das Unkraut reguliert werden. Dabei ist der Hackstriegel für die begleitenden Massnahmen nach wie vor unerlässlich.

Der Reihenabstand und die Arbeitsbreite der Sämaschine sowie des Hackgeräts müssen übereinstimmen. Bild: Einböck

Der Reihenabstand und die Arbeitsbreite der Sämaschine sowie des Hackgeräts müssen übereinstimmen. Bild: Einböck

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Redaktor, UFA-Revue

 

Der optimierte Anbau einer Getreidekultur erlaubt ab der Aussaat eine rein mechanische Bekämpfung der Unkräuter im Bestand. Mit der Hacke wird auch ein verkrusteter Boden aufgebrochen, sodass er bei Vegetationsbeginn belüftet wird und sich rascher erwärmen kann. Urs Knecht bewirtschaftet seinen Bio-Hof im zürcherischen Brütten und hatte auf seinen Getreideflächen mit Unkräutern, insbesondere mit Ackerfuchsschwanz, zu kämpfen. Nach einer Ackerbautagung auf seinem Betrieb zum Thema Unkraut kaufte er ein Hackgerät, das sich für einen Reihenabstand von 37,5 Zentimeter eignet. «Dieser Reihenabstand ist ein Mittelweg, der unkrautfreie Kulturen bei einem gleichzeitig vertretbaren Ertragsrückgang ermöglicht», betont Knecht. Zudem konnte auf bestehende Technik zurückgegriffen werden, indem die Sämaschine von 12,5 Zentimeter Reihenabstand bei Bedarf mit dem Schliessen von Scharen auf 37,5 Zentimeter Reihenabstand umgestellt wird.

Grundregeln zum Hacken in Getreide

– Die Arbeitsbreite von Sämaschine und Hackgerät muss identisch sein.

– Mit einem Element pro Reihe ist eine bessere Bodenanpassung möglich, da das Hacken in Getreide sehr flach erfolgen muss.

– Die Werkzeuge auf jedem Hackelement müssen für die geplante Arbeit geeignet sein (passende Gänsefussschare, Winkelmesser und Abstand zur Kultur).

– Eine präzise Lenkung ist erforderlich: GPS-Lenkung bei der Aussaat und beim Einsatz des Hackgeräts; kameraunterstützte Maschinensteuerung und Verschieberahmen.

Vor der Investition planen

Das Planen der mechanischen Unkrautregulierung beginnt schon vor der Aussaat. Saat und Hacken müssen vollständig aufeinander abgestimmt sein. Kann die bestehende Sätechnik weiter benützt werden? Ist ein geeigneter Traktor mit der richtigen Spur und Bereifung vorhanden? Soll/ kann die anzuschaffende Technik überbetrieblich eingesetzt werden? Welche Kulturen sollen bearbeitet werden können? Aus den Antworten dieser Fragen muss der ideale Reihenabstand und die Art der Hackscharen definiert werden. Je nach der geplanten Auslastung und der technischen Affinität ist festzulegen, ob das Hackgerät kamerageführt sein soll und ob bei der Saat in zusätzliche technische Hilfe wie GPS-Spurführung zu investieren ist. Präzise Anschlussfahrten und gerade Saat erleichtern der folgenden Technik die Arbeit.

Passende Geräte und korrekte Konfigurationen

Gerade wenn viel in diese technischen Hilfsmittel investiert wurde, ersetzt dies das korrekte Einstellen des Hackgerätes und den richtigen Zeitpunkt des Hackens nicht. Tiefe, Schardruck, Fahrgeschwindigkeit und Durchlass sind an die jeweiligen Bedingungen anzupassen. «Ich habe für jede Zwischenreihe eine zentrale Gänsefussschare und auf jeder Seite ein Winkelmesser montiert, um rund vier Zentimeter von der Reihe entfernt, das heisst mit acht Zentimeter Durchlass zu hacken», erklärt der Landwirt. «Näher an der Kultur zu hacken, ist schwierig, besonders in Hanglagen oder wenn die Zeilen nicht gerade sind.»

«Der Reihenabstand ist die grösste Herausforderung.»

Urs Knecht, Landwirt

Zusätzliche Massnahmen

Eine Herausforderung ist das unvorhersehbare Auflaufen der Unkräuter. «Massnahmen im Voraus zu planen, ist ein Ding der Unmöglichkeit, denn nebst dem Unkrautstadium spielen auch die Wetterbedingungen eine entscheidende Rolle für den Erfolg der mechanischen Unkrautbekämpfung», unterstreicht Urs Knecht. Der Boden muss abgetrocknet sein, und nach einem Hackdurchgang sind mindestens zwei Sonnentage notwendig, damit das auf dem Boden liegende Unkraut austrocknet. Zudem ist der Hackstriegel im Getreide weiterhin unverzichtbar. Sei es im frühen Einsatz im Herbst oder im Frühling, wenn der gelockerte, mit Unkraut versetzte Boden zwischen den Reihen an der Sonne nochmals bewegt werden muss. Dies optimiert die Wirkung des Hackens bei ungleich grösserer Flächenleistung.

Untersaaten

So gehackte Getreidekulturen eignen sich hervorragend für jede Art von Untersaaten. «Im Frühling die Kunstwiesen anzulegen, ist gerade mit den heissen Sommern viel weniger risikoreich, als zu äugstlen. Zudem kann so das Licht am Boden bedingt durch den grossen Reihenabstand noch verwertet werden», so Knecht zum Abschluss. 

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